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Großbaustelle Zeppelinstraße+++Warnung vor Paket-SMS+++Veganes Sushi

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Liebe Leserinnen und Leser,
Ich hab ihnen ja am Dienstag berichtet, dass ich mich in Co-Quarantäne befinde – mein Kind war Kontaktperson eines bestätigten Corona-Falls. Mittlerweile liegt das Ergebnis des PCR-Tests aus dem Klinikum vor und glücklicherweise ist der Befund negativ. Genauso negativ ist allerdings die Entwicklung im Freundeskreis. Die Kleinen haben sich woanders angesteckt und gefühlt sind nun alle Nachbarn in meiner Straße auch in Quarantäne mit ihren Kindern. Wenn mein Junge also wieder raus darf in ein paar Tagen, hat er den Spielplatz für sich. Das Infektionsgeschehen in der Stadt ist nun wieder sehr „dynamisch“, wie es heißt. Zuletzt hat es eine ganze Kita erwischt, die nun komplett geschlossen wurde, und ich fühle angesichts meiner eigenen Lage im Homeoffice mit Kleinkind stark mit allen betroffenen Eltern mit.
Genauso fühle ich übrigens mit den Händlern in der Stadt. Die durften nun seit Mittwoch wieder öffnen und wir als Kunden sind sogar von der Testpflicht befreit. Doch so richtig Freude macht die Öffnung doch nicht, wenn die neuesten Zahlen schon erkennen lassen, dass vielleicht schon am Montag alles wieder vorüber ist. Denn sollte heute morgen die 100 geknackt sein und bis Sonntag nicht mehr absinken, greift die Notbremse wieder. Doch ich will es nicht beschwören und hoffe auf das beste.
Während es beim Impfen so gar nicht vorangeht, macht immerhin der Potsdamer Apotheker Ralf Alhorn Hoffnung. Er hält umfangreiche Tests für den besten Weg, um die Inzidenzen niedrig zu halten, bis die Impfquote merklich angestiegen ist. Ich habe Alhorn zu einem Interview im Freien getroffen und über Profi- und Schnelltests mit ihm geredet.
Haben Sie noch Lust auf ein paar andere Nachrichten, ganz unabhängig von Corona? Aber gerne doch: die Fans des historischen Potsdams haben doppelt Grund zur Freude. Der Förderverein des Potsdam-Museums ist mit seiner Sammelaktion für einen neuen Band mit historischen Fotos des Ateliers Eichgrün erfolgreich. Das Buch wird noch in diesem Sommer erscheinen. Und seit gestern ist die Ringerkolonnade zwischen Stadtschloss und Filmmuseum wieder ein Stück gewachsen. Mehrere Vasen und Putten, die mit Hilfe mehrerer Stiftungen restauriert wurden, schmücken die barocken Säulen nun. Für die Restaurierung der Ringer-Figuren wird dagegen noch gesammelt.
Und noch eine ungewöhnlich positive Nachricht aus Babelsberg: Dort sind die Menschen mit der Karl-Liebknecht-Straße so zufrieden, dass sie zusätzliche Bepflanzungen oder Bänke nicht für nötig erachten. Hätte ich nicht erwartet. Am anderen Ende der Stadt ist man mit der Zeppelinstraße dagegen nicht ganz so zufrieden. Aber was das Stadtgespräch in Potsdam West ist, lesen Sie am besten unten im Newsletter.
Ihr
Peter Degener
Redakteur der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Ich freue mich auf Ihr Feedback!
Das Stadtgespräch

Die Gleise entlang der Zeppelinstraße müssen erneuert werden. Foto: Feliks Todtmann
Die Gleise entlang der Zeppelinstraße müssen erneuert werden. Foto: Feliks Todtmann
Potsdam hat genügend Großbaustellen: Die Nuthestraße, das Leipziger Dreieck und ab Juni auch die Behlertstraße. An die Erneuerung der Langen Brücke, die irgendwann ansteht, erinnere ich Sie ebenso ungern, wie an die Bundesstraße 2 nach Krampnitz, wo in diesem Jahrzehnt noch einiges passieren wird. Jetzt gibt es aber einen ganz neuen Player im Reigen der Baustellen auf Hauptverkehrsadern. Die MAZ präsentiert: die Zeppelinstraße.
Diese Straße ist zwar noch ganz in Ordnung, die darin liegenden Tramgleise zum Luftschiffhafen aber müssen irgendwann erneuert werden. Das allein bedeutet jahrelange Arbeiten. Doch wenn man schon einmal an die Trasse geht, will die Stadt zumindest auch darüber nachdenken, ob man nicht gleich die ganze Straße neu betrachtet und womöglich anders aufteilt. Bis eine Entscheidung getroffen ist, werden die Anwohner in Potsdam vor allem mit dem Pflasterstreifen rund um die Gleise leben müssen, der ihnen durch darüberfahrende Autos nachts den Schlaf raubt.
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Die Corona-Lage

In dieser Woche hat es die Kita “Potsdam Kids” im Nuthewinkel erwischt: Sie musste nach mehreren Corona-Fällen komplett schließen. Dies gilt bis zum 23. April. Mit Stand Donnerstag sind sechs Erzieherinnen und drei Kinder positiv auf eine Infektion mit Sars-CoV2 getestet worden. Weitere Testserien folgen.
Weitere bestätigte Fälle meldet die Stadt zudem aus der Grundschule Bornstedter Feld, der Regenbogenschule Fahrland sowie der Sportschule. In Quarantäne befinden sich am Donnerstag in Kitas und Schulen 148 Kinder und 25 Mitarbeitende.
Am Donnerstagmorgen meldet das Brandenburger Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit in seinem Dashboard 20 neue Corona-Infektionen in Potsdam. Die Sieben-Tage-Inzidenz stiegt damit minimal auf 88,7.
Wenig hoffnungsvolle Nachrichten aus den Krankenhäusern: Im Bergmann-Klinikum liegen nun 16 Covid-19-Intensivpatienten - damit sit die erstet Intensivstation voll belegt.
Aufgestockt wurden bereits die Testmöglichkeiten in Potsdam. Am Mittwochmorgen öffnete eine neue Teststelle in der Turnhalle auf dem Rathaus-Campus (Zugang über Jägerallee).
Erfahren Sie täglich den aktuellsten Stand in der Pandemie-Entwicklung hier.
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Hinter der Recherche

Kriegen Sie auch solche SMS? Sie sind damit nicht allein. Foto: Bernd Gartenschläger
Kriegen Sie auch solche SMS? Sie sind damit nicht allein. Foto: Bernd Gartenschläger
Erwarten Sie ein Paket? Haben Sie es schon von der Paketstation abgeholt? Jetzt aber schnell, sonst geht es automatisch zurück. Keine Sorge, unter diesem Link hier können Sie die Frist verlängern….Moment! Haben Sie etwa geklickt? Wir raten zu großer Vorsicht bei solchen Nachrichten. Seit einiger Zeit hat das sogenannte „Smishing“ stark zugenommen. In der Lokalredaktion haben fast alle Kollegen seit März beinahe täglich SMS von unbekannten Handynummern bekommen, die uns auffordern irgendwelche Links zu klicken, weil dort angeblich Informationen zu Bestellungen warten. Tatsächlich wird bei einem Klick aber Schadsoftware auf Ihr Telefon heruntergeladen. Meine Kollegin Saskia Kirf hatte genug von den nervigen Nachrichten und rief bei der Polizei und der Verbraucherschutzzentrale an, um mehr über die Betrugsmasche zu erfahren. Lesen Sie hier, was sie herausgefunden hat. Und ja, Sie dürfen diesen Link (und alle anderen hier im Newsletter) getrost nutzen, denn anders als bei den Smishing-SMS kennen Sie den Absender.
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Der kulinarische Tipp

Veganes Sushi aus Potsdam von "Nori" in der Dortustraße. Foto: Potsdamliefert.de
Veganes Sushi aus Potsdam von "Nori" in der Dortustraße. Foto: Potsdamliefert.de
Wer bei Sushi im Jahr 2021 noch immer an rohen Fisch denkt, ist schiefer gewickelt als so manches Maki-Röllchen. Denn die japanische Spezialität kann längst auch vegan richtig gut sein. In Potsdam beweist das seit Neuestem das Restaurant Nori (benannt nach dem Seetang, der zum Sushi wickeln benutzt wird). Dort, wo früher in der Dortustraße 14 mit dem Happy Sumo Potsdams kleinster Sushi-Laden war, ist jetzt mit dem Nori nämlich Potsdams kleinster veganer Sushi-Laden. Neben überraschendem Gemüse-Sushi wie Funky Pumpkin steht auch Fake-Fisch auf der Karte, der Genuss ohne schlechtes Gewissen wegen Überfischung und sonstigen Umweltsauereien garantiert. Snacks wie Gyoza, Edamame und Kimchi runden das Angebot ab. Und wer trotz der Veggie-Alternative nicht auf Lachs und Thunfisch verzichten will, muss nicht traurig sein, denn das Happy Sumo arbeitet als sogenannte Ghost Kitchen für den Lieferdienst in gewohnter Qualität weiter.
Pandemiebedingt liefert Nori derzeit ausschließlich. Geöffnet ist Dienstag bis Freitag von 11 bis 21.30 Uhr, am Wochenende erst ab 15 Uhr. Hier gehts zur Speisekarte.
Tipp: Saskia Kirf
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Unsere Entdeckung der Woche

Berührungsempfindliche Zahlenfelder am "Rechenfenster" des Extaviums. Foto: Saskia Kirf
Berührungsempfindliche Zahlenfelder am "Rechenfenster" des Extaviums. Foto: Saskia Kirf
Wollen Sie zwischendurch mal ihren Kopf anstrengen? Oder den Ihrer Kinder? Das Mitmachmuseum „Extavium“ öffnet zwar frühestens am 30. April, bietet aber allen Vorbeilaufenden eine kleine Denksportaufgabe. Die Mitarbeiter haben an den Schaufenstern der Straße Am Kanal 75 ein „Rechenfenster“ eingerichtet. Dort gibt es mehrere berührungsempfindliche Zahlenfelder, auf denen man allein oder zu zweit gegeneinander antreten kann. Wer Lust auf Experimente und kindgerechte Wissensvermittlung hat, sollte sich den Youtube-Kanal des Extaviums genauer anschauen. Seit Beginn der Corona-Pandemie hat das Team 35 Videos erstellt, in denen Experimente für zuhause gezeigt und erklärt werden – von der Wolke in der Flasche über Bilder aus Zucker bis zum Mini-Feuerlöscher.
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Bilderrätsel: Wo ist das?

Wo bricht sich das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo bricht sich das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Das ist er – der vielbeschworene Bruch von Neu und Alt, von (Neo-)Barock und DDR-Architektur. Während es an anderen Stellen im Zentrum zugleich auch ideologisch an der Bruchlinie aufeinander knallt gilt hier: Die Nutzer beider Gebäudehälften kommen gut miteinander aus, denn sie gehören zur gleichen Institution. Die Mitarbeiter der gesuchten Einrichtung schauen sich übrigens einen anderen architektonischen Bruch im Stadtzentrum zwischen Ostmoderne und (Neoneo-)Barock gerade etwas genauer an. Aber nicht als Architekturkritiker. Sie prüfen ganz nüchtern die Zahlen und wenn sie den Blick aus den Büchern heben und einen Fensterplatz haben (egal ob im DDR-Teil oder im wilhelminischen Altbau), können sie diesen neuen Bruch tatsächlich sehen.
Wenn Sie die Antwort kennen, schicken Sie uns bis zum Sonntag, 18. April eine E-Mail mit dem Betreff “Bilderrätsel” an potsdam-newsletter@maz-online.de. Vergessen Sie Ihre Postadresse nicht, denn Sie können ein kleines Paket gewinnen.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Art-Fotoshooting in Beelitz-Heilstätten. Foto: ProSieben/Richard Hübner
Art-Fotoshooting in Beelitz-Heilstätten. Foto: ProSieben/Richard Hübner
Elf Models haben in der aktuellen Folge von Germany’s Next Topmodel in der ehemaligen Lungenklinik in Beelitz-Heilstätten um ihren Platz in den Top Ten gekämpft - und Konstanze Kobel-Höller hat aufgeschrieben, was dort passiert ist. Top-Fotograf diesmal: Kristian Schuller. Außerdem: Heidi Klum telefonierte mit ihrem Makler und Kandidatin Alex beunruhigte die anderen mit ihrem Wissen über die Vergangenheit der Location.
 Investor Thomas Mehnert auf dem Areal für das Quartier. Foto: Jens Steglich
Investor Thomas Mehnert auf dem Areal für das Quartier. Foto: Jens Steglich
Geglaubt hat daran zwischenzeitlich niemand mehr: Für den Wohnpark in Stücken gibt es einen neuen Investor, der noch dieses Jahr mit der Erschließung des Gebietes beginnen will. Das jahrzehntealte Projekt soll unter neuem Namen und anderen Vorzeichen realisiert werden, hat MAZ-Autor Jens Steglich. In die Lokalhistorie des kleinen Ortsteils der Gemeinde Michendorf ist das Vorhaben unter dem Begriff „Wohnpark Naeve“ eingegangen. Es ist eine Geschichte von Pleiten, Pech und Pannen, die nach 30 Jahren doch noch ein gutes Ende finden soll. Ein Problem gibt es aber noch.
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Unser Tipp fürs Wochenende

Keine Karten für Rembrandt bekommen? Gehen Sie doch mal ins Fluxus-Museum. Foto: Museum Fluxus+
Keine Karten für Rembrandt bekommen? Gehen Sie doch mal ins Fluxus-Museum. Foto: Museum Fluxus+
Nutzen Sie die Chance auf eine Ausstellung, solange es geht! Denn es gibt genau drei Museen in Potsdam, die tatsächlich wieder öffnen - das Museum Fluxus+, das Museum Barberini und das Filmmuseum (das allerdings erst am Dienstag wieder auf macht). Wir haben bei allen Museen gefragt, wo und wie Besucher an Tickets kommen und auch erklärt, wie die Perspektive bei den Schlössern in den Potsdamer Gärten ist. Diesen Überblick finden Sie hier.
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Video: Marcus gibt seinen Senf dazu

Unser Videokolumnist Marcus Gude meckert ja gern mal. In dieser Woche aber ist er (fast) rundum zufrieden, denn er hat sich in Potsdam ungesehen und wieder einmal festgestellt: Das ist ja echt schön hier. Das untermauern auch zwei aktuelle Umfragen in Babelsberg und in der Innenstadt, die die große Zufriedenheit im Kiez wie in der City zeigen. Kurz gesagt: Es gibt ein Potsdam-Gefühl in unserer Stadt. Gemeckert wird dann bestimmt in der kommenden Woche wieder.
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 43
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