Profil anzeigen

Kinder impfen? +++ Betrunkener Igel +++ Restkarten für Lit:Potsdam

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!
Ich habe mich heute ganz bewusst für dieses frühlingshafte Bild über dem Newsletter entschieden, damit wir alle uns noch einmal ins Gedächtnis rufen, wie die Stadt derzeit eigentlich aussehen sollte. Stattdessen schleppe ich gerade alles von der Sonnencreme bis zum Winterparka mit mir herum, weil das Wetter sich einfach nicht entscheiden kann, was es denn nun sein will.
Derweil sinken die Corona-Zahlen in Potsdam weiter. In der kommenden Woche folgen schon die nächsten Öffnungsschritte, zuerst sollen die Grundschüler wieder in der Schule lernen, die Terminpflicht zum Einkaufen wird nach jetzigem Stand entfallen, Veranstaltungen sind mit mehr Teilnehmern als bislang möglich. Hier haben meine Kollegen einen genauen Fahrplan zusammengestellt. Die Stadtbibliothek und das Naturkundemuseum bereiten ihre Wiedereröffnung vor, das Waschhaus hadert noch mit dem Begrenzungen - seien wir gespannt, wie sich die Situation entwickelt. Unsere neue Serie “Die Zeit nach Corona” befasst sich übrigens auch mit den verschiedenen Perspektiven der Potsdamer auf die Pandemie, lesen Sie doch mal rein!
In einer ganz anderen Sache gab es in den letzten Tagen eine entscheidende Entwicklung. Der mutmaßliche DHL-Erpresser, der vor dreieinhalb Jahren auch in Potsdam mit einer Bombe für große Verunsicherung sorgte, hat sich gestellt. Er bleibt zunächst auf freiem Fuß.
Überhaupt gibt es immer reichlich Ärger in Potsdam. Die Polizei kommt beim Strafzettelschreiben kaum hinterher, in Fahrland wird der Immobilien-Investor Semmelhaack nun doch nicht die gewünschten Eigenheime bauen, und am Bergmann-Klinikum bekommt der Co-Chef eine ebenso langfristige wie gut dotierte Vertragsverlängerung, obwohl die Staatsanwaltschaft gegen ihn ermittelt.
Neben allen Nachrichten, die vielleicht zum Augenbrauenlupfen einladen, gab es aber auch noch diese hübsche Geschichte: Ein Plüschtierheim in Nordrhein-Westfalen sammelt für Potsdam. Was es damit auf sich hat und wie Sie mitmachen können, lesen Sie hier.
Und mit diesen positiven Gedanken wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen dieses Newsletters. Bleiben Sie gesund und uns gewogen!
Herzliche Grüße, Ihre
Saskia Kirf
Redakteurin in Potsdam
Das Stadtgespräch

Quelle: Feliks Todtmann
Quelle: Feliks Todtmann
Schon am Montag sollen die Grundschüler in Potsdam wieder komplett zum Präsenzunterricht antreten, die älteren Schüler folgen eine Woche später. Impfen oder nicht impfen, diese Frage treibt deshalb nun die Eltern um. Noch hat die Ständige Impfkommission (Stiko) zwar keine Entscheidung dazu getroffen, ob sie eine generelle Impfung von Kindern gegen Covid-19 empfiehlt. Führende Kindermediziner in der Landeshauptstadt Potsdam und in der Umgebung haben sich eine erste Meinung gebildet – einig sind sie sich allerdings nicht.   
Thomas Erler, Ärztlicher Direktor und Chefarzt in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Westbrandenburg ist grundsätzlich für Impfungen, rät im konkreten Fall aber zum Abwarten - sein Chefarzt-Kollege aus Brandenburg an der Havel, Hans Kössel, widerspricht und will zumindest Jugendliche impfen. Meine Kollegin Nadine Fabian hat sich intensiv mit den Argumenten der beiden Mediziner auseinandergesetzt. Und sie hat auch der Kinderklinik und den dort behandelten kleinen Covid-19-Patienten einen Besuch abgestattet.
***
Die besondere Geschichte

Igelmädchen Marni ist mittlerweile wieder nüchtern. Foto: privat
Igelmädchen Marni ist mittlerweile wieder nüchtern. Foto: privat
Die Tierretter von Potsdam haben vieles schon erlebt, aber so etwas noch nicht: In Mahlow (Teltow-Fläming) sammelten sie am Mittwoch einen verletzten Igel ein, dem ein halbes Ohr und ein Auge fehlten. Trotz seines eigentlich schützenden Stachelkleides hatte er schwere Bissverletzungen erlitten. Doch damit nicht genug: Das arme Tier war auch noch besoffen. Mein Kollege Rainer Schüler hat nachgefragt, wie es dazu kommen konnte - und wie es dem Igelmädchen jetzt geht.
***
Der kulinarische Tipp

Lesya Richter nimmt noch Maß, um die Corona-Auflagen erfüllen zu können. Foto: Bernd Gartenschläger
Lesya Richter nimmt noch Maß, um die Corona-Auflagen erfüllen zu können. Foto: Bernd Gartenschläger
Das Weinbistro Lewy ist schon seit Jahren einer meiner liebsten Orte in der Innenstadt. Sehen und gesehen werden - könnte man meinen, aber darum geht es in diesem schnuckeligen Bistro trotz allerbester Lage an der Ecke Brandenburger Straße/Dortustraße gar nicht.
Stattdessen servieren Chefin Lesya Richter und ihr Team ab heute endlich wieder die besten Weine (mein Tipp: “Blutsbrüder” vom Weingut Karl May), Snacks zum Getränk oder sättigende, handgemachte Hauptgerichte mit dem gewissen Extra. Nicht umsonst raunt man sich stadtweit zu, im Lewy gebe es die beste Pasta Carbonara! Ich empfehle: Probieren Sie es aus. Das Team freut sich jedenfalls, wie Lesya Richter auf Facebook schreibt: Man reibe sich “die Augen angesichts der vielen Reservierungen” und: Freitag geht es los, “mit Pauken und Trompeten”.
***
Bilderrätsel: Wo ist das?

Wo in Potsdam denkt dieser Mann nach? Foto: Peter Degener
Wo in Potsdam denkt dieser Mann nach? Foto: Peter Degener
Hager das Gesicht, spitz das Kinn, lang die Finger und nachdenklich der Blick. So präsentiert sich dieser Mann in Bronze auf dem schönen Platz. Worüber er wohl nachdenkt? Potsdam wird es nicht sein, denn eine direkte Verbindung zu dieser Stadt hatte er nie. „Ich bin von Geburt ein Mähre, der Sprache nach ein Böhme, von Beruf ein Theologe“, sagte er über sich selbst.
Was den Mann mit dem Standort seines Bronzeabbilds verbindet, ist die Flucht ins Exil aus Glaubensgründen. Er selbst entkam in die Niederlande. Rund einhundert Jahre später fanden viele seiner Glaubensbrüder dagegen genau an jener Stelle, wo heute dieses Denkmal für ihn steht, eine Heimat. Sie durften dort mit allerhöchster Erlaubnis buchstäblich ein neues Dorf gründen.
Wenn Sie die Antwort kennen, schicken Sie uns bis zum Sonntag, 30. Mai, eine E-Mail mit dem Betreff “Bilderrätsel” an potsdam-newsletter@maz-online.de. Vergessen Sie Ihre Postadresse nicht, denn Sie können ein kleines Paket gewinnen.
Rätsel: Peter Degener
***
Das ist los im Umland

Viktoria Brammer ist enorm beliebt. Seit 21 Jahren steht die 79-Jährige in ihrem kleinen Zeitungskiosk am August-Bebel-Platz und jeder in der Nachbarschaft kennt sie – auch dafür, dass sie für internationale Musiker die Tür zum Kleinmachnower Publikum weit öffnete. Jetzt ist Schluss. Am 31. August schließt das Café Brammer, der Lottoladen mit Live-Musik. Meine Kollegin Gesine Michalsky war vor Ort und hat mit der nimmermüden Viktoria Brammer gesprochen.
Zwei Wölfe, ein Rüde und eine Fähe: Sie kamen in den frühen Morgenstunden des 21. Mai 2021 in ein Wohngebiet nach Kähnsdorf in der Gemeinde Seddiner See. „Mein Mann und ich haben über den Hof kreisende Krähen bemerkt“, sagt Sabine Kimmel. Die 59-Jährige ist Geschäftsführerin der Beelitzer Frischei Gmbh und lebt in Kähnsdorf, einem Ortsteil der Gemeinde Seddiner See. Fünf Schafe hat Sabinne Kimmel auf tragische Weise an die Wölfe verloren. Die ganze Geschichte lesen Sie hier.
***
Unser Tipp fürs Wochenende

Schloss Sacrow. Foto: Bernd Gartenschläger
Schloss Sacrow. Foto: Bernd Gartenschläger
Am Freitagabend startet der Verein Ars Sacrow wieder sein Open Air Kino am Schloss Sacrow. Mit negativem Coronatest oder Impfnachweis wird in der berauschenden Schlosskulisse der Film “Wie ich ein Neger wurde” gezeigt. Alle wichtigen Informationen hat der Kulturverein auf seiner Homepage zusammengestellt.
Werfen wir den Blick bereits über das Wochenende hinaus auf den Montag: Dann beginnt mit der Lit:Potsdam die erste große Veranstaltungsreihe unter Corona-Bedingungen. Die meisten Veranstaltungen sind schon ausverkauft, aber für vier Highlights gibt es noch Karten, darunter auch für die Eröffnung am Montagabend.
***
Das steht nächste Woche an

Literarisch können Sie sich die gesamte Woche über bei der bereits erwähnten Lit:Potsdam verwöhnen lassen. Übrigens ist auch der Nachwuchs herzlich eingeladen, sich “belesen zu lassen”! Unsere Kollegen aus der Kulturredaktion haben hier die Planungsstände für die anderen großen Highlights im Kulturleben der Landeshauptstadt zusammengefasst.
Am Mittwoch kommt es in der Stadtverordnetenversammlung zum Showdown: Die Zukunft der Potsdamer Bildungspolitik wird entschieden. Schon im Bildungsausschuss ging es zwischen den Fraktionen hoch her, nun steht wohl eine Neuauflage der stundenlangen Debatte an. Kern des Streits ist die Frage, ob Potsdam künftig mehr Gymnasien oder mehr Gesamtschulen bauen will.
***
Video: Marcus gibt seinen Senf dazu

Dass unser MAZ-Videokolumnist Marcus Gude überzeugter Radfahrer ist, wissen die regelmäßigen Zuschauer ja längst. Deshalb freut er sich auch ehrlich über mehr Sicherheit für Radfahrer auf der mittlerweile vierten Fahrradstraße der Stadt, die es seit einiger Zeit in der Teltower Vorstadt gibt. Und er hofft, dass die Planung dort auch wirklich funktioniert und nicht wie in der innerstädtischen Hegelallee eigentlich nur Chaos für alle Verkehrsteilnehmer schafft, statt ein sicheres Fahren zu ermöglichen.
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 49
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 49
Hat Ihnen diese Ausgabe gefallen?
Teilen Sie diesen Newsletter:
Wenn Sie diesen Newsletter nicht mehr empfangen wollen, können Sie ihn hier abbestellen.
Wenn Ihnen dieser Newsletter weitergeleitet wurde, können Sie ihn hier abonnieren.