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Kita-Schließung+++Bericht von Covid-Betroffenen+++Handel

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!
Es ist eine seltsame Zeit. Der Lockdown draußen, wir drinnen - und die Coronazahlen gehen weiter durch die Decke, auch wenn schon seit Wochen Einschränkungen bestehen. Die Hoffnung, dass die Maßnahmen nun etwas bringen, dass es bald mit dem Impfen losgeht, sie werden täglich eingeholt von den schlimmen Nachrichten aus Potsdam, aus dem ganzen Land. Wer nun glaubt, sich mittels Antigen-Schnelltest zu Hause Sicherheit vor dem Besuch bei der Oma am Heiligen Abend verschaffen zu können, wird enttäuscht. Denn die günstigen Abstriche sind gar nicht dafür gedacht, von Laien durchgeführt zu werden.
Zugleich sind mehr als tausend Potsdamer in Quarantäne, sie dürfen die Wohnung nicht verlassen und die noch geöffneten Geschäfte nicht besuchen. Einkäufe müssen sie also anderweitig organisieren. Die Lieferdienste der Supermärkte sind längst überlastet, ohne Nachbarschaftshilfe geht gar nichts mehr. Alisha Mendgen weiß, wo es Unterstützung gibt.
Übrigens haben auch die vom Lockdown ausgenommenen Händler so ihre Sorgen. Denn auch nach zehn Monaten Pandemie müssen sie sich noch mit Corona-Leugnern und Maskenverweigerern herumschlagen, teils wüste Beschimpfungen über sich ergehen lassen.
Mir fehlt, das sage ich ganz offen, jedes Verständnis für solche Kunden. Auch wenn ich die Erfahrungsberichte von drei Potsdamern lese, die eine Corona-Infektion durchgemacht haben.
Liebe Leserinnen und Leser, lassen Sie uns freundlich und rücksichtsvoll bleiben, aufeinander achten und trotz aller düsteren Gedanken mit einer positiven Einstellung zu Hause bleiben - damit der Coronatest negativ bleibt.
Der nächste Newsletter “Potsdam ganz nah” wartet auch rund um Weihnachten und zwischen den Jahren auf Sie. Ich wünsche Ihnen geruhsame Tage, bleiben Sie gesund und uns gewogen.
Herzliche Grüße, Ihre
Saskia Kirf
Redakteurin in Potsdam
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Das Stadtgespräch

Einblick in die Covid-Intensivstation im Potsdamer Klinikum "Ernst von Bergmann". Quelle: Bernd Gartenschläger
Einblick in die Covid-Intensivstation im Potsdamer Klinikum "Ernst von Bergmann". Quelle: Bernd Gartenschläger
Das wichtigste Thema in der Stadt bleibt auch in dieser Woche die Corona-Pandemie. Die Inzidenz, die anzeigt, wie viele von 100.000 Potsdamern sich binnen einer Woche mit dem Virus angesteckt haben, liegt am Freitagmorgen bei 193,5. Schlimmer noch ist die Situation in den Krankenhäusern, denn die Normal- und Intensivstationen für Patienten, die einen schweren Covid19-Verlauf erleiden, sind voll.
Das Ziel bleibt, möglichst wenig Kontakt zu anderen Menschen zu haben - was gar nicht für jeden so einfach ist, wie es zunächst klingt. Schüler und Lehrer etwa sind ganz automatisch mit 25, manchmal auch 30 anderen Menschen in einem Raum. Deshalb hatte Potsdam schon vor dem Bund beschlossen, den Präsenzunterricht für viele Schüler auszusetzen, nach den Ferien soll es dann nur noch für jüngere Kinder eine Notbetreuung geben. Die Anträge dafür sind jetzt verfügbar - gestellt werden können sie aber erst, wenn das Land die genauen Rahmenbedingungen klargezogen hat.
Tatsächlich könnten auch die Kitas vielleicht bald geschlossen werden. Außer in Brandenburg ist das in allen anderen Bundesländern bereits der Fall. Nun hat die Potsdamer Bildungsbeigeordnete gesagt, dass die Stadt durchaus einen eigenen Weg gehen kann.
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Die Corona-Lage

Die Infektionslage ist weiter dramatisch, die Zahlen steigen rasant. Der Überblick mit Stand Freitag, 6 Uhr:
  • Bestätigte Corona-Infektionen: 2613
  • Veränderung zum Vortag: +77
  • 7-Tage-Inzidenz: 193,5
  • Genesene Patienten: 1899
  • Kontaktpersonen in Quarantäne: 1189
  • Patienten in Kliniken in Zusammenhang mit Covid19: 79
  • davon intensivmedizinisch: 16
  • Todesfälle: 61
Insgesamt sind in der Stadt acht Senioreneinrichtungen von Coronafällen betroffen – landesweit ist es sogar fast jede vierte Einrichtung. In einer Einrichtung im Bornstedter Feld sind knapp die Hälfte der 129 Bewohnerinnen und Bewohner infiziert, zudem mehrere Mitarbeiter. Dabei ist das Virus für ältere Menschen weiter besonders gefährlich. Weiterhin berichten die Pflegerinnen und Angehörigen aus dem Omi-Opi-Haus so anschaulich wie berührend von der Situation in der Demenz-WG, in der zuletzt zwei Bewohner mit einer Covid19-Erkrankung verstorben waren.
Doch auch an den Schulen ist Sars-CoV-2 weiter ein Thema. Fünf Grundschulen sowie sechs weiterführende Schulen weisen einzelne Corona-Fälle auf. Neu ist ein Fall an der Zeppelin-Grundschule, an der Sportschule gibt es wieder weitere Infektionen und Quarantänefälle in mehreren Klassenstufen.
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Die besondere Geschichte

Mit dem Flugzeug über das Neue Palais. Foto: Erich Ewald / Sammlung Wolfgang Holtz
Mit dem Flugzeug über das Neue Palais. Foto: Erich Ewald / Sammlung Wolfgang Holtz
Jahrzehnte lang waren sie in Alben versteckt, nun sind fast 100 Jahre alte Luftbilder von Potsdam erstmals veröffentlicht worden. Der Ingenieur und Baumeister Erich Ewald lebte in Berlin, schwärmte aber von Potsdam und seiner in die Natur eingebetteten Architektur und Struktur. Im Sommer 1921 dokumentierte er die Stadt von oben – denn von dort war für ihn das Besondere der Stadt besonders augenfällig: “Überall also planvolle Anordnung, eine Gliederung der Natur nach architektonischen Gesichtspunkten, eine Einfügung von Kunstwerken in die Gartengestaltung“.
Erich Ewald (1884-1947) war Lichtbildoffizier und Luftbildpionier. Quelle: Militärhistorisches Museum Gatow
Erich Ewald (1884-1947) war Lichtbildoffizier und Luftbildpionier. Quelle: Militärhistorisches Museum Gatow
Dem Steglitzer Heimatforscher Wolfgang Holtz und dem Elsengold-Verlag ist es nun zu verdanken, dass die Bilder nun in einem liebevoll gemachten Buch erschienen sind. „Ich gehe da mit der Lupe ran und bin fasziniert, was für Details man sieht“, sagt Wolfgang Holtz über die Bilder. Es haben sich nur 23 Fotografien erhalten – doch diese zeigen die Parks, das Stadtzentrum und die Gewässer bis hinauf zum Berliner Wannsee in großem Detailreichtum. Die MAZ hat einen Blick in das Buch „Rundflug über das alte Potsdam“ geworfen und mit Wolfgang Holtz über den Luftbildpionier Erich Ewald gesprochen.
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Der kulinarische Tipp

Foto: Katrine Lihn
Foto: Katrine Lihn
Leckere Last Minute Geschenke gefällig? Die Plattform Potsdam liefert versammelt an einem Ort Präsentkörbe und –boxen für jeden Geschmack und jedes Budget. Die Genusstrainerin Katrine Lihn etwa hat eine Heimatbox zusammengestellt, die auch für die Liebsten weiter weg Potsdamer Genüsse verspricht. „Geschmack lässt Erinnerungen wach werden“, sagt Katrine Lihn. Prickelnd kommen die Champagner- oder Proseccosets von Fine Emotion daher, hochprozentig die Whisky-Tasting-Sets aus dem Seminaris Avendi Hotel. Fast alle Produkte sind auch abholbar und damit perfekt geeignet, wenn Sie vom Lockdown überrascht wurden und noch nicht alle Präsente haben – oder sich selbst einfach mal etwas gönnen wollen.
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Unsere Entdeckung der Woche

Foto: hellopotsdam.de
Foto: hellopotsdam.de
Im Jahr 993 nach Christus wurde das heutige Potsdam, damals noch Poztupimi, zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Der damalige König und spätere Kaiser Otto III, schenkte die Siedlung seiner Tante, der Äbtissin Mathilde von Quedlinburg - so weit, so Grundschulwissen. Das Gründungsjahr der Stadt steht aber auch Pate für den Namen des ersten Gins mit Potsdambezug.
Das sagen die Macher: Destilliert nach dem London Dry-Gin Verfahren. Ein ausgiebiger Reifeprozess in dem elf handverlesene und aus kontrolliertem biologischen Anbau entspringende Zutaten für mehrere Wochen reifen, mazerieren und schließlich destilliert werden. 993 Potsdam Gin aus Beelitz. Erhältlich ist das gute Gesöff online bei hellopotsdam.de - 1100 Flaschen wurden bereits verkauft, 200 sind noch übrig.
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Bilderrätsel: Die Auflösung

Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Ewige Stadt Rom, ewige Erinnerung – auch in Potsdam. Der Potsdamer Leichtathlet Hans Grodotzki holte bei den Olympischen Sommerspielen 1960 in Rom gleich zwei Silbermedaillen über 5.000 und 10.000 Meter. Eine olympische Medaille auf der langen Distanz über zehn Kilometer – das ist keinem Mann je zuvor oder danach gelungen, der für eine deutsche Olympiamannschaft antrat. Grodotzki ist heute 84 Jahre alt und lebt noch immer in Potsdam.
Das Eingangstor zum Sportpark Luftschiffhafen am Olympischen Weg. Foto: Peter Degener
Das Eingangstor zum Sportpark Luftschiffhafen am Olympischen Weg. Foto: Peter Degener
Das Bild zeigt die Ecke einer Stele, die an Grodotzkis Erfolg erinnert. Doch nicht nur diesem Sportler wird in Potsdam gedacht. Der „Walk of Fame des Sports", der durch den historischen Haupteingang in den Sportpark Am Luftschiffhafen führt, ehrt alle Potsdamer, die bei Olympischen Sommer- und Winterspielen eine Medaille holten. 2016 wurde er eingeweiht. Auf 17 Stelen sind insgesamt 103 Namen zu lesen – von Grodotzki im Jahr 1960 bis zu den Kanuten Kurt Kuschela und Peter Kretschmer, die 2012 bei den Olympischen Spielen in London die Goldmedaille im Zweier Canadier über 1000 Meter holten.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Fast jedes vierte Seniorenheim in Potsdam-Mittelmark hat mit Corona zu kämpfen. Das SenVital in Kleinmachnow meldet aktuell 26 betroffene Bewohner und 15 Mitarbeiter, die Seniorenresidenz Saarmund 34 Fälle, 18 positive Tests gibt es bisher im Seniorenzentrum „Wachtelwinkel“ in Werder und auch das Haus am Zernsee, das im Frühjahr elf Todesopfer zu beklagen hatte, hat wieder Bewohner in Quarantäne. In der MAZ berichten zwei Einrichtungsleiter über die Situation in ihren Häusern
Foto: Jens Steglich
Foto: Jens Steglich
Michendorfs Bürgermeisterin Claudia Nowka (Bündnis für Michendorf) kam genau vor einem Jahr ins Amt. Es dauerte dann keine 100 Tage und eine Pandemie brach aus. Im MAZ-Interview spricht sie über ihre erstes Amtsjahr in Zeiten von Corona, über schwere Entscheidungen, erschöpfte Mitarbeiter und emotionale Momente. Und sie sagt, wie es in der Michendorfer Ortsmitte weitergeht und was sie in den nächsten sieben Jahren noch erreichen will. 
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Unser Tipp fürs Wochenende

Elf Konzerte werden zur ersten Winter-Edition der Potsdamer Fete de la musique am vierten Adventssonntag im Livestream der Kulturtänzer aus dem Rechenzentrum, dem Begegnungszentrum Oscar, dem Lindenpark und dem Nikolaisaal in die Wohnzimmer der Landeshauptstadt übertragen.
Musizieren werden Shubangi (ab 15 Uhr), Miss Pluto (15.45 Uhr), Damreyja (16.15 Uhr), Sidney Busby (16.30 Uhr), 4. Stock (17.45 Uhr), With A Little Help From My Friends (17.15 Uhr), Zero Moment of Truth (18.45 Uhr), Imbiß (19.30 Uhr), Mückenheimer Trio (19.30 Uhr), Il Civetto (21 Uhr) und Les Calcatoggios (21.15 Uhr).
Die Fete de la musique als Umsonst-und-draußen-Festival zur Mittsommernacht musste in diesem Jahr wegen des ersten Corona-Lockdowns abgesagt werden. Ersatzweise entstand die Idee einer Winteredition zum Vorabend der Wintersonnenwende. 
Die Übertragungen sind auf www.fete-potsdam.de zu finden, die Konzerte überschneiden sich teilweise. 
Tipp: Volker Oelschläger
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Video: Marcus gibt seinen Senf dazu

Ein bisschen überrascht ist unser MAZ-Videokoluminst schon vom aktuellen Lockdown - denn irgendwie haben nach seinem Gefühl die meisten Geschäfte weiter geöffnet. Außerdem wirbt Marcus Gude um Spenden für Sterntaler.
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 28
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 28
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