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Interview mit Klinik-Chef+Tiny-House-Siedlung+Schmorbraten-Zeit

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser! Platsch, weg waren sie - die beiden Radfahrer, die nach ein
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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!
Platsch, weg waren sie - die beiden Radfahrer, die nach einem Rohrbruch in Potsdam West am Wochenende dachten, sie würden nur durch eine Pfütze fahren - und dann samt Drahteseln in einem 1,80 Meter tiefen Loch versanken. Lustig ist das nicht, eher kreuzgefährlich, beide Radler haben sich verletzt. Alles, was Sie zu diesem Unfall wissen müssen, steht in diesem Newsletter - es erinnert mich an die spektakuläre Überschwemmung am Bassinplatz vor drei Jahren, als ein ganzes Auto in der Erde versank.
Aber auch, wer nicht unversehens vom Erdboden verschluckt wird, kann sich auf Potsdams Straßen herrlich ärgern. Stau hier, Baustelle da, man muss Zeit mitbringen, wenn man durch die Stadt will. Die aktuelle Verkehrsprognose finden Sie weiter unten.
Zeit sollten Sie sich auch für die sensationelle Impressionismus-Ausstellung im Museum Barberini nehmen. Mäzen Hasso Plattner hat hier seine Privatsammlung geöffnet, ich garantiere Ihnen ein ganz besonderes Kunst-Vergnügen. Und auch, wenn das Eröffnungswochenende gleich ausverkauft war, müssen Sie sich keine Sorgen machen, die Schau zu verpassen: Endlich hat das Barberini mit den Impressionisten eine eigene Dauerausstellung bekommen.
Nun steht natürlich zu hoffen, dass die Plattner'schen Privatwände nicht kahl bleiben. Falls er auf der Suche nach neuen Bildern ist, möchte ich ihm, und Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, gern das aktuellste Werk unseres Karikaturisten Jörg Hafemeister ans Herz legen - Sie finden es wie immer ganz am Ende dieses Newsletters.
Ob nun große Kunst oder kleiner Schmunzler, ich wünsche Ihnen eine schöne Woche. Bleiben Sie gesund und uns gewogen, den nächsten Newsletter finden Sie pünktlich am Freitag in ihrem Postfach.

Herzliche Grüße
Ihre
Saskia Kirf
Lokalredakteurin in Potsdam
PS: Für alle Newsletter-Abonnenten haben wir heute ein besonderes Angebot: Wir schenken Ihnen zwei Monate MAZ Plus gratis. Schauen Sie mal rein, es lohnt sich!

Wir schenken Ihnen zwei Monate MAZ Plus
Das Stadtgespräch

Foto: Friedrich Bungert
Foto: Friedrich Bungert
Die Ankündigung von Klinik-Chef Hans-Ulrich Schmidt sorgte stadtweit für Empörung: 340 von 481 Stellen in der Servicegesellschaft des Klinikums “Ernst von Bergmann” sind in Gefahr - zumindest, wenn das Bergmann in Zukunft tatsächlich, wie von der Politik beschlossen, nach TVöD bezahlen muss. Die Reaktionen der Stadtverordneten folgten prompt, der Ärger über die Drohung war enorm. Nun erklärt Schmidt im MAZ-Interview: Er zahlt gerne nach Tarif, doch dann muss die Stadt die Verluste auffangen. Und die seien immerhin siebenstellig - pro Jahr
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Die besondere Geschichte

Foto: Bernd Gartenschläger
Foto: Bernd Gartenschläger
Der Garten ist die letzte von vielen Geduldsproben, die Kirsten und Rolf Wissner draußen im Norden der Landeshauptstadt zu meistern hatten. Am Ufer des Jungfernsees haben sich die Eheleute ihren Traum erfüllt und zugleich an einem Stück Potsdam mitgebaut: Sie haben am Rande des aufstrebenden Wohngebiets rund um das Forschungs- und Entwicklungszentrum der Software-Schmiede SAP einen Flecken Land urbar gemacht und ein Haus gebaut. Oder wie sie sagen: eine Lebensaufgabe angenommen.
Alles, was auf ihrem Grundstück entstanden ist, haben sie selbst zum Leben erweckt. Weil sie ein Jahr lang einen Architekten suchten und keinen fanden, haben sie von den Ideen des Klassizismus getragen den Entwurf für das Haus selbst zu Papier gebracht. „Wir haben gebaut wie es sich für Potsdam gebührt“, sagt Rolf Wissner (65). SAP-Gründer Hasso Plattner hatte angeregt, sich auf die Potsdamer Klassiker Schinkel, Persius und Stüler zu besinnen. „Wir waren begeistert“, sagt Rolf Wissner. „Wir waren sofort auf dem Trip.“
Das Viertel am Jungfernsee gehört zu Potsdams jüngsten Wohnlagen. Nadine Fabian hat Wissners, die sich dort ihren Traum erfüllt haben, für unsere Serie "Potsdam ganz nah” besucht - eine Geschichte vom Neuanfang.
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Der kulinarische Tipp

Foto: Christopher Wecker
Foto: Christopher Wecker
Die heißen Sommertage sind vorbei - und mit den kühleren Temperaturen kommt auch die Lust auf herzhaftere Gerichte zurück. Wie wär’s zum Beispiel mit einem Schmorbraten? Zubereitet nach einem Rezept von Christopher Wecker, dem Spitzenkoch der Villa Kellermann, der uns in Corona-Zeiten quasi mit in seine Küche genommen hat.
Als Grundlage für den Schmorbraten empfiehlt er ein Stück Nacken vom Schwäbisch-Hällischen-Schwein. “Dieser Zuschnitt eignet sich hervorragend zum Schmoren, da er einen hohen Anteil an Fett hat, der das Fleisch sehr zart werden lässt”, erklärt Wecker. Als Beilage gibt es einen Kartoffel-Gurken-Salat, um das dunkle, doch eher mächtige Fleisch leicht und frisch zu begleiten.
Wichtig beim Schmoren: Geduld. “Am besten bereitet man das ganze Gericht inklusive dem Kartoffelsalat am Vortag zu”, rät Wecker. “So kann der Kartoffelsalat durchziehen und das Fleisch kann sich nach dem Schmoren entspannen und auskühlen, so dass man es am Folgetag perfekt portionieren kann und zudem genügend Zeit für die Soße hat.”
Lust auf Schmorbraten bekommen? Dann finden Sie hier das ganze Rezept vom Spitzenkoch.
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Verkehr aktuell

In dieser Woche brauchen Autofahrer in Potsdam vor allem eines – Geduld. Das gilt nicht nur für stau-bekannte Ecken. Denn neben dem Leipziger Dreieck und der Nutheschnellstraße heißt es zum Beispiel auch durch die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit anderswo in der Landeshauptstadt: Anstellen!
An der Alten Zauche gibt es beispielsweise eine Sperrung, an der Zeppelinstraße kriegen Radfahrer Probleme. Unsere gesamte Verkehrsprognose finden Sie hier.
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Unsere Entdeckung der Woche

Die Brandenburger Straße 53 im Jahr 1991. Foto: privat
Die Brandenburger Straße 53 im Jahr 1991. Foto: privat
Unsere Lokalredaktion hat zahlreiche Quellen für die vielen Nachrichten und Geschichten, die wir täglich liefern. Wie gut die Versorgungslage schon Anfang der 1990er Jahre war, habe ich am Sonntag erfahren. Da kramte ich auf einem Steglitzer Flohmarkt in alten Fotobüchern und stieß auf dieses Foto.
Es zeigt die Brandenburger Straße 53, direkt neben dem Karstadt-Kaufhaus. Direkt über der „Milchquelle“, einer mittlerweile verschwundenen Supermarkt-Kette, wurde jahrelang der Potsdamer Lokalteil der MAZ recherchiert und geschrieben – im Herzen der Stadt. Wie oft wohl damals Leser reingeschneit sind und uns ihre Anliegen erzählt oder Hinweise gegeben haben!? Das Foto, so viel verriet die Bildersammlung, die auch ein paar Eindrücke aus den Seitenstraßen enthielt, wurde demnach 1991 aufgenommen. Der gelbe Zettel an der Tür ist kaum lesbar: Mit der Lupe konnte ich erkennen, dass am Freitag zu einem Fest eingeladen wurde. Offener Hof? Ein Austausch bei einem Glas Milch?
Das Barockhaus in der Brandenburger Straße ist seitdem saniert worden – der dunkle Ockerton der Fassade wich einem zarten Grün. Aus der „Milchquelle“ wurde eine Parfümerie. Auch die Lokalredaktion hat ihren Sitz längst neben der MAZ-Druckerei in der Friedrich-Engels-Straße, unsere Arbeitsplätze (und Quellen) verteilen sich dagegen auf die ganze Stadt.
Flohmarktfund: Peter Degener
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Das besondere Foto

Am Abend des 4. September 2020 kam es gegen 21.30 Uhr zu einem Wasserrohrbruch an der Zeppelinstraße. Der Gehweg und ein Teil der Straße bleiben weiterhin gesperrt.  Quelle: Julius Frick
Am Abend des 4. September 2020 kam es gegen 21.30 Uhr zu einem Wasserrohrbruch an der Zeppelinstraße. Der Gehweg und ein Teil der Straße bleiben weiterhin gesperrt. Quelle: Julius Frick
Da muss man zweimal hinschauen, um zu erkennen, was es wirklich ist. Doch tatsächlich - da war plötzlich ein Stück Gehweg weg: Am Freitagabend kam es gegen 21.30 Uhr zu einem Wasserrohrbruch an der Zeppelinstraße in Höhe der Jet-Tankstelle stadtauswärts. Dabei wurden Geh- und Radweg sowie Teile der Zeppelinstraße überspült – ein Teil der Pflasterdecke stürzte ein. Wie die Stadtwerke informieren, wurden bei dem Vorfall zwei Menschen verletzt. Die Polizei präzisiert: Demnach haben zwei Radfahrer fälschlicherweise angenommen, dass es sich nur um eine Pfütze handeln würde – sie stürzten beim Versuch, diese zu durchfahren in das fast zwei Meter tiefe Wasserloch. „Beide wurden zum Glück nur leicht verletzt“, so die Polizei.
Der CDU-Stadtverordnete Wieland Niekisch nimmt den Vorfall zum Anlass, um ein altes Problem nochmal neu aufzuwerfen: das veraltete Rohleitungssystem in der Brandenburger Vorstadt. “Das, was sich eben in der Zeppelinstraße mit dem empfindlichen Sturz zweier Fahrradfahren wegen eines plötzlichen Straßenaufrisses ereignet hat, kann an vielen Stelle bei Starkregen in West und der Brandenburger Vorstadt passieren!”, so Niekisch. Er fordert die Einrichtung eines Sanierungsgebietes. “Muss”, so Niekisch, “noch mehr passieren? Mit kleinteiligen Maßnahmen bekommt man den immensen Verfall und Sanierungsstau nicht mehr in den Griff.“ 
Tatsächlich hat gerade die Brandenburger Vorstadt bei Starkregen immer wieder mit zum Teil heftigen Überschwemmungen zu kämpfen. Wir nahmen das schon im Juni 2019 zum Anlass, zu fragen: ”Braucht Potsdam ein besseres Abwassersystem?“ Stadtwerke-Sprecher, Stefan Klotz, erklärte im Namen der Energie und Wasser Potsdam (EWP), was genau das Problem ist und was dagegen unternommen wird
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Das ist los im Umland

Der Wildenbrucher Heiko Neupert will am Klostersee in der Gemeinde Kloster Lehnin eine Tiny-House-Siedlung errichten. Foto: Jens Steglich
Der Wildenbrucher Heiko Neupert will am Klostersee in der Gemeinde Kloster Lehnin eine Tiny-House-Siedlung errichten. Foto: Jens Steglich
Jetzt ist es raus: Deutschlands größte Tiny-House-Siedlung wird am Klostersee in der Gemeinde Kloster Lehnin entstehen. Der Wildenbrucher Unternehmer Heiko Neupert kauft dort für eine siebenstellige Summe einen Campingplatz, um auf dem Gelände direkt am Ufer des Sees ein Wohnviertel aus mobilen Häusern zu entwickeln. 67 Parzellen will er für die Häuser auf Rädern anlegen, die ihren Ursprung in den USA haben und dort auch als Ausdruck einer Gegenbewegung zu „Bigger is better“ gelten. In einem Tiny-House ist alles eingebaut, was man zum Wohnen braucht, nur auf kleineren Raum. Die kleinen Häuser will Neupert in seiner Firma auch selbst herstellen. Sie werden je nach Ausstattung und Größe zwischen 25.000 und 100.000 Euro kosten. 
Ronen Dovrat Bloch ist neuer Chefkoch im Resort Schwielowsee. Foto: Bernd Gartenschläger
Ronen Dovrat Bloch ist neuer Chefkoch im Resort Schwielowsee. Foto: Bernd Gartenschläger
In der Küche des Schwielowsee-Resorts steht ein neuer Chefkoch. Einer, der nicht nur viel zu kochen hat, sondern auch viel zu erzählen. Der aus Israel stammende Ronen Dovrat Bloch (49) arbeitete als Polizist im Dorgendezernat in Tel Aviv. Auf einer Reise nach Paris entdeckte er aber seine Leidenschaft und sein Talent für das Kochen. Er begann eine Ausbildung, kochte in St. Petersburg, Paris, Jerusalem und Tel Aviv. Nun verwöhnt er die Menschen am Schwielowsee mit seinen Kreationen aus polnischen, orientalischen und französischen Einflüssen.
Kein Märchen. Die Hotelbranche hat offenbar die Stadt Teltow als lukrativen Standort für ihre Gästehäuser entdeckt. Nachdem im Oktober das neue GINN-Hotel als Nachfolger des früheren Pentahotels an der Rammrathbrücke öffnen wird, schreitet der Innenausbau des künftigen Grimm’s Hotel am Kirchplatz sagenhaft voran. Der Name ist Programm. Grimm’s Hotel hat sein Marketing ganz auf das Motto Märchen ausgerichtet. Gerade deshalb trägt das Hotelrestaurant den Namen „Tischlein Deck Dich“. Grimm’s Hotel will neben Geschäftskunden vor allem auch Radtouristen ansprechen und ist vom ADFC bereits „Bett-&-Bike“-zertifiziert worden.
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Das Letzte kommt zum Schluss: Hafemeister

30 Jahre, 30 Tage und 30 Stationen - am Wochenende ist die Einheits-Expo in Potsdam eröffnet worden. Drei Jahrzehnte Einheit werden in der Stadt mit 30 Stationen zelebriert - allerdings stößt nicht alles, was sich die Verantwortlichen für die Feierlichkeiten ausgedacht haben - in der Stadt auf Begeisterung. Manches erntet sogar Spott - so wie das Einheits-Herz im Stadtkanal, das schon vor Eröffnung der Expo aus dem letzten Loch pfiff. Unseren Karikaturisten Jörg Hafemeister hat das Herz dennoch inspiriert. Das schreibt er zu seiner jüngsten Karikartur: “Schwarz-Rot-Gold bei Preußisch Blau - die Einheitsexpo feiert 30 Tage lang 30 Jahre Deutsche Einheit. Herzlichen Glückwunsch!”
Karikatur: Jörg Hafemeister
Karikatur: Jörg Hafemeister
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