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Familie Grün+++Konflikte im Volkspark+++Tierbabys

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser, Grün ist die Farbe der Saison oder doch zumindest dieser T
Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

Grün ist die Farbe der Saison oder doch zumindest dieser Tage – leider auch mit traurigen Nachrichten. Ich war schockiert, als ich am Sonntagmorgen erfuhr, dass die „Familie Grün“ nur wenige Wochen nach ihrer Rückkehr beschädigt wurde. Kopflos stand Frau Grün in der Fußgängerzone. Nach erstem Schrecken hat sich Gott sei Dank ergeben, dass der Schaden nur leicht ist und die Reparatur schon heute erfolgen soll.

Nach der ersten Wut, die viele empörte Potsdamer auf Facebook und anderswo in ihren Kommentaren geäußert haben, gibt es mittlerweile genug Anzeichen dafür, dass kein blinder Vandalismus die Ursache für den Schaden ist. Eher scheint es, als wäre die Figur so beliebt, dass jemand ein waghalsiges Foto machen wollte – und der Kleber des Keramik-Kopfes zu schwach war. Wer auch immer so in Frau Grün vernarrt war – er machte sich nicht Hals über Kopf aus dem Staub, sondern legte das lose Haupt von Frau Grün vorsichtig ab.

Die Debatte um fehlendes Grün an manchen Stellen der historischen Mitte hat seit dem Wochenende außerdem gleich drei spannende Reaktionen ausgelöst. Einerseits hat sich ein Anwohner des Alten Marktes bei uns gemeldet. Er kämpft um den Erhalt von sechs großen Linden, die seit einem halben Jahrhundert am Staudenhof stehen. Wenn der Wohnblock einst verschwinden sollte, könnten zumindest die Bäume bleiben, findet er.

Die zweite Reaktion auf den Mangel an Stadtgrün stammt von der Natur höchstselbst. Sie zeigt, was sie von den Bedenken im Grünflächenamt hält, wie sie weiter unten auf einem ungewöhnlichen Foto sehen können, das mein Kollege Rainer Schüler gestern gemacht hat. Drittens war die Grün-Debatte auch für Jörg Hafemeister der Impuls für seine neueste Karikatur, die Sie als Newsletter-Abonnenten hier wie gewohnt als erste zu sehen bekommen.

Und weil Grün auch die Farbe der Hoffnung ist, hoffe ich, dass Ihnen die Auswahl an Geschichten, die nun folgt, viel Freude bereitet.

Herzliche Grüße
Ihr
Peter Degener

Redakteur der Lokalredaktion Potsdam

PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Ich freue mich auf Ihr Feedback!

Das Stadtgespräch

Foto: Friedrich Bungert
Foto: Friedrich Bungert
Das Bergmann-Klinikum bleibt Stadtgespräch. Erst vermeldet das Krankenhaus selbst, dass man es erneut unter Deutschlands 150 beste Kliniken geschafft hat - vor der Corona-Pandemie. Dann spricht Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) im MAZ-Interview erstmals öffentlich über die Versäumnisse des Klinikums und seine ganz persönliche Vertrauenskrise in der Corona-Affäre. Und schließlich verkündet die Staatsanwaltschaft die lange erwartete Entscheidung: Es wird ermittelt. Der Verdacht: fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung. Was das genau bedeutet? Welche Konsequenzen das haben wird? Wie es nun weitergeht? Die wichtigsten Fragen und Antworten zu der Entscheidung der Staatsanwaltschaft lesen Sie hier.
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Die besondere Geschichte

Video: Rainer Schüler
Video: Rainer Schüler
Die drei Waschbären aus Potsdam waren erst drei Wochen alt, als man sie fand, jetzt sind sie sechs Wochen alt - aufgepäppelt von Karin Schneeberger. Mit den putzigen Tierchen hat sich die Mitarbeiterin der Potsdamer Tierrettung allerdings auch ein Problem ins Haus geholt. „Der Gesetzgeber sagt, Waschbären müssen der Natur entnommen werden und dürfen nicht dorthin zurück“, sagt Schneeberger. Bringt man die Babys also um? Im Gegenteil: Man päppelt sie auf und vermittelt sie. Mein Kollege Rainer Schüler hat die Potsdamer Tier-Aufpäppler besucht.
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Der kulinarische Tipp

Traditionell ist am Johannistag (24. Juni) Schluss mit Spargel. Dann werden die letzten Stangen gestochen, damit die Pflanzen Zeit haben durchzuwachsen, einen grünen Busch zu bilden und genug Kraft fürs nächste Jahr zu sammeln. Mir persönlich wird nichts fehlen, wenn es das Edelgemüse nicht mehr an jeder Ecke zu kaufen gibt - aber alle Spargel-Fans sollten die letzten Tage nutzen und noch einmal ordentlich zuschlagen.
Foto: Anna Sprockhoff
Foto: Anna Sprockhoff
Mein persönlicher Tipp: Genießen sie ihn ein letztes Mal in der grünen Variante - da werde sogar ich als Spargel-Skeptiker schwach. Wie wär’s mit Spargel-Schinken-Tortellini in einer leichten Weißwein-Sahne-Soße und gerösteten Sonnenblumen-Kernen? Sie mögen lieber die klassische Variante? Dann versuchen Sie doch mal statt weißem Spargel mit Kartoffeln und Schinken die Spargelsuppe nach dem Rezept von Spitzenkoch Christopher Wecker. Das Rezept des Kochs aus der Villa Kellermann finden Sie hier.
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Hinter der Geschichte

Die Konflikte um Lärm durch Freizeitsport im Volkspark sind ein Dauerthema in der MAZ. Weil der Stadtteil Bornstedt immer dichter wird und bei der Planung vor Jahren vieles vernachlässigt wurde, müssen die Bedürfnisse nun im kleiner werden Volkspark kompensiert werden. Ich habe mir am Montagmorgen alle Orte mit laufenden oder drohenden Konflikten angeschaut.
Foto: Peter Degener
Foto: Peter Degener
Gemeinsam mit Bornstedts Stadtteilkoordinator Christian Kube bin ich durch den Park geradelt. Wir haben die Betreiber des Kinder- und Jugendzirkus „Montelino“ getroffen. Sie ahnen, dass es zwar Sorgen der Anwohner gibt, aber von ihnen kaum Lärm ausgehen wird. Anders erging es dem Betreiber der Beachvolleyball-Anlage „Funfor4“. Er musste an einen neuen Standort ziehen – dort haben Anwohner erfolgreich verhindert, dass die Anlage gebaut wird. Was ich selbst als langjähriger Nutzer des Volksparks mit Schwermut gesehen habe, ist der ewig lange Bauzaun, der bisherige Parkbereiche abgeschnitten hat. Dort entstehen weitere Häuser.

Mit dem Layouter der Redaktion habe ich dann eine Karte entworfen, die einen Überblick über alle Konflikte an den Rändern des Volksparks gibt. Hier finden Sie das Ergebnis.
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Das besondere Foto

Foto: Rainer Schüler
Foto: Rainer Schüler
Wer beschwert sich über fehlendes Grün auf historischen Plätzen? Waren Sie in letzter Zeit mal auf dem Luisenplatz? Bis zum Wochenende war er noch Not-Parkplatz für Krankenhauspersonal, jetzt herrscht dort ein echter Dschungel. Zumindest, wenn man wie mein Kollege Rainer Schüler auch mal in die Knie geht. Aus der Ameisenperspektive sieht es nicht so aus, als würde es an großen Bäumen mangeln. Vielleicht macht das Foto aber auch nur deutlich, was an anderer Stelle fehlt. Doch ich vermute, hier wird ganz schnell abgeflammt und die Biodiversität wieder zugunsten denkmalgerechter Platzgestaltung zurechtgestutzt. Das ist auch in Ordnung, ich will nämlich richtige Schattenspender, die nicht nur Ameisen dienen.
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Das ist los im Umland

“Wenn ich mich infizieren würde, müsste ich Abschied nehmen von dieser Welt.” Egon Mücke hat Lungenkrebs, gehört zur Hochrisiko-Gruppe - und schreibt als einer von vielen Senioren aus Nuthetal über die Corona-Krise. Er gehört zum Kurs “Autobiografisches Schreiben” der Nuthetaler Akademie 2. Lebenshälfte, der wegen Covid-19 nicht so stattfinden konnte, wie ursprünglich geplant. Geschrieben haben Mücke und andere Teilnehmer trotzdem - über die Corona-Krise.

Die Temperaturen stimmen, das Wasser lockt - nur im Güterfelder Haussee hat die Gemeindeverwaltung Stahnsdorf das Baden pünktlich zum Sommerwetter verboten. Der Grund: ein Urteil des Amtsgerichts Schwalmstadt und ein Beschluss des Bundesgerichtshofes zu Haftungsfragen für kommunale Badestellen. Was es damit auf sich hat und ob das Badeverbot diese Saison noch umgesetzt wird? Den ganzen Fall lesen Sie hier.
Foto: Heinz Helwig
Foto: Heinz Helwig

Die Stadt Werder hat ein Graffiti-Problem. Und das ist mittlerweile so groß, dass Werders Erster Beigeordnete, Christian Große (CDU), für Hinweise auf die Täter jetzt eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt hat. Das sind im Vergleich zu den Kosten, die die Beseitigung der Schäden jährlich verursacht, Peanuts - denn die liegen laut Große im “fünfstelligen Bereich”. Mehrere Hinweise sind inzwischen bei der Stadt Werder eingegangen - sogar mit Fotos. Ob das am Ende auch zum erhofften Erfolg führt? Abwarten. Große sieht sich zumindest bestätigt: „Der Aufruf hat funktioniert.“
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Verkehr aktuell

Das Stau-Mantra wiederholt sich auch in dieser Woche. Die Nuthestraße ist wegen des Brückenneubaus über die Bahntrasse eingeschränkt, das Leipziger Dreieck wegen Umbaus ebenfalls. Hinzu kommen punktuelle Sperrungen einer Fahrbahn der Breiten Straße am Marktcenter, weil dort Leitungsarbeiten stattfinden.

Wer unbedingt mit dem Auto ins Zentrum will und normalerweise am Rechenzentrum in die Dortustraße Richtung Stadtkanal einbiegt, sei daran erinnert, dass die Dortustraße in dieser Richtung gerade gesperrt ist. Der Weg führt stattdessen über Schopenhauer- und Charlottenstraße ins Zentrum. 
Die gesamte Verkehrsprognose für die Woche lesen Sie hier.
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Das Letzte kommt zum Schluss: Hafemeister

Karikatur: Jörg Hafemeister
Karikatur: Jörg Hafemeister
Wie oben versprochen, hat sich auch Karikaturist Jörg Hafemeister dem fehlenden Grün der Neuen Mitte angenommen. Er sagt über seine Zeichnung: „Wer kennt sie nicht: die hölzernen Kummerkästen mit kränkelnden Krepelpflanzen am Lustgarten. Eine traurig-städtische Installation, die Baumbestand simulieren möchte. Klappt aber nicht. Frust- statt Lustgarten.“
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