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EWP erhöht Preise+++Brandenburger ohne Weihnachtsmarkt+++Grundstein für Synagoge

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Liebe Leserinnen und Leser,
der 8. November 2021 ist als großes Datum in die Geschichte der Stadt Potsdam eingegangen. Wer hätte gedacht, dass der Bau einer repräsentativen Synagoge im Stadtzentrum je beginnen wird, wenn man sich die Vorgeschichte anschaut. Doch jetzt hat der Bau begonnen - mit einer symbolischen Grundsteinlegung am Vortag des Jahrestags der Reichspogromnacht. Die höchsten Vertreter der jüdischen Religion im Land waren zugegen, Kulturministerin Manja Schüle (SPD) nannte es “den glücklichsten Moment ihrer Amtszeit”.
Der Bau einer neuen Synagoge für Potsdam wurde in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einer Odyssee für die Beteiligten. Einen Überblick, wieso das Projekt sich so lange hingezogen hat und wie der gordische Knoten des Streits am Ende durchschlagen wurde, hat MAZ-Redakteurin Ildiko Röd verfasst.
Auch eine andere religiöse Nachricht gibt es aus Potsdam: Heute soll der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland neugewählt werden. Zu den Kandidaten gehört auch ein Mann, der in Potsdam wohlbekannt ist – der Chef des Oberlinhauses, Matthias Fichtmüller. Morgen wird übrigens die Oberlinrede gehalten, bei der stets hochkarätigen Redner gewichtige Worte zu gesellschaftlichen Themen im Kreis von Christentum, Inklusion und Pflege finden. Diesmal werden die Regisseure Wim Wenders und Volker Schlöndorff sprechen. Es ist zudem die erste Oberlinrede nach der schrecklichen Bluttat, bei der vier hilfsbedürftige Menschen im Oberlinhaus ermordet worden waren.
Doch bis zur Rede am Mittwoch vergeht noch ein Tag - der 9. November, der in der Deutschen Geschichte für Wut und Jubel, Schande und Stolz gleichermaßen steht. Revolution, Putsch, Pogromnacht und zuletzt der Fall der Berliner Mauer sind mit dem Datum verbunden. Eine besonders schöne Erinnerung an den Mauerfall können Sie weiter unten im Newsletter lesen. Sie handelt von der Potsdamer Fotografin Monika Schulz-Fieguth.
Drei kurze Themen zum Schluss: Es gibt eine frohe Botschaft aus Sanssouci. Dort sollen in einem wissenschaftliche Projekt die Bäume für trockene Sommer gerüstet, ja geradezu geimpft werden. Wie das gelingen soll, erfahren Sie hier.
Aus dem Norden Potsdams hat die MAZ ein ganzer Schwung Leserbriefe zu einem Thema erreicht - die geplante Autobahnraststätte “Havelseen”. Genauer: das Interview von Brandenburgs Autobahnchef Ronald Normann. Die klaren Aussagen des Ingenieurs kamen in den betroffenen Ortsteilen beiderseits der A10 gar nicht gut an: “Selbstherrlich und arrogant” war der Tenor. Hier können Sie die heftigen Reaktionen nachlesen.
Und abschließend noch etwas, das wirklich jeden Potsdamer betrifft: Sie haben es vermutlich geahnt, aber die steigenden Energiepreise machen auch vor der Energie & Wasser Potsdam (EWP) nicht halt. Das kommunale Unternehmen scheute sich jedoch seit Wochen, konkrete Pläne für Preisanpassungen zu bestätigen. Die MAZ erfuhr nun allerdings, was auf die EWP-Kunden zukommt. Gas und Fernwärme werden Anfang 2022 teurer - es sei denn, man gehört zu einer besonderen Gruppe von Mietern. Ich wünsche Ihnen, dass Sie zu dieser gar nicht so kleinen Gruppe gehören!
Und nun viel Spaß mit dieser Ausgabe des Newsletters, die schon etwas weihnachtlicher ist, als ich es bei Beginn der Arbeit daran erwartet hatte.
Peter Degener
Redakteur der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Wir freuen uns auf Ihr Feedback!
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Das Stadtgespräch

Die Fußball-Profi-Tanne aus Neu Fahrland für den Luisenplatz am Haken. Foto: Rainer Schüler
Die Fußball-Profi-Tanne aus Neu Fahrland für den Luisenplatz am Haken. Foto: Rainer Schüler
Der Lichterglanz auf der Brandenburger Straße fällt in diesem Jahr aus. Der längste und größte Weihnachtsmarkt Potsdams wird stattdessen auf den Luisenplatz und den Bassinplatz in zwei Hälften getrennt. Veranstalter Eberhard Heieck ist darüber nicht glücklich. Doch der Krisenstab der Stadt hat entschieden, dass alle Besucher des Marktes registriert werden müssen - und das geht nicht in der Fußgängerzone. Was stattdessen an den beiden Enden der Brandenburger Straße geplant ist, hat Eberhard Heieck dem MAZ-Reporter Rainer Schüler erzählt.
Und der hat zugleich noch eine weihnachtliche Promigeschichte entdeckt: Auf dem Luisenplatz steht seit gestern nämlich eine stolze Tanne aus dem Vorgarten eines echten Fußballprofis. Der Ex-Borusse René Tretschok - mehrfacher Deutscher Meister und sogar Champions League-Sieger - wohnt nämlich in Neu Fahrland. Im Vorgarten hat er nun wieder ordentlich Platz, wie ein Video der MAZ beweist - und Potsdam hat einen schönen Baum.
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Die Corona-Lage

In den Schulen grassiert das Coronavirus. Bei den Kindern zwischen 5 und 14 Jahren liegt die Inzidenz mittlerweile bei etwa 600. Immer mehr Klassen müssen in Quarantäne. Der Kita-Elternbeirat der Stadt sorgt sich vor dem nächsten Corona-Winter - und hat Ideen, wie die vierte Welle bei den Kleinsten gebrochen werden könnte. Auch die Inzidenz in der Gesamtbevölkerung liegt mit etwa 190 so hoch, wie seit Januar nicht mehr.
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Die besondere Geschichte

Fotos: Monika Schulz-Fieguth/Varvara Smirnova/privat
Fotos: Monika Schulz-Fieguth/Varvara Smirnova/privat
Der 11.11. um elf Uhr elf. Für die meisten Menschen ist das gleichbedeutend mit dem Auftakt zur Karnevalssaison. Für die Potsdamerin Monika Schulz-Fieguth wird dieses spezielle Datum aber immer eine andere Bedeutung haben; immer verbunden sein mit den rasanten Umwälzungen des Wendeherbstes 1989. Zu dem Zeitpunkt kam es zu einem persönlichen Wunder und unerwarteten Wiedersehen mit ihrem Bruder. Und weil Monika Schulz-Fieguth Fotografin ist, gibt es spannende Bilder von diesem Moment - und vom Abräumen der Grenzanlagen rund um Potsdam. Eine Auswahl ihrer Fotos ist nun an das Potsdam-Museum gelangt.
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Der kulinarische Tipp

Foto: S.H.exclusiv - Fotolia
Foto: S.H.exclusiv - Fotolia
Mit Weihnachten kommen Dekorateure und Verkäufer gefühlt immer früher um die Ecke. Die Lebkuchen gibt es seit August, das Plastikgrün hängt auch schon an den Laternen rund um die Brandenburger Straße. Es gibt aber ein weihnachtliches Detail, das Sie tatsächlich schon jetzt vorbereiten sollten – den Stollen. Wer damit zu lange wartet, kann ihn erst zu Ostern so richtig genießen.
Ein besonderes Stollenrezept hat uns übrigens Manfred Schubert verraten. Der Vater des Potsdamer Oberbürgermeisters Mike Schubert (SPD) backt jedes Jahr gleich acht Stollen. Letztes Weihnachten war die Familie pandemiebedingt aus Sicherheitsgründen erstmals nicht beieinander. Doch Papas Stollen tröstete ein wenig darüber hinweg. Hier verraten wir alle Details der Zubereitung. Unter dem Link finden Sie zudem auch zwei lohnenswerte Rezepte für weißen Glühwein und norddeutschen Grünkohl.
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Verkehr aktuell

Vorsicht in der Leipziger Straße - die Fahrtrichtung hat hier gedreht. Foto: Rainer Schüler
Vorsicht in der Leipziger Straße - die Fahrtrichtung hat hier gedreht. Foto: Rainer Schüler
Ab diesem Dienstag gibt es eine wichtige Änderung im Potsdamer Verkehr. Die Vollsperrung der Leipziger Straße endet - und wer aus Hermannswerder, Caputh oder Michendorf kommt, muss nun nicht mehr den Umweg über den Brauhausberg nehmen.
Die Leipziger Straße ist ab heute als Einbahnstraße Richtung Hauptbahnhof wieder freigegeben. Radfahrer können mit breiten Radstreifen in beide Richtungen erfahren. Nun geht es dafür am Brauhausberg weiter, wie Sie hier im Detail lesen können.
Den Überblick über alle Einschränkungen und Baustellen auf Potsdams Hauptstraßen gibt es wie gewohnt hier.
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Bilderrätsel: Wo ist das?

Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Rote Ziegel liegen in der Rasenfläche. Ihr Zweck erschließt sich nur, wenn man etwas Abstand hält oder ihrem Weg folgt und erkennt, was hier markiert wird. Parktaschen sind es jedenfalls nicht, auch keine Grundstücksgrenzen. Wie so oft in Potsdam sind es die Spuren der Geschichte, die an diesem Ort heftig zugeschlagen hat und ihn zumindest eines Teils seiner Geschichte beraubt hat. Man muss es in Potsdam wohl schon ungewöhnlich nennen, dass niemand die Idee verfolgt, hier wieder historische Tatsachen zu schaffen. Ein Glück – es würde einer anderen Wiederaufbau-Leistung die Schau stehlen.
Wenn Sie die Antwort kennen, schicken Sie uns bis zum Sonntag, 14. November, eine E-Mail mit dem Betreff “Bilderrätsel” an potsdam-newsletter@maz-online.de. Vergessen Sie Ihre Postadresse nicht, denn Sie können ein kleines Paket gewinnen.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Coronasituation in Mittelmarks Schulen chaotisch - Quarantäne für viele Klassen
Agro Saarmund will mit Michendorf Modellprojekt wagen
Einbahnstraßen: Das neue Verkehrskonzept für Geltows Norden
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Hafemeister: Das Letzte kommt zum Schluss

Karikatur: Jörg Hafemeister
Karikatur: Jörg Hafemeister
Der Weihnachtsmarkt auf der Brandenburger Straße ist abgesagt. Das schockiert sogar unseren Karikaturisten Jörg Hafemeister: “Blauer Lichterglanz, echter Budenzauber und die ellenlange Brandenburger - alle drei als Weihnachtsmarkt verkleidet, ein schier unverwüstlicher Dauerbrenner, der nun schon zum zweiten Mal von einem neuen Dauerbrenner vereitelt wurde. Corona scheint kein Freund des längsten Weihnachtsmarktes der Stadt. Da kriegt "Alle Jahre wieder” langsam einen ganz neuen Klang. Und der ist nicht eben weihnachtlich….“
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