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Familie Grün gerettet+++Skaterhalle kommt+++Italiener in Kleichmachnow

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Liebe Leserinnen und Leser,
schlagen Sie die Zeitung auf (oder klicken Sie auf das Lesezeichen zur MAZ in Ihrem Browser) - und erfreuen Sie sich an positiven Nachrichten! Ja, die gibt es - und gerade zum Wochenstart haben wir Potsdamer einigen Grund zur Freude.
Nachdem eine ganze Generation lang dafür gekämpft wurde, gibt es nun bald eine überdachte Skaterhalle in dieser Stadt - im Lindenpark soll sie als halboffenes Zelt (wie die Bühne der Berliner Waldbühne) errichtet werden, wie mein Kollege Volker Oelschläger exklusiv recherchiert hat. Er findet: Nur am Schallschutz darf man jetzt nicht sparen, um keine neuen Konflikte zu provozieren.
Noch eine gute Nachricht: Familie Grün ist gerettet. Wie Sie weiter unten im Detail lesen können (oder in der Karikatur von Jörg Hafemeister auf den Punkt gebracht erfahren), sollen die Keramik-Figuren noch einmal neu geschaffen werden - in stabilem Polymerbeton. Zur Rettung hat eine ganz ungewöhnliche Konstellation von Ehrenamtlern beigetragen.
Und weiter geht’s mit Engagement: Die Lehrerinnen und Lehrer der “Schule am Schloss” sind da ganz vorn dabei. Auch wenn ihre Gesamtschule nun nicht in die Nähe von Sanssouci kommt, sondern nach Krampnitz, wollen sie unbedingt mitgestalten. Der Planungsstart fand jetzt statt - und der Entwicklungsträger Potsdam hat der Schulleitung ein gewichtiges Versprechen gemacht.
Nun zum Ernst der Lage und in knappster Form die schlechten Nachrichten dieser Tage: Die Zahl der Suizide ist im ersten Corona-Jahr in Potsdam so hoch wie seit 15 Jahren nicht mehr gewesen.
Auch nicht gut: 36 groß gewachsene Bäume an der Babelsberger Franz-Mehring-Straße werden in diesen Tagen gefällt. Der Grund ist der schlechte Zustand der Gehwege, was seit Jahren für Anwohnerbeschwerden sorgt. Doch weil die Gehwege nun endlich erneuert werden, müssen die alten Bäume weichen. Immerhin: Es werden natürlich neue Bäume gepflanzt.
Hier noch eine Schlagzeile zum Schmunzeln aus den Behlerthöfen in der Berliner Vorstadt: Laternen der Pro Potsdam bringen Anwohner und Vögel um…die Nachtruhe. Wer dort wohnt, hat natürlich wenig zu lachen, denn die neuen Laternen sorgen für kurze Nächte und frühmorgendliche Konzerte der Singvögel.
Zurück zu freudigen Ereignissen: die katholischen Gemeinden Potsdams und Brandenburgs feiern jetzt ein ganz besonderes Jahr: Im Januar 1722 - vor genau 300 Jahren - wurde ihre Religion im protestantischen Brandenburg wieder offiziell erlaubt. Das hatte natürlich handfeste Gründe: Gewehrbauer aus dem belgischen Lüttich sollten in der Garnison arbeiten und dabei auch ihren Glauben ausüben. Das Jubiläumsjahr der Potsdamer Katholiken hat nun begonnen - die Hintergründe dazu lesen Sie hier.
Zum Schluss noch zwei Nachrichten, die je nach Perspektive als gut oder schlecht zu bewerten sind. Erstens: Zwischen Frust und Freude fühlt sich beispielsweise Markus Wicke, der Chef des Fördervereins des Potsdam-Museums. Im MAZ-Interview verrät er, wieso er das Gefühl hat, dass das von ihm unterstützte Haus in der Potsdamer Politik “wie auf einem Verschiebebahnhof” nur ein Spielball der Politik ist, obwohl mit dem “Haus der Demokratie” gerade eine neue Option für eine Erweiterung des Museums debattiert wird.
Zweitens: Die Bilanz des Potsdamer Ordnungsamts des letzten Jahres ist auch so eine zweischneidige Sache: Weil Corona im Vordergrund stand, gab es weniger Kontrollen bei Temposündern und Falschparkern - da hat manch einer wie ich vielleicht auch mal Glück gehabt beim schnellen Gang zum Bäcker. Doch dafür sind auch die Einnahmen in der Stadtkasse geringer. Und wir wollen uns als Stadt die guten Nachrichten doch auch leisten können.
Ihr
Peter Degener
Redakteur der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Wir freuen uns auf Ihr Feedback!
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Das Stadtgespräch

Sascha Krämer und Leon Troche haben sich für Familie Grün eingesetzt. Foto: Varvara Smirnova
Sascha Krämer und Leon Troche haben sich für Familie Grün eingesetzt. Foto: Varvara Smirnova
Eine gute Nachricht zum Beginn der Woche: Das beliebte, aber zerbrechliche Keramik-Kunstwerk “Familie Grün“ in der Brandenburger Straße kann endlich nachhaltig gegen Vandalismus gesichert werden. Die Potsdamer Stadtverordneten Leon Troche und Sascha Krämer, der Stadtschloss-Verein und die Verwaltung haben eine Kopie des zerbrechlichen Keramik-Kunstwerks aus Polymerbeton auf den Weg gebracht. Sie soll noch 2022 aufgestellt werden, wie die MAZ exklusiv erfuhr.
Was Polymerbeton ist und wo den selbst die Schlösserstiftung schon für Figuren im Welterbe nutzt, lesen Sie hier.
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Die Corona-Lage

Potsdam hat am Wochenende neue Corona-Rekordwerte erreicht. Am Samstag waren 199 Fälle gemeldet worden. Am Sonntag kamen in Potsdam 129 Neuinfektionen hinzu – so viele wie noch nie an einem Sonntag. Am Montag meldete die Stadt wie schon seit Wochen keine neuen Fälle. Dennoch reißt Potsdam inzwischen den landesweiten Durchschnitts-Inzidenz-Wert: Brandenburg meldete am Montag eine Inzidenz von 518. In Potsdam liegt sie zum Wochenstart bei 551,3. 
Zudem ist Omikron weiter auf dem Vormarsch: Mehr als 66 Prozent der im städtischen Klinikum “Ernst von Bergmann” sequenzierten Proben weisen inzwischen die ansteckendere Omikronvariante aus. Und auch in den Krankenhäusern steigt die Zahl der Covid-Patienten zum Wochenstart wieder. Am Montag wurden in Potsdam 36 Covid-Patienten stationär behandelt, davon 14 intensivmedizinisch. 
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Die besondere Geschichte

Der Tonkünstler Peter Eichstädt an der Potsdamer Spieluhr. Foto: Julius Frick
Der Tonkünstler Peter Eichstädt an der Potsdamer Spieluhr. Foto: Julius Frick
Wie klingt Brandenburg, welche Geräusche prägen das Land? In Potsdam ist es für den Tonkünstler Peter Eichstädt „ganz klar in erster Linie der Verkehr: die Straßenbahn, hupende Autos, ein ständiger Lärmpegel, der dich den ganzen Tag begleitet“. Im Umland seien es „Naturgeräusche. Das Muhen der Kühe. Vogelgezwitscher und im Herbst der Vogelzug. Landregen ist auch immer präsent. Und Kirchenglocken fallen auf.“
Jetzt heißt es: Handy raus und Mikrofon an. Eichstädt baut ein Geräuscharchiv für Brandenburg auf. Dabei setzt er auf breite Unterstützung aus der Tiefe des Landes. Und er plant ein zweites Geräusch-Projekt, das für einen wichtigen Zweck auf ganz persönliche Erinnerungen abzielt.
Wie jedermann mit dem Handy helfen kann, lesen Sie hier.
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Verkehr aktuell

Leipziger Dreieck, Behlertstraße, Nutheschnellstraße: In dieser Woche drohen in Potsdam an den bekannten Stellen Stau und stockender Verkehr. Weiterhin müssen Sie zudem in der Rudolf-Breitscheid-Straße zwischen Paul-Neumann-Straße und Reuterstraße mit Behinderungen rechnen. Dort wird das Regen- und Schmutzwassersystem neu geordnet, umfangreiche Sperrungen sind notwendig.
Den vollständigen Verkehrsbericht der Woche lesen Sie hier.
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Der kulinarische Tipp

Gianni ist Inhaber des "Noi2due" in Kleinmachnow. Foto: Bernd Gartenschläger
Gianni ist Inhaber des "Noi2due" in Kleinmachnow. Foto: Bernd Gartenschläger
Es ist ein recht ruhiges Eckchen in Kleinmachnow, das im Spätsommer 2016 zum Refugium für „italienische und mediterrane Köstlichkeiten“ erklärt wurde - nun stattete unsere Gastro-Expertin Manuela Blisse dem “Noi2due” einen Besuch ab. Was gut gefiel: Wohlfühlen, guten Wein trinken und auch nur mit Vorspeisen einen schönen Abend haben können, damit punktet das Noi2due. Was nicht so gut gefiel: Etwas mehr Moderne in der Komposition und Anrichtung der Teller, das ist auch mehr zeitgenössisches Italien. Die ausführliche Gastro-Kritik lesen Sie hier.
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Unsere Entdeckung der Woche

Der Potsdamer Künstler Christoph Tschernatsch. Foto: Peter Degener
Der Potsdamer Künstler Christoph Tschernatsch. Foto: Peter Degener
Anstelle von Schuhreparaturen bietet die Potsdamer Charlottenstraße 100 jetzt Kunst. In der Pop-Up-Galerie „Blitztauf“ sind in schneller Folge Potsdamer Künstler wie Christoph Tschernatsch zu sehen. Die Ausstellungen sind täglich außer sonntags von 14 bis 18 Uhr kostenfrei zugänglich. Aktuell werden die Bilder des erst 20 Jahre alten Christoph Tschernatsch gezeigt, der aus Potsdam stammt und nun nach seinem Abitur am Humboldt-Gymnasiums Kunst auf Lehramt an der Berliner Universität der Künste (UdK) studiert. Am Freitag um 16 Uhr ist schon die nächste Vernissage.
Entdeckung: Peter Degener
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Bilderrätsel: Die Auflösung

Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Die Kirche, der Dorfkrug und der Eingang in den Schlosspark liegen auf der linken Straßenseite – und auf der rechten hat die freiwillige Feuerwehr ihr Domizil. Die dörfliche Idylle auf der Hauptstraße am Ortseingang von Marquardt wird durch nichts getrübt – nicht einmal durch hässliche Verteilerkästen. Was oftmals grau am Straßenrand herumsteht, ist hier gelb wie Glindower Ziegel bemalt und fällt kaum ins Auge. Vom richtigen Standort aus verschmelzen die Kästen mit der Wand des alten Marquardter Feuerwehrgerätehauses.
Die freiwillige Feuerwehr in Marquardt. Foto: Peter Degener
Die freiwillige Feuerwehr in Marquardt. Foto: Peter Degener
Den richtigen Farbton getroffen haben die Graffiti-Künstler von ART-EFX. Seit rund zwei Jahrzehnten schmückt die Babelsberger Firma langweilige oder gar hässliche Pump-Stationen, Trafo-Häuschen und ganze Hauswände mit thematisch passenden Motiven und bunten Kulissen – nicht nur in Potsdam oder Brandenburg, sondern in der ganzen Welt. Allein in Deutschland haben die Künstler über 4000 Trafo-Stationen optisch aufgewertet – die erste davon befindet sich auf dem Stahnsdorfer Südwestkirchhof.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Lichterspaziergänge: Wie Kommunen im Umland auf den Corona-Protest reagieren
Landratswahl in Potsdam-Mittelmark geht in die heiße Phase
Musik in Mittelmark: Stahnsdorfer in Jury von Hiphop Award
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Hafemeister: Das Letzte kommt zum Schluss

Karikatur: Jörg Hafemeister
Karikatur: Jörg Hafemeister
MAZ-Karikaturist Jörg Hafemeister freut sich über die überraschende Lösung für Familie Grün: “Mal kopflos, mal Arm ab - die Keramik der Familie Grün ist offensichtlich nicht vandalismusresistent. Die Rettung: Polymerbeton! Und so freuen sich die drei Potsdamer Ureinwohner über einen schönen Schulterschluss zwischen dem Stadtschloss-Verein, den Stadtverordneten Leon Troche und Sascha Krämer sowie der Stadtverwaltung. Klingt doch auch schon fast familiär!”
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