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Grundstücksmarkt+++Corona-Mathematik+++Hilferuf des Café Kellermann

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Liebe Leserinnen und Leser,
wenn Sie im Supermarkt einkaufen, wissen Sie sofort, was jedes Produkt kostet. Beim Preisvergleich im Internet wiederum können Sie vor größeren Anschaffungen schauen, was der Markt so bietet. Aber wenn Sie eine Entscheidung fürs Leben treffen, ein Grundstück oder eine Wohnung kaufen wollen, fehlen schnell die Vergleichszahlen. Stellen Sie sich vor, an jedem Haus und jeder Eigentumswohnung in Potsdam hinge ein Preisschild.
Es gibt nun ein Internet-Portal, das fast alle Immobilien in Potsdam “ausgepreist” hat. Scoperty gibt Schätzwerte an und behauptet, damit Transparenz auf dem Immobilienmarkt zu schaffen. Ich hab mir die Preisschilder an Potsdamer Villen und Einfamilienhäusern angeschaut - und auch Makler um ihre Meinung gebeten. Hier lesen Sie, was die von der neuen Konkurrenz halten.
Noch kein Preisschild haben die letzten Parzellen für Eigenheime am Volkspark, die am Sonnabend auf den Markt kommen. Die Pro Potsdam vergibt die Grundstücke zum Höchstgebot. Das hat die städtische Immoblienholding schon vor 20 Jahren so gemacht. Im Schnitt lag der Erlös bei 179 Euro pro Quadratmeter. Diese Zeiten sind vorbei. Schätzen Sie mal, wie hoch die Kaufpreis-Erwartungen für die Filetstücke mit Parkblick mittlerweile liegen. Die Antwort lesen Sie hier.
Ich hab noch zwei Immobiliengeschichten für Sie. Die eine ist äußerst luxuriös, die andere tendenziös.
Zuerst die Tendenz: Es gibt die positive Tendenz, möglichst viele bezahlbare Wohnungen zu schaffen. Doch jetzt hat die Pro Potsdam ein verfallenes Denkmal am Park Sanssouci in Erbbaupacht vergeben wollen – und für die Ausschreibungskonditionen Kritik geerntet, wie ich kürzlich berichtet hatte. Nun habe ich das Ergebnis der Vergabe erfahren. Siehe da, Interessenten gab es trotz der Konditionen - und eine klare Ansage, warum die Pro Potsdam nicht einfach auf Geld in Millionenhöhe verzichten konnte.
Jetzt der Luxus: „Kongsnaes“ kennen Sie – die schöne, wiederaufgebaute hölzerne Schiffshalle im norwegischen Stil am Jungfernsee. Dazu gehören aber auch drei „Matrosenhäuser“, die lange verfallen sind. Jetzt sind die Häuser aufwendig saniert worden – und die MAZ durfte als Erste einen Blick hinein werfen. Die Wohnungen, die dort entstehen, sind allerdings nichts für Leute, die aufs Preisschild schauen müssen. Doch auch davon gibt es genügend, denn der Investor hat nicht mal Prospekte drucken lassen und dennoch eine Warteliste. Schauen Sie deshalb jetzt mit uns in die Matrosenhäuser von Kongsnaes hinein, denn wenn die Matrosenstation erst einmal fertig ist, drückt man sich höchstens noch von außen die „königliche Nase“ platt.
Ihr
Peter Degener
Redakteur der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Ich freue mich auf Ihr Feedback!
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Das Stadtgespräch

Foto: Bernd Gartenschläger
Foto: Bernd Gartenschläger
Ein vernichtendes Urteil fällt die Expertenkommission zur Aufarbeitung des Corona-Ausbruchs über das städtische Klinikum „Ernst von Bergmann“. Auf 115 Seiten seziert der vom Aufsichtsrat im Frühjahr 2020 eingesetzte Zirkel um die frühere Gesundheitsministerin und Ex-Stadtverordnete Anita Tack (Linke) und den Virologen Frank Hufert die damaligen Zustände am zweitgrößten Krankenhaus des Landes. Dabei gehen die Experten nicht nur mit dem Klinikum hart ins Gericht, auch die Stadtpolitik und die Verantwortlichen im Rathaus tragen laut Kommssion Verantwortung für das, was im Frühjahr im Klinikum passiert ist. Hier lesen Sie, was die sechs größten Missstände im Klinik-Skandal sind und wie meine Kollegin Anna Sprockhoff den Bericht bewertet.
Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) kündigt nach Veröffentlichung des Berichts an, dass es in Zukunft erneut „schmerzhafte“ Entscheidungen geben wird, wenn zwischen „der Wirtschaftlichkeit und den Anforderungen, die im Bericht beschrieben sind“ austariert werden müsse. Wie die Stadtpolitik auf den Bericht reagiert hat? Das lesen Sie hier.
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Die Corona-Lage

So berechnet man die Sieben-Tage-Inzidenz. Grafik: Detlev Scheerbarth
So berechnet man die Sieben-Tage-Inzidenz. Grafik: Detlev Scheerbarth
Achtung, jetzt geht es um Zahlen, um sehr viele Zahlen und um sich widersprechende Zahlen. Zunächst die aktuelle Situation: In Potsdam gibt es aktuell 4636 bestätigte Corona-Infektionen und mittlerweile 171 Tote seit Ausbruch der Pandemie - die Zahl der täglichen Neuinfektionen lag in den vergangenen Tagen deutlich niedriger als noch zu Jahresanfang. In der Folge ist die wichtige Sieben-Tage-Inzidenz auf 139,2 gefallen - und damit gibt es eine gute Nachricht: Potsdam ist wieder von der Corona-Leine. Die Regelung, wonach wir uns nicht weiter als 15 Kilometer von der Stadtgrenze entfernen dürfen, gilt aktuell nicht mehr. Wie das zu erklären ist, lesen Sie hier.
Aber es gelten neue Regeln, andere Regeln, strengere Regeln. Bund und Länder haben sich auf die Pflicht zum Tragen medizinischer Masken in Bus und Bahn sowie in Geschäften veständigt - Stoffmasken sind vielleicht schöner, reichen aber nicht mehr. Der Potsdamer Verkehrsbetrieb setzt das übrigens schon durch, bevor die entsprechende Landesverordnung in Kraft ist.
Sie warten auf noch mehr Zahlen? Dann lesen Sie bitte, wie meine Kollegin Saskia Kirf die Potsdamer Corona-Ampel erklärt. Wann springt sie auf Grün, Gelb oder Rot? Die Stadtverwaltung hat sich ein System aus mehreren Kriterien und Kennzahlen überlegt. Fazit: Je mehr Rot, um so strengere Regeln. Derzeit zeigt sie ein vieldeutiges Gelb - und am heutigen Freitag entscheidet das Rathaus etwa, ob am Montag die Kitas wieder öffnen dürfen.
Stimmen die Zahlen denn überhaupt? Immer wieder erreicht uns diese Frage, denn ausgerechnet die wichtige Sieben-Tage-Inzidenz, die die Durchschnittsneuinfektion einer Woche anzeigt, weicht bei Stadt und Robert-Koch-Institut erheblich von einander ab. Anna Sprockhoff hat bei der Stadt nachgebohrt, warum das so ist. Die etwas ernüchternde Antwort lesen Sie hier.
Und, haben Sie selbst Fragen rund um das Thema Corona, die Sie umtreiben? Dann stellen Sie diese doch einfach. Die MAZ beantwortet täglich die “Corona-Frage des Tages”, die unsere Leser uns übermittelt hat. Es gibt sogar etwas zu gewinnen. Hier können Sie Ihre Frage loswerden.
Text: Alexander Engels
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Hinter der Recherche

Uwe Kellermann bekommt keine Corona-Hilfen. Foto: Bernd Gartenschläger
Uwe Kellermann bekommt keine Corona-Hilfen. Foto: Bernd Gartenschläger
Der Gastronomie geht es generell schlecht, doch Uwe Kellermann geht es noch schlechter. Der Betreiber des Café Kellermann mit angeschlossenem Regioladen am Rathaus Babelsberg hat auf Youtube einen Hilferuf veröffentlicht. MAZ-Redakteurin Sarah Kugler hat das Video gesehen und mit dem Gastronomen gesprochen. Sein Problem ist bürokratischer Natur und kam für ihn vollkommen unerwartet: Er hat im Gegensatz zu vielen Kollegen in der Branche keinerlei Anspruch auf die Corona-Hilfen des Bundes. Nun sammelt er Spenden und baut auf die Potsdamer und Babelsberger zum Überbrücken des Lockdowns.
Auch das Café “Mr. und Mrs. Klitzeklein” mit Kinderbereich und Kursangebot im Babelsberger Konsumhof musste mittlerweile schließen, weil es keine Corona-Hilfen gab. Den zwei Gründerinnen Stephanie Voss und Jessica Heitepriem steht kein Geld auf Grundlage des Vorjahresumsatzes zu - denn sie hatten erst im November 2019 geöffnet. Dabei ging es so gut los: „Man hat gemerkt, dass den Leuten hier genau diese Angebot gefehlt hatte. Wir hatten uns einen Traum erfüllt“, erzählten sie der MAZ.
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Der kulinarische Tipp

Foto: Luzinha.de
Foto: Luzinha.de
Im tiefsten Winter sind es manchmal ganz kleine Dinge, die uns etwas Sonne an den Gaumen bringen: Südfrüchte, vielleicht ein besonderes Olivenöl, das an den Urlaub erinnert, frische Kräuter mit ihrem unvergleichlichem Aroma. Der Potsdamer Händler Luzinha – der Name ist portugiesich und bedeutet so viel wie kleines Licht – importiert diese Köstlichkeiten direkt aus Portugal, in Bio-Qualität und ohne weitere Umwege beim Erzeuger gekauft. Kistenweise Bio-Obst, Rosmarinsträuße und bestes Öl können entweder in Grube abgeholt oder bis an die Haustür geliefert werden. 
Tipp: Saskia Kirf
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Unsere Entdeckung der Woche

Quelle: https://www.facebook.com/Ulmen
Quelle: https://www.facebook.com/Ulmen
Christian Ulmen ist schon seit vielen Jahren Potsdamer, er lebt gemeinsam mit seiner Frau, der Schauspielerin und Moderatorin Collien Ulmen-Fernandes und den Kindern hier. In seiner TV-Serie “Jerks” spielt die Stadt eine große Rolle - schließlich verkörpern Ulmen und Fahri Yardim in den Hauptrollen und eine ganze Reihe von Top-Schauspielern in den Nebenrollen die ekeligst-mögliche Gruppe von Potsdam-Promis, die man sich vorstellen kann.
Außerhalb dieser Rolle ist Christian Ulmen aber offensichtlich ein schnafter Typ, wie ein von ihm bei Facebook und Instagram (allein dort folgen ihm mehr als 134.000 Menschen) gepostetes Foto zeigt: Auf dem Bild ist Ulmen zufolge eine Drehbuchkonferenz für “Jerks” zu sehen. Und er trägt er ganz selbstverständlich ein Trikot des Kiezclubs Babelsberg 03 und macht somit ordentlich Werbung für den Viertligisten. Schön!
Entdeckung: Saskia Kirf
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Bilderrätsel: Die Auflösung

Wo guckt das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo guckt das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Aufmerksam schaut das Reh aus dem Eichenlaub. Es muss sich vorsehen, denn eine Hausecke weiter hat ein Jagdhund womöglich schon die Witterung aufgenommen. Die Tierköpfe aus Terrakotta passen bestens zu dem Haus mitten im Wald am Stadtrand von Potsdam. Sie zeigen alljenen, die auf der B1 Richtung Geltow vorbeifahren an, dass es sich bei dem Gebäude um ein Forsthaus handelt - um das Forsthaus Südtor, um genau zu sein.
Es ist 1842 von Hofarchitekt Ludwig Persius als Dienst- und Wohngebäude für einen der Förster des Wildparks errichtet worden und nimmt die für Persius typischen italienischen Elemente auf. Im Hof gehörten Brunnen, Backofen und Hausgarten dazu – ganz genau wie bei den anderen Forsthäusern am Rande des Waldes und der Waldmeisterei in seiner Mitte, die ebenfalls nach Entwürfen des Architekten errichtet wurden. 2005 wurde das Forsthaus Südtor saniert und dient seitdem als Gasthaus „Alte Försterei“. Derzeit ist es wegen der Pandemie leider geschlossen.
An der Ecke des Forsthaus Südtor im Wildpark sitzt der Tierkopf. Foto: Peter Degener
An der Ecke des Forsthaus Südtor im Wildpark sitzt der Tierkopf. Foto: Peter Degener
Ein Spaziergang ist dort aber trotzdem möglich. Probieren Sie doch die Route, die die Stadtführerin Frauke Leßner den MAZ-Lesern kürzlich für die Zeit des Lockdowns ans Herz gelegt hat. Der Weg führt allerdings durch den östlichen Teil des Wildparks und nicht zu dem hier gesuchten Forsthaus Südtor, sondern beginnt und endet am Forsthaus Sanssoucitor an der Forststraße.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Entgegen dem Bundestrend verschärft sich die Corona-Lage in Potsdam-Mittelmark weiter. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist am Mittwoch auf einen neuen traurigen Rekordwert von 362,9 gestiegen. Bleibt er über 300 - am Donnerstag war es noch so - dann drohen nun auch im Landkreis Kita-Schließungen. Das sieht die neue Landesverordnung zur Corona-Eindämmung vor. Dass von den Eltern schon mal keine Kita-Beiträge mehr kassiert werden, wenn sie ihre Kinder selbst betreuen, haben die Städte, Ämter und Gemeinden am Donnerstag beschlossen.
94 Corona-Neuinfektionen und zwei Tote meldete die Kreisverwaltung am Donnerstagnachmittag. Damit steigt die Gesamtzahl der nachweislich infizierten Mittelmärker seit Pandemie-Beginn auf 4961. Hier geht es zu den täglich aktualisierten Zahlen für Potsdam-Mittelmark.
Das Firmengelände von Struik Foods. Foto: Friedrich Bungert
Das Firmengelände von Struik Foods. Foto: Friedrich Bungert
Es war mal eine Dosensuppenfabrik in Beelitz … so könnte die Geschichte beginnen, die nach dem Rückzug der Firma nun ein überraschendes Happy-End hat. Auf dem Gelände soll ein neues Wohngebiet entstehen. Das 2,7  Hektar große Areal an der Clara-Zetkin-Straße wurde von der Unternehmensgruppe Schielicke Bau erworben. Geplant sein der Bau mehrerer Mehrfamilienhäuser, hieß es am Donnerstag aus dem Beelitzer Unternehmen.
Gute Nachrichten auch aus dem Vogelpark Teltow: Die viel befürchtete Aufgabe des vor allem unter Familien beliebten Ausflugsziels ist abgewendet worden. Der kleine Privatzoo hat das vielen, vielen Spendern zu verdanken, die ihn unterstützen, hat Eigentümer Lothar Lübeck meiner Kollegein Konstanze Kobel-Höller berichtet. Es ist auch kaum nachvollziehbar, dass der Vogelpark geschlossen haben muss, währen etwa Zoo und Tierpark in Berlin geöffnet sind. Dafür gibt es noch ein paar mehr gute Nachrichten aus den Teltower Tiergehegen.
Text: Alexander Engels
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Unser Tipp fürs Wochenende

Regina Ebert kennt die Potsdamer Hinterhöfe. Foto: Julius Frick
Regina Ebert kennt die Potsdamer Hinterhöfe. Foto: Julius Frick
Der Lockdown dauert an. Wie gerne würden wir alle mal wieder shoppen gehen. Für uns selbst, für die Einzelhändler in der Innenstadt, die doch das Flair der Straßen zwischen den Stadttoren ausmachen! Dank der Potsdamer Stadtführerin Regina Ebert können Sie nun immerhin das Stadtzentrum noch einmal ganz neu entdecken. Regina Ebert hat für die MAZ-Leser ihr Wissen über die Höfe der Innenstadt ausgebreitet. Wer ihrer Route folgt, guckt nicht nur hinter die Fassaden der Brandenburger Straße - er kann auch zahlreiche der Karrees auf Wegen durchqueren, die nicht auf den ersten Blick erkennbar sind.
Die Route führt durchs Stadtzentrum - aber an unbekannte Stellen. Grafik: Gesine Thränhardt
Die Route führt durchs Stadtzentrum - aber an unbekannte Stellen. Grafik: Gesine Thränhardt
Die Details zum Weg und welche Tordurchfahrten wohin führen, lesen Sie in Folge 5 unserer Spaziergangs-Serie. Sie dürfen sich außerdem auf die nächste Episode freuen. Am Sonnabend geht es auf unserer Webseite und in der gedruckten MAZ auf sowjetischen Spuren durch die Jägervorstadt.
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Video: Marcus gibt seinen Senf dazu

Unser Videokolumnist Marcus Gude hatte einen Traum - einen Traum von zwei großen Gläsern Bier. Damit er sich die bald wieder in seiner Lieblingskneipe bestellen war, muss allerdings noch einiges passieren.
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 31
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 31
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