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Flaschenpost der Liebe+++Neue Einschränkungen+++Luca-App für Potsdam

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Liebe Leserinnen und Leser,

haben Sie für dieses Jahr schon Urlaub gebucht? Oder geht es Ihnen wie mir und Sie träumen nur? Die Mehrheit der Potsdamerinnen und Potsdamer ist offenbar ebenfalls zurückhaltend und zögert noch mit der Reiseplanung, dennoch nehmen die Buchungen in den Potsdamer Reisebüros wieder zu. Und ja, auch hier gibt es aktuell einen Mallorca-Hype, wie mein Kollege Jan Boschaart herausgefunden hat.
Mir persönlich wäre ehrlich gesagt schon ein Kneipenabend mit Freunden Urlaub genug. Oder ein Wochenende mit der ganzen Familie, ein Theaterbesuch, eine durchtanzte Nacht. Doch das muss weiter warten, rückt wieder mal in ungewisse Ferne, denn die Infektionszahlen steigen - und Potsdam zieht die Reißleine.
Das heißt: Der Click-and-Meet-Einkauf ist in Kürze nur noch mit negativem Schnelltest gestattet, das Gleiche gilt für den Frisör- oder den Museumsbesuch, die Maskenpflicht wird wieder ausgeweitet - und ich fürchte auch die erste Schul- oder Kitaschließung ist nicht mehr weit entfernt. Steigt die Inzidenz über 100, ist es dann wieder gänzlich vorbei mit den gerade erst zurückgewonnen Freiheiten.
Zum Glück gibt es bei all den frustrierenden Aussichten in diesen Tagen auch noch gute Nachrichten, Geschichten, die das Herz berühren - und Menschen wie Bernhard Wilken. Der ist eigentlich Personalleiter der Deutschen Rentenversicherung, zuständig für 27.000 Mitarbeiter und gewiss nicht von Langeweile geplagt. Trotzdem hilft er im Potsdamer Klinikum aus, seit dort Hilfe händeringend gesucht wurde. Warum der Manager einmal pro Woche die Pflegekräfte auf der Covid-Station unterstützt und was er dabei erlebt? Das hat er meiner Kollegin Nadine Fabian verraten.
Und auch wenn es Ihnen - und ehrlich gesagt auch uns - manchmal so vorkommt, als dreht sich seit kurzem wieder mal alles nur noch um Corona - es gibt auch noch andere Nachrichten. Zur Zukunft der Real-Filialen in Teltow und im Potsdamer Stern-Center etwa. Zu der gescheiterten Beachvolleyball-Anlage im Volkspark. Oder zum Gäste-Ansturm am Seddiner See und einem zerstörten Biotop.
Weitere Nachrichten, Geschichten und Neuigkeiten mit und ohne Corona-Bezug lesen Sie wie gewohnt auf MAZonline.de. Der nächste Newsletter erscheint am Dienstag, bis dahin alles Gute und passen Sie auf sich auf!
Mit herzlichen Grüßen
Ihre
Anna Sprockhoff
Leiterin der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Ich freue mich auf Ihr Feedback!
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Das Stadtgespräch

Luca-App (links) und Corona-App. Foto: Peter Degener
Luca-App (links) und Corona-App. Foto: Peter Degener
Ist es die da, die da oder die da? Nein, es ist die Luca-App, mit der Potsdam besser aus dem Lockdown kommen will. Beworben wird sie von Rapper Smudo von den “Fantastischen Vier” - doch ist sie auch so fantastisch?
Immerhin soll sie ähnlich wie die Corona-App des Bundes den Gesundheitsbehörden dabei helfen, Kontaktpersonen von Sars-CoV2-Infizierten schneller zu finden. Je schneller, umso kürzer die Infektionskette.
Beispiel: Sie besuchen ein Geschäft. Dort scannen sie einen QR-Code mit ihrem Smartphone ein. Die App speichert Ort und Zeit - und gibt dies verschlüsselt an das Gesundheitsamt weiter. Wird ein Corona-Betroffener ermittelt, der ebenfalls dort war, sind Sie als Kontaktperson mit einer möglichen Infektion schneller zu finden.
Darüber hinaus kann die App die Ergebnisse von Corona-Tests speichern. Saskia Kirf hat sich das alles erklären lassen und ein FAQ für Sie zusammengestellt: alles zur Luca-App in Potsdam.
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Die Corona-Lage

Die Corona-Lage verschärft sich in der Landeshauptstadt: 38 Neuinfektionen meldete das Dashboard des Landes Brandenburg am Donnerstag, die Sieben-Tage-Inzidenz liegt nun bei 75,4. In den Potsdamer Kliniken werden 31 Patienten mit Covid-19 behandelt, neun davon intensivmedizinisch. Zugleich meldet das Land vier Todesfälle in Zusammenhang mit Corona – unklar ist aber noch, ob sie neu sind oder es sich um verzögerte Meldungen handelt. Die Corona-Ampel in der Landeshauptstadt Potsdam steht weiterhin auf Gelb.
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Die besondere Geschichte

Matthias Michel in seiner Jurte. Foto: Ingo Kniest
Matthias Michel in seiner Jurte. Foto: Ingo Kniest
Er war Systemelektroniker, jetzt ist er Staatschef und lebt zusammen mit Putin ein Leben im seelischen Gleichgewicht. Matthias Michel hatte irgendwann genug von seinem bisherigen Lebenslauf und setzte einen Plan B um, der beneidenswert ist. Michel ist vielen Potsdamern als „Landesvater“ des Nomadenlands im Volkspark bekannt. In einer der kirgisischen Jurten in der Viereckremise hat er MAZ-Autor Linus Höller erzählt, warum er seine bisherige Existenz aufgab und sich neu erfinden musste – und wie es ihm ein gutes Jahrzehnt später geht.
Haben Sie auch schon mal darüber nachgedacht, den alten Pfad zu verlassen und etwas völlig anderes zu tun? Gerade in der Corona-Pandemie überdenken viele Menschen ihre Ziele im Leben. In unserer Serie „Plan B“ stellen wir Menschen vor, die das Risiko eingegangen sind. Und wir suchen andere, die es gewagt haben oder gerade mitten im Sprung in ein neues Leben sind. Erzählen Sie uns von Ihrem Plan B und nehmen Sie unter potsdam-newsletter@maz-online.de Kontakt mit uns auf!
PS: Sie haben sich gefragt, inwiefern Matthias Michel eine besondere Verbindung mit Putin eingegangen ist? Das löse ich ausnahmsweise gleich hier auf: Das Nomadenland hat nicht nur einen Landesvater, sondern auch einen Landeskater.
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Der kulinarische Tipp

Apfel-Walnuss-Kuchen Foto: kaetheundagathe.de
Apfel-Walnuss-Kuchen Foto: kaetheundagathe.de
Es gibt Tage, die schreien förmlich nach Kuchen. Und zwar nach einem, wie Oma ihn früher gemacht hat, mit viel Butter und guten Eiern von glücklichen Hühnern. Genau darauf haben sich Käthe und Agathe spezialisiert. Der Kuchenlieferdienst aus Groß Glienicke wird betrieben von, so die Selbstauskunft, den “liebsten Omas aus Berlin und Brandenburg”, gebacken wird ausschließlich auf Bestellung und nach altbewährten Originalrezepten. Dabei haben die Damen im Seniorinnenalter aber den Anschluss an die Moderne nicht verpasst, neben Klassikern wie Käsekuchen haben sie auch Leckereien wie Mandelkuchen mit Knusperkruste, Karottenkuchen mit Frischkäsetopping oder veganen Apfelkuchen im Angebot. Besonders hübsch: das Corona-Spezial, bei dem ein Kchen an den Bestellenden und einer an einen freund geliefert werden kann. So klappt es auch mit dem Kaffeeklatsch über Zoom.
Tipp: Saskia Kirf
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Unsere Entdeckung der Woche

Foto: Robert Bernier
Foto: Robert Bernier
Robert Bernier ist auf den Geschmack gekommen. Nachdem er sich vor einiger Zeit wochenlang in seinem Studio im Kreativhaus Rechenzentrum einsperrte und dabei rund um die Uhr filmen (und füttern) ließ, während er Konzerte gab, hat der Potsdamer Entertainer jetzt ein neues Projekt angekündigt: eine Live-LateNight-Show. „Am Freitag startet meine erste Live-LateNight-Show, bei der ihr nicht nur einfach zugucken, sondern euch auch ins virtuelle Publikum setzen und aktiv in die Sendung einmischen könnt. Das wird wild“, hat der Musiker auf seinem Instagram-Kanal verkündet.
Heute können wir also die erste LateNight-Talkshow aus Potsdam mitverfolgen. Um 22 Uhr geht es los. Zuschauen kann man auf seinem Youtube-Kanal Robertberniermusic. Wer sich einmischen will und sozusagen im virtuellen Studio sitzen möchte, kann dies hier tun: spatial.chat/s/robertberniermusic. Dass Robert Bernier unterhaltsam ist, hat er in seiner selbstgewählten Endlos-Quarantäne als „NeverEndingRobi“ bewiesen – wir wünschen ihm daher ein großes Publikum für die Premiere heute Abend.
Tipp: Peter Degener
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Bilderrätsel: Die Auflösung

Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Eine Villa an der Havel – ein traumhafter Standort, aber ein Alptraum für viele Architekturfans. Bei ihrer Fertigstellung 2015 hat die „Anti-Villa“ am Krampnitzsee in Fahrland zahlreiche Reaktionen hervorgerufen. Das Haus stammt vom Architekten Arno Brandlhuber. Er hat eine kleine DDR-Textilfabrik umgebaut, anstatt sie abzureißen. Und er dem verbreiteten Ideal einer Villa als prächtigem Bau eine Absage erteilt. „Es geht um keinen Fall um Repräsentation“, sagt Brandlhuber. Es gibt zwar Panoramafenster mit Blick aufs Wasser – doch die wurden nicht auf dem Reißbrett nach klassischen Vorbildern, sondern mit dem Vorschlaghammer geschaffen.
Die Anti-Villa am Krampnitzsee. Foto: Peter Degener
Die Anti-Villa am Krampnitzsee. Foto: Peter Degener
Brandlhuber spricht von einem „wilden und unkontrollierten Prozess“, aus dem die Anti-Villa hervorging. Ihm als Architekten ist es wichtig, ein Bestandsgebäude nicht unnötig abzureißen, sondern es umzunutzen, sich anzueignen und etwas aus seiner Geschichte zu erhalten. So ist noch immer der graue Putz zu sehen, mit dem die einstige Näherei und Trikotagenfabrik VEB “Ernst Lück” vermutlich errichtet worden war.
Genutzt wird die Anti-Villa als Wohnsitz und Atelierhaus. Hier sollen kreative Charaktere zusammenkommen und werden sicher inspiriert - denn kaum einer bleibt von diesem Bau unberührt.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Foto: Jens Steglich
Foto: Jens Steglich
Alles beginnt an einem Sommertag im Jahr 1957. Heike Scheffler macht einen Dampfer-Ausflug auf dem Berliner Müggelsee und kommt auf die Idee, eine Flaschenpost im See zu versenken. Danach läuft das Leben weiter, als wäre nichts passiert. Bis eines Tages ihre Mutter fragt: „Sag‘ mal, wen kennst du in Paris?“ Eine Karte aus der Stadt der Liebe hat sie erreicht – gesendet vom Finder der Flaschenpost. Es ist der Anfang einer wundersamen Geschichte und einer großen Liebe. Aufgeschrieben hat sie mein Kollege Jens Steglich - meine absolute Leseempfehlung!
Foto: Konstanze Kobel-Höller
Foto: Konstanze Kobel-Höller
„Das hat schon seelische Schäden verursacht“, sagt Roland Lange, Leiter des Teltower Seniorenheimes „Lavendelresidenz“, darüber, dass seine Bewohner während Corona auf die gewohnten Besuche der Angehörigen verzichten müssen. Aber auch seine Mitarbeiter gehen seit einem Jahr an ihre Grenzen: Die Vereinsamung der Bewohner, die Forderungen der Besucher, die enormen geforderten Leistungen – das muss psychisch aufgearbeitet werden, sagt er im MAZ-Interview anlässlich eines Jahres Corona in Potsdam-Mittelmark.
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Unser Tipp fürs Wochenende

Foto: Bernd Gartenschläger
Foto: Bernd Gartenschläger
Regen am Sonntag, Wolken und Sonne im Wechsel am Samstag - wie wär’s also mit einem ausgiebigen Spaziergang. Mein Tipp: Drehen Sie doch mal wieder eine Runde auf der Freundschaftsinsel, denn die ist in dieser Woche dank dem Einsatz der städtischen Gärtner aufgeblüht. Und am Sonntag kann ich Ihnen für einen Tag zu Hause mit einem der vielen Potsdamer Podcasts ans Herz legen. Lust auf Geschichten von Babelsberg 03? Oder wollen Sie lieber in den “Lehrerzimmerplausch” reinhören? Oder doch lieber ein Ausflug in die Filmwissenschaft? Nichts dabei? Dann finden Sie hier eine Übersicht über weitere Potsdamer Podcast-Produktionen.
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Das steht nächste Woche an

Am Samstag wird die Potsdamer Innenstadt wieder einmal Schauplatz mehrerer Demonstrationen: Sowohl Corona-Leugner und Lockdown-Gegner als auch die Gegenseite, also die Verfechter harter Maßnahmen, haben für den frühen Nachmittag rund um den Lustgarten Veranstaltungen angekündigt. Am letzten Wochenende war eine angemeldete Veranstaltung kurzfristig abgesagt worden, im darauffolgenden Chaos spazierten die Teilnehmer dann aber ebenso unbehelligt wie unmaskiert durch die City.
Die Stadtpolitik darf sich in der kommenden Woche auf einen vollen Kalender freuen, eine Reihe von Fachausschüssen und auch der Hauptausschuss wird tagen. Im Bildungsausschuss wird die Verwaltung Stellung zum Stand der IT an den Potsdamer Schulen nehmen - schließlich haben noch immer viele Kinder keine Geräte, um am digitalen Unterricht teilzunehmen, auch die Schulen sind nur mangelhaft ausgestattet.
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Video: Marcus gibt seinen Senf dazu

Vermutlich ist Jens Spahn noch Gesundheitsminister, wenn Sie diesen Newsletter lesen. Auch Andreas Scheuer leitet das Ressort Verkehr weiterhin, beide zusammen bilden die Corona-Task-Force der Regierung. Unser Videokolumnist Marcus Gude versteht das nicht. Impfchaos, Testchaos, Vereicherung von CDU-Leuten, Aserbaidschan-Deals rund um Beatmungsgeräte - die Liste der Skandale ist lang. Zuletzt wurden auch in Brandenburger Schulen war die heißt ersehnten Schnelltests geliefert, allerdings waren die falschen Wattestäbchen dabei, die Tests sind ungeeignet für den Einsatz an Schulen. Marcus Gude platzt da der Kragen.
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 39
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 39
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