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Krampnitz-Rundgang+++Kosmos-Mosaik+++Konditor-Tipp

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser, der Stadtkanal wird nicht stinken - davon ist der Ingenieur
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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
der Stadtkanal wird nicht stinken - davon ist der Ingenieur Ludwig Obermeyer überzeugt. Er sollte es wissen, denn er hat gerade erst in Kiel einen Stadtkanal wiedererstehen lassen. So gut wie das Havelwasser werde auch die Qualität des Wassers im Kanalbett sein, versprach er beim ersten Stadtteildialog des Oberbürgermeisters, der gestern Abend live im Fernsehen stattgefunden hat. Über die Qualität des Havelwassers kann man dagegen geteilter Meinung sein, gerade wenn es einen heißen Sommer gibt. Ein Schulfreund von mir hatte mal für eine Weile, nachdem er sich die Haare grün gefärbt hatte, den Namenszusatz “Havelhaar” bekommen.
Der Oberbürgermeister hat bei der Gelegenheit im Fernsehen auch eine weitere Debatte wiederbelebt: Was wird aus dem Staudenhof-Wohnblock? Er hat da dezidiert die günstigen Mieten als wichtigstes Kriterium genannt. Was das in diesem Fall für ihn und den Staudenhof bedeutet? Sagen wir so, Sentimentalität sollte keine Rolle spielen, wenn es um sozialen Wohnraum geht. Warum Neubau billiger sein kann? Darüber wird künftig sicher wieder trefflich debattiert in dieser Stadt.
Apropos Mieten - eine ungewöhnliche, gute Nachricht erreichte uns: Die Mieten in Potsdam sinken! Laut einer Analyse von Inseraten auf dem Portal „Immowelt“ sinken die Mieten hier nicht nur – in keiner anderen der 80 untersuchten Städte sinken sie stärker als in Potsdam. Woran das liegt und ob das wirklich stimmt, erklären wir hier.
Allen, die gerade eine Wohnung suchen, drücke ich daher ganz ehrlich die Daumen, dass sie eine finden, die nicht nur gefällt, sondern auch bezahlbar ist. Und dass bestenfalls daneben wohlriechende Gewässer fließen.
Liebe Leserinnen und Leser, ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende! Den nächsten Newsletter finden Sie wieder am Dienstag in Ihrem Postfach. Alle aktuellen Neuigkeiten aus Potsdam und Umgebung lesen Sie bis dahin wie gewohnt auf MAZ-online.de.
Herzliche Grüße
Ihr
Peter Degener
Redakteur der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Ich freue mich auf Ihr Feedback!

Das Stadtgespräch

Philip Kurz von der Wüstenrot-Stiftung am Kosmos-Mosaik. Foto: Peter Degener
Philip Kurz von der Wüstenrot-Stiftung am Kosmos-Mosaik. Foto: Peter Degener
Es war eine beinahe heilende Geste, mit der Philip Kurz das Kosmos-Mosaik am Kreativhaus Rechenzentrum berührte. Der Geschäftsführer der Wüstenrot-Stiftung würde das schwer geschädigte Kunstwerk gerne restaurieren. Viele begrüßen das, doch manche sehen damit das daneben liegende Projekt der Garnisonkirche beeinträchtigt. Denn Kurz nennt als Förderbedingung auch einen längerfristigen Erhalt des Rechenzentrums. Statt zu heilen, fasste er quasi in die Wunde.
Was denken Sie: Wie sollte man mit dem Kosmos-Mosaik umgehen? Machen Sie mit bei unserer Online-Umfrage oder schreiben Sie uns Ihre Meinung an potsdam-newsletter@maz-online.de.
Immerhin wird die Frage, was nun mit dem Rechenzentrum passieren soll, bald unabhängig von der Architektur debattiert. Die gemeinsamen Gespräche zwischen Stiftung Garnisonkirche, den Nutzern des Kreativhauses und der Stadt beginnen im August.
Und bis dahin ist sogar am Mosaik schon etwas geschehen - ganz unabhängig von der Wüstenrot-Stiftung hat der Sanierungsträger erste Sicherungsmaßnahmen beauftragt, damit besonders gefährdete Bildtafeln nicht weiter verfallen.
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Hinter der Recherche

Es wird viel abgerissen in Krampnitz - aber nicht nur. Foto: Bernd Gartenschläger
Es wird viel abgerissen in Krampnitz - aber nicht nur. Foto: Bernd Gartenschläger
Beim Stichwort “Krampnitz” verkrampfen viele Bürger dieser Stadt, mitunter auch der Baubeigeordnete oder die Verantwortlichen des Entwicklungsträgers - denn oft genug gibt es Schelte und Kritik.
Unsere Lokalredaktion hat mal abseits der großen Streitthemen Bundesstraße, Tram und Wohnraum auf das städtische Großprojekt geschaut. Was passiert auf dem 140 Hektar großen Areal hinter der einstigen Kasernenmauer eigentlich alles?
Bert Nicke, Chef des Entwicklungsträgers, fuhr das Team aus Reporter und Fotograf mit sicherer Orientierung auf dem unübersichtlichen Gelände von einem Ort zum anderen. Das Ergebnis der Runde: Sieben Stellen, an denen Krampnitz alles andere als verkrampft wirkt. Und ein paar beeindruckende Fotos.
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Der kulinarische Tipp

"Backbruder" Gregor Thomas bei der Arbeit. Foto: Jan Russezki
"Backbruder" Gregor Thomas bei der Arbeit. Foto: Jan Russezki
Es ist die letzte Chance auf erntefrische Erdbeeren aus der Region: Mit diesem Monat endet die Erdbeer-Saison. In der Bäckerei „Süße Schwestern“ steht - anstelle von zwei Bäckerinnen - Gregor Thomas, der von manchen Potsdamern „Backbruder“ oder auch „die süßeste Schwester aller Zeiten“ genannt wird. Er hasst es, Erdbeeren zu schneiden, weil ihn das an seine Lehre zum Konditormeister erinnert. Für Cafés, Bars und auch seine eigene Auslage in der Dortustraße 8 macht er es trotzdem – und das gern mal von nachts null Uhr bis zum späten Nachmittag. 
Alles, was geht, macht der 31-Jährige dabei mit der Hand, weil das den Backwaren etwas gebe, was Maschinen nicht schaffe. Was das ist, sagt er nicht, klar ist aber, dass er regionale Zutaten von regionalen Händlern nutzt. Zum Beispiel das traditionell hergestellte und damit bekömmliche Bio-Weizenmehl der historischen Mühle von Sanssouci. 
Neben Kastenweißbrot läuft in diesem Jahr die Erdbeer-Joguhrt-Sahne-Torte mit Erdbeerstückchen am besten – mehr Erdbeergeschmack geht kaum. Aktuell liegen aber neben einem Käsekuchen mit roten Johannisbeeren auch zahlreiche Lemon-Curd-Macarons in seiner Auslage. Für alle, die Laktose vertragen und Mandelmehl mögen, sind die Macarons, die Thomas nach englischer Art mit einer Limetten-Zitronen-Creme füllt, ein MAZ-Genusstipp.
Tipp und Text: Jan Russezki
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Unsere Entdeckung der Woche

Die Wisente und Flusspferde in der Breiten Straße. Fotos: privat
Die Wisente und Flusspferde in der Breiten Straße. Fotos: privat
Den Wisenten und Nilpferden in Potsdam geht es gut - zumindest den vier Figuren, die die Künstlerin Petra Paschke 1978 vor eine Ladenzeile in der Breiten Straße nahe der Schopenhauerstraße stellen ließ. Autofahrer fluchen gerade wegen der klebrig-triefenden Linden. Pollen und Früchte legen sich überall auf Plätzen nieder. Hier hat einer beim Kehren einerseits an die Passanten auf dem Gehweg und zugleich an die steinernen Tiere gedacht. Beide Seiten freuen sich über die ungeahnte Komposition.
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Das ist los im Umland

Foto: Jens Steglich
Foto: Jens Steglich
Freie Fahrt auf acht Spuren
Pendler und Urlauber wird es freuen: Kein Baustellen-Stress mehr auf der A10 bei Michendorf. Nach vier Jahren des Ausbaus ist der am stärksten befahrende Autobahnabschnitt Ostdeutschlands fertig. Da kam sogar Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU, Foto 2.v.l.), um das schwarz-rot-goldene Band durchzuschneiden. Dafür wurde aber nicht die Autobahn gesperrt, sondern nur eine Radbrücke über die A10. Was zudem die Anwohner freuen wird: Alle acht Spuren haben Flüsterasphalt bekommen, der fünf Dezibel Schall schluckt.
Ran an die Heidelbeeren!
Wer am Wochenende noch nichts vorhat, könnte sich Obst frisch vom Feld holen. Nach Kirschen und Erdbeeren sind nun auch die Heidelbeeren reif. Offizielle Start in die Erntesaison war jetzt in Klaistow. Der Spargel- und Erlebnishof bietet ein zehn Hektar großes Selbstpflücker-Feld. Und ein Kollege hat noch mal nachgeschaut, was eigentlich der Unterschied zwischen Heidelbeeren und Blaubeeren ist.
Nach Vergewaltigung: Wie können sich Frauen schützen?
Sexuelle Übergriffe, wie sie sich seit Mitte Juni im Grunewald und Kleinmachnow gehäuft haben, führen Frauen einmal mehr die eigene Verletzlichkeit vor Augen. Doch wie gehen sie damit um? Wir haben uns unter Läuferinnen umgehört, ob sie der Fall belastet. Frauenhaus und Polizei geben zudem Tipps, wie sich Frauen, wenn sie allein joggen, schützen können.
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Unser Tipp fürs Wochenende

So kann ein "Weißes Dinner" aussehen - 2019 am Bassinplatz. Foto: Friedrich Bungert
So kann ein "Weißes Dinner" aussehen - 2019 am Bassinplatz. Foto: Friedrich Bungert
Wie wäre es mit einem schicken Essen unter freiem Himmel am Sonntag? Das Groß Glienicker Begegnungshaus im Norden von Potsdam lädt zum „Diner en blanc“ ein. An der Tafel – Corona-bedingt besteht diese aus vielen einzelnen Tischen – dürfen alle Besucher Platz nehmen, sofern sie sich in Weiß gekleidet haben (wenigstens das Oberteil).
Tische, Bänke und Kaffee stehen bereit. Kuchen möge sich ein jeder selbst mitbringen, heißt es in der Einladung. Die Idee, ein gemeinsames Essen unter freiem Himmel zu organisieren, an dem auch unbekannte Gäste teilnehmen können, entstand in Frankreich und hat sich inzwischen weit verbreitet. Diniert wird in Groß Glienicke am Sonntag ab 15 Uhr am Begegnungshaus, Glienicker Dorfstraße 2.
Tipp und Text: Alexander Engels
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Video: Marcus gibt seinen Senf dazu

Zur Debatte um den Wiederaufbau der Garnisonkirche hat Marcus Gude eine klare Meinung: Die Vorstellung, dass Gebäude wie das Rechenzentrum verschwinden, macht ihn wütend. Er würde sich wünschen, dass der Architekt Daniel Libeskind eine Vermittlerrolle in dem Streit übernimmt - dessen Eignung als Versöhner ist unter Experten allerdings umstritten.
Marcus Gude kommentiert wöchentlich das Stadtgeschehen.
Marcus Gude kommentiert wöchentlich das Stadtgeschehen.
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