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Katjes-Werk+++Zeppelinstraße+++Streik-Gefahr

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser, auch Sie standen in der Zeppelinstraße bestimmt schon mal i
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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
auch Sie standen in der Zeppelinstraße bestimmt schon mal im Stau. Ob nun im Auto, im Bus oder in der Straßenbahn - wenn es ganz dumm läuft, geht da einfach nichts mehr, so wie neulich, als die Sperrung der Breiten Straße die Stadt ins totale Verkehrschaos gestürzt hat.
Der Deutsche Bahnkundenverband (DBV) hat das nun zum Anlass genommen und eine Idee präsentiert, wie auf der Zeppelinstraße in Zukunft alles besser werden soll - für diejenigen, die den ÖPNV nutzen, versteht sich. Der Vorschlag von DBV-Regionalchef Karsten Müller: Bus und Bahn bekommen stadteinwärts eine eigene Spur - dafür wird ein Großteil der Linksabbiegerspuren abgeschafft.
Eine weitere Idee des Verbandes: variabel aufklappbare Verkehrsschilder nach Berliner Vorbild. Wird es zu voll auf der ÖPNV-Spur, klappen die Schilder hoch, sperren die Spur und drängen den anderen Verkehr auf die Spur daneben. Was die Stadt davon hält? Mein Kollege Rainer Schüler hat nachgefragt und - tatsächlich - es wird über eine ÖPNV-Spur zumindest nachgedacht. Wenn auch anders als gefordert.
Apropos Stadtverwaltung. Die könnte sich demnächst vor dem Verwaltungsgericht verantworten müssen, denn das Transparenzportal “Frag den Staat” hat Klage eingereicht. Der Grund: Die Stadt will einfach nicht verraten, welche private Sicherheitsfirma in Potsdam die Einhaltung der Corona-Maßnahmen kontrolliert hat.
Probleme, die einem allerdings eher klein und nichtig erscheinen, wenn man den Fall verfolgt, der gestern in Potsdam vor dem Landgericht eröffnet wurde. Am helllichten Tag war ein 26-Jähriger im Dezember in die Villa eines Potsdamer Ehepaars eingedrungen und misshandelte die Hausherrin schwer. Ein Erlebnis, dass die Frau so schwer traumatisierte, dass sie gestern nicht im Gerichtssaal erschien, um ihre Aussage zu machen. Der Angeklagte hingegen versuchte zu erklären, warum er ausgerechnet in dieses Haus eingebrochen ist: Er wohnte als Kind selbst dort und trauert dieser Zeit bis heute nach.
Und zum Schluss noch eine gute Nachricht für die Stadt: Die Wick-Hustenbonbons kommen bald aus Potsdam. Sechs Millionen Euro investiert das Unternehmen Katjes in diesem Jahr, um sein Bonbon-Werk in Babelsberg zu erweitern.
Ich hoffe, Sie kommen heute auch ohne Hustenbonbon gut durch den Tag! Passen Sie auf sich auf und bleiben Sie uns treu. Den nächsten Newsletter finden Sie wieder am Freitag in Ihrem Postfach. Alle aktuellen Neuigkeiten aus Potsdam und Umgebung lesen Sie wie gewohnt auf MAZ-online.de.
Herzliche Grüße
Ihre
Anna Sprockhoff
Leiterin der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Ich freue mich auf Ihr Feedback!

Das Stadtgespräch

Bei der Stadtentsorgung Potsdam (Step) stehen die Zeichen auf Streik. Mitarbeiter fühlen sich über die GPS-Sender in ihren Wagen überwacht, klagen über falsche Lohngruppen-Einsortierung, ihnen fehlt die Wertschätzung, dafür ist das Misstrauen in die Chefs offenbar groß. Bei einer Versammlung der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi war die Wut der rund 150 anwesenden Mitarbeiter zu spüren - und auch zu hören.
Foto: Friedrich Bungert
Foto: Friedrich Bungert
Dabei schwelen die Probleme offenbar schon länger. Ein vor Jahren noch spürbares Miteinander sei, wie Kollegen unter Beifall berichteten, einem konfrontativen Gegeneinander gewichen. Dies scheint so unüberbrückbar, dass die Step auf Warnstreiks noch im Sommer zusteuern könnte. Denn am 1. September nämlich beginnen in Potsdam bundesweite Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst. 
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Die besondere Geschichte

Bankier, Porzellankönig, Potsdam-Freund: Jörg Woltmann (73), Chef der Königlichen Porzellan-Manufaktur (KPM), ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten Unternehmer Deutschlands. In Potsdam ist der Berliner seit der Wende geschäftig. Die Stadt habe es ihm einfach angetan, sagt er im Interview mit meiner Kollegin Nadine Fabian – doch mit ihrer Flaniermeile ist er gar nicht glücklich.
Der Berliner Bankier und Inhaber von KPM - Jörg Woltmann - hat eine starke Verbindung zu Potsdam. Foto: Holger Talinski
Der Berliner Bankier und Inhaber von KPM - Jörg Woltmann - hat eine starke Verbindung zu Potsdam. Foto: Holger Talinski
Als er das Unternehmen KPM kaufte, stand es kurz vor dem Ende. Und Woltmann kaufte etwas, was er nie haben wollte: ein produzierendes Gewerbe. Bereut hat er den Kauf trotzdem nie. „Welcher Unternehmer bekommt überhaupt die Chance, ein Kulturgut zu retten?“, fragt er. Wenig glücklich ist er allerdings mit dem Zustand der Brandenburger Straße, Potsdams Flaniermeile.
„Ich hätte mir gewünscht, dass dort ein paar mehr Geschäfte aus dem Luxus-Segment wären”, sagt Woltmann. „Potsdam muss Acht geben, dass das Niveau der Brandenburger Straße nicht weiter abfällt, denn das aktuelle Niveau ist nicht das, was in Potsdam angesagt wäre.“
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Verkehr aktuell

Karte: Stepmap; Daten: Open Street Map Lizenz ODbL 1.0 MAZ-Grafik: Detlev Scheerbarth
Karte: Stepmap; Daten: Open Street Map Lizenz ODbL 1.0 MAZ-Grafik: Detlev Scheerbarth
Die nächste große Baustelle ist mit der nächste Phase des Umbaus am Leipziger Dreieck eröffnet - und die hat es in sich. Ein Jahr lang ist die Leipziger Straße ab sofort gesperrt, die Umleitung läuft über den Brauhausberg. Die Stadt selbst rechnet vor allem stadteinwärts mit Stau und empfiehlt eine weiträumige Umfahrung.
Vollsperrung heißt es auch im Bereich der Baustelle auf der Friedrich-List-Straße - und zwar vom 24. Juli, 22 Uhr, bis zum 27. Juli. Grund ist der Neubau der Hochstraßenbrücke.
Alles weitere zur aktuellen Verkehrssituation lesen Sie wie gewohnt in der wöchentlichen Stauprognose.
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Der kulinarische Tipp

Mitarbeiterin Eila Guder (19) präsentiert "Bo Xao Lan", kurz gebratenes Rindfleisch mit Zwiebeln, Brokkoli und Möhren sowie das hausgemachtes Getränk "Ramse". Foto: Bernd Gartenschläger
Mitarbeiterin Eila Guder (19) präsentiert "Bo Xao Lan", kurz gebratenes Rindfleisch mit Zwiebeln, Brokkoli und Möhren sowie das hausgemachtes Getränk "Ramse". Foto: Bernd Gartenschläger
Für alle mit großer Urlaubs-Sehnsucht haben wir heute einen Tipp: Wieso nicht einfach kulinarisch verreisen? Die MAZ hat’s ausprobiert. Ziel: Vietnam – oder viel mehr “Mai Mai’s little Kitchen” in Groß Glienicke. Seit kurzem ist das kleine Restaurant wieder geöffnet. MAZ-Gastro-Testerin Manuela Blisse hat sich das Angebot für ihre aktuelle Kritik genauer angesehen und bewertet.
Geöffnet hat das kleine Restaurant von Dienstag bis Donnerstag von 12 bis 20 Uhr, außerdem freitags und samstags von 12 bis 21 Uhr. Vorspeisen kosten zwischen 3,90 Euro und 9,50 Euro, Hauptgerichte liegen zwischen 8,50 Euro und 22 Euro.
Ein aus der Baubranche stammender Quereinsteiger und seine Frau haben sich mit dem Restaurant einen Lebenstraum erfüllt. Mai Nguyen hat schon als Kind gekocht, der Großmutter über die Schulter geschaut und deren traditionelle Rezepte aufbewahrt. Geschmacksverstärker haben bei ihr nichts zu suchen, auf Wunsch bereitet sie die Gerichte auch vegetarisch oder vegan zu. Unsere Restaurant-Testerin spart nicht mit Lob und verteilt bei Preis-Leistung am Ende viereinhalb von fünf Sternen.
Damit können wir Ihnen einen Besuch im “Mai Mai’s little Kitchen” guten Gewissens ans Herz legen - die kulinarische Reise wartet auf Sie!
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Unsere Entdeckung der Woche

Margit Walch hat die mobile Küche mit ihrer Möhren-Ingwer-Suppe eingeweiht. Foto: Varvara Smirnova
Margit Walch hat die mobile Küche mit ihrer Möhren-Ingwer-Suppe eingeweiht. Foto: Varvara Smirnova
Wo bisher nur der simple Grill stand, steht in diesem Sommer immer häufiger eine Outdoor-Küche. Das Kochen unter freiem Himmel liegt im Trend, immer mehr Anbieter gehen mit immer luxuriösen Modellen der Freiland-Küche an den Markt.
Nun hat auch Potsdam die erste mobile Outdoor-Küche - und zwar im Schlaatz. Als Gemeinschaftsprojekt des Bürgerhauses im Schlaatz und der Werkstatt im Erlenhof 32 entstand der innovative Wagen mit Kochmöglichkeit als erster seiner Art in Potsdam. Ausgestattet mit einem Herd und Gasversorgung, einer Spüle mitsamt Wasser, nachhaltigem Besteck und Geschirr sowie einem strahlend gelben Sonnenschirm, bietet die mobile Küche alles, was man für ein geselliges Kochen im Freien braucht.
Wer will, kann die Küche ab sofort ausleihen - und mit Freunden, Nachbarn oder Familie einen herrlichen Kochtag im Freien verbringen. Ein wunderbares Projekt, das mein Kollege Linus Höller hier näher vorstellt.
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Potsdam damals und heute

Montage: Detlev Scheerbarth
Montage: Detlev Scheerbarth
So viele märkische Städte haben echte mittelalterliche Tore und Türme, mit denen sie sich verteidigten. In Potsdam baute man so etwas ein paar Jahrhunderte später zur Zierde. Das Nauener Tor ist eine architektonische Kuriosität. Es wurde um 1755 erbaut. In einer Zeit, in der Bauherr Friedrich II. den französischen Barockstil pflegte, ließ er in seiner Residenz die Gotik mit ihren Spitzbögen und einem burgartigen Zinnenkranz wiederauferstehen. Rund 100 Jahre bevor die Welle der Neogotik zu zahlreichen mittelalterlich wirkenden Kirchen und Rathäusern führte, war das bemerkenswert und ist bis heute auch ein Rätsel.
Die Ansicht von 1850 offenbart ein kleines Detail: Auf dem linken Turm wächst ein kleines Bäumchen. Es soll sich selbst ausgesät haben und wurde schon bei Sanierungen im 19. Jahrhundert auf Wunsch der königlichen Familie erhalten. Bei der letzten Sanierung um 1997 wurde für das Bäumchen auch eine Vertiefung mit Erde geschaffen – es ging allerdings trotzdem ein. Seitdem „strahlt“ das Nauener Tor übrigens auch wieder im nüchternen Grau. Viele alteingesessene Potsdamer vermissen das ockergelbe Nauener Tor. Jedoch gilt der heutige Farbton als historisch verbürgt. Damit wird suggeriert, dass das Tor aus massiven Granitblöcken erbaut wurde. Doch allein die spitzen Turmhelme sind wirklich aus massivem Stein.
Text: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Am Wochenende hatte das Potsdamer Ernst-von-Bergmann-Klinikum erst verkündet, dass der letzte Corona-Patient das Haus verlassen hat. Nun meldet das Klinikum fünf neue Patienten mit Covid-19. Hintergrund dürfte ein Corona-Ausbruch im Übergangswohnheim für Flüchtlinge in Stahnsdorf sein. Dort ist am Wochenende ein Bewohner positiv getestet worden - die fünf Familienangehörigen zeigten Symptome und sind laut Landkreis stationär in einem Potsdamer Klinikum aufgenommen worden. Weil der Landkreis nicht ausschließen kann, dass sich weitere Bewohner infiziert haben, stehen die beiden Häuser des Heims nun unter Quarantäne.
Jens-Uwe und Katja Poel, Weinberg-Besitzer in Werder. Foto: Annika Jensen
Jens-Uwe und Katja Poel, Weinberg-Besitzer in Werder. Foto: Annika Jensen
Online-Sonderaktionen, eine große neue Holz-Terrasse und ein Nebenprodukt für Sterneköche: Werders Winzer trieb der Corona-Shutdown zu Kreativität und Produktivität auf teilweise ungewohnten Gebieten. Doch alle drei Weinproduzenten sind zuversichtlich. Denn sie merken: Privatkunden nehmen für einen guten Tropfen den Weg zu den Weinbergen gerne in Kauf.
Ein Investor will auf einem Areal am Beelitzer Bahnhof ein Wohngebiet entwickeln. Allerdings war auf dem Gelände, auf dem unter anderem Einfamilien- und Doppelhäuser entstehen sollen, zu DDR-Zeiten ein Umschlagplatz für Dünge- und Pflanzenschutzmittel. Die Fraktion Grüne/FDP fordert deshalb, dass der Investor noch vor dem Start eines Bebauungsplanverfahrens ein unabhängiges Gutachten vorlegt. So soll geklärt werden, inwieweit der Boden auf dem Areal belastet ist und wie sich das mit der geplanten Nutzung der Flächen verträgt. Einen entsprechenden Antrag bringt die Fraktion heute Abend in die Stadtverordnetenversammlung ein. Ob der Antrag Mehrheiten findet, ist indes fraglich. Andere Fraktionen wollen die Frage der Bodenbelastung nicht vor, sondern innerhalb des B-Planverfahrens klären, das am Dienstagabend in Gang gesetzt werden soll. 

Frederike Volkery und Dennis Bus sind nur wegen der „Dark“-Drehorte aus dem Münsterland nach Brandenburg gekommen. Foto: Friedrich Bungert
Frederike Volkery und Dennis Bus sind nur wegen der „Dark“-Drehorte aus dem Münsterland nach Brandenburg gekommen. Foto: Friedrich Bungert
„Dark“-Fans aus Brasilien, Indien, Ägypten, Polen oder Deutschland haben seit Beginn der dritten Staffel die Kapelle am Stahnsdorfer Südwestkirchhof für sich entdeckt. Für Fotos, kurze Videos – und sogar für ihr erstes Tinder-Date. Mein Kollegin Konstanze Kobel-Höller hat sich mit den Fans der Netflix-Serie auf Friedhof-Tour gegeben.
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Das letzte kommt zum Schluss: Hafemeister

Neues von unserem Karikaturisten Jörg Hafemeister: Dieses Mal hat er sich von der letzten Bombenentschärfung im Aradosee inspirieren lassen und schreibt uns dazu: “Bombige Neuigkeiten aus Potsdam: Schon die zweite Woche weder Bombenfund noch Entschärfung oder Sprengung!”
Karikatur: Jörg Hafemeister
Karikatur: Jörg Hafemeister
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