Familie Grün soll umziehen +++ Sex-Skandal am Rabbiner-Kolleg +++Kroatische Küche

#208・
Potsdam ganz nah
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Guten Morgen, liebe MAZ-Leserinnen und Leser!
Wann sind Sie das letzte Mal umgezogen? Erinnern Sie sich an das Chaos, die vielen gepackten Kisten und das Geschleppe? Nun, ein Umzug, der bald in Potsdam anstehen dürfte, wird für die betroffene Familie weniger anstrengend - und doch macht er viele Menschen traurig. Denn die beliebte Familie Grün soll ihren Stammplatz an der Brandenburger Straße verlieren.
Für Debatten sorgen auch Baupläne des Babelsberger Oberlinhauses. In der Glasmeisterstraße soll ein neues Viertel mit vielen sozialen Leistungen entstehen, aber der finanzstarke Projektpartner der Oberliner steht in der Kritik.
Viel Kritik musste das Potsdamer Rathaus zuletzt für den schlecht organisierten Bürgerservice einstecken. Seit Mitte April war der Besuch ohne vorherige Terminbuchung möglich. Das Angebot wurde sofort von der Potsdamer Bevölkerung gut angenommen. So gut, dass manche Wartenden vier Stunden und länger in der Schlange standen – wenige Tage später wurde das Angebot wieder ausgesetzt.
Was ist sonst in Potsdam wichtig? Die Stadt könnte eine zentrale Anlaufstelle für all jene erhalten, die zum Klimaschutz beitragen wollen, die für ihr Projekt Mitstreiter suchen oder sich einfach nur einen Überblick verschaffen wollen. Das T-Werk lädt zur Langen Nacht der freien Theater, außerdem wird der beliebte Geben-und-Nehmen-Markt am Wochenende wieder stattfinden. In Groß Glienicke wird bald in Containern unterrichtet und die aktuellen Ergebnisse der Forschung des Golmer Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie könnten eine wichtige Rolle für die künftige globale Ernährungssicherheit spielen.
Eine traurige Nachricht erreichte uns zum Wochenbeginn: Der Filmemacher Ulrich Weiß ist gestorben – nur wenige Wochen nach seinem 80. Geburtstag. Die Geschichte dieses ungewöhnliches Defa-Künstlers lesen Sie hier.
Abschließend möchte ich Ihnen noch dieses Interview ans Herz legen: Die Neurologen Martin Südmeyer und Claudia Pagenkopf vom „Ernst von Bergmann“-Klinikum sprechen über langanhaltende Folgen einer Infektion mit dem Corona-Virus. Welche Patienten sind von Post-Covid und Long-Covid betroffen? Und wie kann man vorbeugen? Alles zur aktuellen Coronalage in der Stadt lesen Sie übrigens hier.
Ich wünsche Ihnen nun viel Spaß beim Lesen dieses Newsletters. Bleiben Sie gesund und uns gewogen.
Herzliche Grüße,
Ihre Saskia Kirf,
Redakteurin in Potsdam.
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Kennen Sie schon unseren neu gestalteten Internetauftritt? Seit knapp einer Woche gibt es die digitale MAZ im neuen Gewand. Auch die neue Nachrichten-App der MAZ ist verfügbar. Falls Sie über ein Apple-Gerät verfügen, geht es zum Download hier entlang. Für Android-Geräte finden Sie den Link hier.
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Das Stadtgespräch

Rabbiner Walter Homolka, Rektor des Abraham-Geiger-Kollegs und Professor für Jüdische Religionsphilosophie an der Universität Potsdam, lässt seine Ämter ruhen.  © Quelle: Harald Oppitz/KNA
Rabbiner Walter Homolka, Rektor des Abraham-Geiger-Kollegs und Professor für Jüdische Religionsphilosophie an der Universität Potsdam, lässt seine Ämter ruhen. © Quelle: Harald Oppitz/KNA
Schwere Vorwürfe erschüttern das Abraham-Geiger-Kolleg (AGK) in Potsdam. In der renommierten Ausbildungsstätte für Rabbiner hat es offenbar einen nachgewiesenen Fall sexueller Belästigungen mit pornografischen Darstellungen gegeben – belastet wird der Ehemann von Rabbiner Walter Homolka, Gründer und Rektor des Uni-An-Instituts. Homolka selbst lässt seine Ämter nun ruhen.
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Die besondere Geschichte

  © Quelle: Julius Frick
© Quelle: Julius Frick
Plastiken, Leuchter, Möbel, Schmuck, Kron-Insignien, Bauelemente, Dekorationen – in der Schlösserstiftung sind drei Restauratoren nur für Metallobjekte zuständig. Manche sind sehr klein, andere riesig. Weil viele Details von Objekten verwittern, abbrechen und auch verloren gehen, müssen auch die Metallrestauratoren immer wieder kollektiv und oft mit gutachterlichem Rat entscheiden, ob der Verlust durch eine Neuanfertigung ersetzt wird oder als Verlust sichtbar bleiben soll. MAZ-Redakteur Rainer Schüler hat die Restauratoren in ihrer Werkstatt besucht.
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Der kulinarische Tipp

Die Kleine Grillplatte mit 2 Cevapcici,1 Kotelett,1 Scheibe Kalbsleber, Pommes frites,Djuvecreis und gemischtem Salat.  © Quelle: Bernd Gartenschläger
Die Kleine Grillplatte mit 2 Cevapcici,1 Kotelett,1 Scheibe Kalbsleber, Pommes frites,Djuvecreis und gemischtem Salat. © Quelle: Bernd Gartenschläger
Jugoslawische Restaurants gehörten zu den ersten internationalen Restaurant-Erfahrungen, die unsere MAZ-Genussexpertin Manuela Blisse machen durfte: Der Grillteller mit Cevapcici, Fleischspieß, Pommes frites sowie Djuvecreis, auch bekannt unter dem Namen Pola-Pola (halb und halb) waren damals Exotik pur. Und ein Gelüst hinterlassen hat, dem man einfach ab und an nachgeben muss- zum Beispiel im Potsdamer Restaurant Adriatic. Wie es ihr dort gefallen hat, lesen Sie hier.
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Verkehr in Potsdam

  © Quelle: Varvara Smirnova
© Quelle: Varvara Smirnova
Auf Potsdams Straßen gibt es auch in dieser Woche zahlreiche Einschränkungen. So wird die Pappelallee in Bornstedt für einen halben Tag gesperrt. Auch auf der Bundesstraße 273 gibt es eine Sperrung. Hier ist der Überblick über die wichtigsten Baustellen.
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Bilderrätsel: Die Auflösung

Wo ist das in Potsdam?  © Quelle: Peter Degener
Wo ist das in Potsdam? © Quelle: Peter Degener
Eine Frau sitzt auf der roten Bank, hat den Arm auf der Lehne ausgestreckt. Sie ist beinahe nackt, blickt ins Leere - und wirkt zwar nachdenklich, aber auch befreit. Zwei Namen hat dieses Kunstwerk: La Panchina Rossa - die Rote Bank - heißt es einerseits. Es handelt sich um ein Mahnmal gegen Gewalt an Frauen, das seinen Ursprung in Italien hat. Dort gibt es in vielen Städten mittlerweile rote Bänke, eine auch in Potsdams Partnerstadt Perugia.
An der dortigen Kunstschule hat man sich mit dem Thema auseinandergesetzt und eine Frauenskulptur auf die rote Bank gesetzt. Der Titel: “Senza Catene”, zu deutsch “ohne Ketten”. Seit dem Frauentag 2020 befindet sich eine Kopie dieser Bank auch in Potsdam im Foyer der Stadt- und Landesbibliothek am Platz der Einheit.
„Ohne Ketten“ heißt dieses Kunstwerk im Foyer der Stadtbibliothek.  © Quelle: Peter Degener
„Ohne Ketten“ heißt dieses Kunstwerk im Foyer der Stadtbibliothek. © Quelle: Peter Degener
„Die Frauenskulptur steht für die ursprüngliche Freiheit und ist versehen mit einem goldenen Tuch, das kostbar und notwendig erscheint. Letzten Endes ist es aber nur eine Fessel“, sagt Bernd Malzanini, der Vorsitzende des Freundeskreises Potsdam-Perugia. „Für die Kunstschaffenden ist die Skulptur auch Sinnbild dafür, dass Frauen sich selbst heute noch gegen die gesellschaftliche Dominanz von Männern wehren müssen.“
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

36,5 Millionen Umsatz mit Eigentumswohnungen in Kleinmachnow - Dahler & Company eröffnet Büro
Verlängerung der S-Bahn nach Stahnsdorf: Zug auf den Namen "Stahnsdorf" getauft
Bedarf für zentrale Unterbringung ukrainischer Geflüchteter wird steigen
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Hafemeister: Das Letzte kommt zum Schluss

Schon wieder werden alteingesessene Ossis verdrängt. Diesmal verlässt die Familie Grün die Brandenburger Straße. Das geschieht nicht kopflos, da die letzten Reparaturen alle fehlenden Teile ersetzt haben. Aber die drei Ureinwohner wollen auch nicht als Betonköpfe enden - die angedachte Betonnachbildung wird dem keramisch-zarten Gemüt der drei Urpotsdamer nicht gerecht und ist daher vom Tisch. Mal sehen, wo uns Familie Grün dann in Zukunft begrüßt.
Text und Karikatur: Jörg Hafemeister
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