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Echte Hoffnung auf Lockerungen+++Hinter der Defa-Kamera+++30 Jahre EvB

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Liebe Leserinnen und Leser,
schauen Sie sich das Titelbild dieses Newsletters an - ich habe es seit Monaten nicht benutzt, weil es unpassend gewesen wäre. Aber jetzt - jetzt steigt doch die Hoffnung, dass wir am Pfingstwochenende das Mittagessen nicht zum Mitnehmen bestellen und womöglich auf einer Bank am Bassinplatz essen. Oder das frisch aus dem Fenster gezapfte Bier nicht mit dem Hintern auf dem kühlen Sims eines Erdgeschossfensters trinken, sondern in einem Stuhl mit Sitzpolster, an einem Tisch, mit Bedienung. Das wäre doch was! Diese Lockerungen stehen in Aussicht.
Sogar eine Dampferfahrt ist ab Samstag wieder möglich. Die Weisse Flotte stockt ihren Linienbetrieb auf und fährt dann beispielsweise nach Werder. Ganz glücklich ist Flottenchef Jan Lehmann darüber aber nicht. Linienfahrten sind nämlich erlaubt, Ausflugsfahrten aber nicht. Also muss er auf die Einnahmen des Bordrestaurants verzichten - und duldet das mitgebrachte Picknick der Passagiere an Deck.
Damit die Corona-Fallzahlen auch weiter niedrig bleiben, hat jetzt das Testen von Kita-Kindern begonnen. Theoretisch zumindest, denn die Träger warten größtenteils noch immer auf die für den 10. Mai angekündigte Lieferung von Tests durch die Landesregierung. Sie wissen noch nicht einmal, ob sie am Ende, Spuck- Nasen- oder Gurgeltests erhalten, wie mein Kollege, MAZ-Redakteur Rainer Schüler, bei einer Umfrage unter den Kita-Betreibern erfuhr.
Er hat auch eine andere Geschichte für Sie gefunden und aufgeschrieben. Achtung, niedlich! Und mutig! Was macht die Feuerwehr, wenn die arme Hauskatze sich bis in die obersten Spitzen eines Baumes verkriecht und nicht einmal die Drehleiter mehr hilft? Dann wird Robert Blankenburg zu Hilfe gerufen. Der Baumkletterer hat der MAZ gezeigt, wie er schnell und sicher in die Baumwipfel kommt.
Zum Schluss möchte ich Ihnen noch etwas zum DEFA-Jubiläum ans Herz legen. Nachdem schon wochenlang das 75. Jubiläum der DDR-Traumfabrik in Babelsberg mit einem Blick auf das filmische Erbe gefeiert wurde, hat jetzt eine zweite kleine Serie begonnen. Die Potsdamer Lokalredaktionporträtiert in den nächsten Tagen eine Reihe von Mitarbeitern der DEFA aus ganz unterschiedlichen Gewerken und gewährt damit einen Blick auf den Arbeitsalltag hinter den legendären Filmen.
Den Auftakt macht Ulrich Kling, der langjährige Produktionsleiter des Dokumentarfilmstudios der DEFA. Dieser Teil des großen Filmbetriebs hatte seinen Sitz genau dort, wo der Propagandachef der Sowjets in Deutschland gestern vor 75 Jahren die Lizenz “zur Herstellung von Filmen aller Art“ an eine Gruppe Filmschaffender übergab – in den Althoff-Studios in der Straße Alt Nowawes. In einer zweiten Episode haben wir Uwe Fleischer aufgesucht - der Chef der Special-Effects-Abteilung ließ uns in seine Trickkiste blicken und teilte Erinnerungen mit uns - etwa an "den größten Spiegeltrick aller Zeiten”.
Viel Spaß und bleiben Sie gesund,
Peter Degener
Redakteur der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Wir freuen uns auf Ihr Feedback!
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Das Stadtgespräch

Protest gegen die Schließung im Fenster des Potsdamer Arbeitsgerichts. Foto: Bernd Gartenschläger
Protest gegen die Schließung im Fenster des Potsdamer Arbeitsgerichts. Foto: Bernd Gartenschläger
Das Potsdamer Arbeitsgericht wird verschwinden. Noch vor dem Landtagsbeschluss am Mittwoch ist das nun klar. MAZ-Redakteur Volker Oelschläger hat die hiesigen Landtagsabgeordneten aus den Reihen der Regierungskoalition gefragt, ob sie dem Gesetzentwurf in der letzen Fassung zustimmen oder sich in die Opposition einreihen und für den Standort Potsdam kämpfen. Doch Fehlanzeige. Damit wird es in der Landeshauptstadt mit seinen wachsenden Fallzahlen vor dem Arbeitsgericht nur noch sogenannte Gerichtstage geben.
Die MAZ dokumentiert die Haltung aller Potsdamer Landtagsabgeordneten - in Regierung und Opposition - hier noch einmal in einer Übersicht.
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Die Corona-Lage

Der Countdown läuft: 86,0… 84,3… 71,0… 66,0… Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt in Potsdam seit dem Ende der vergangenen Woche stetig. Für die brandenburgische Landeshauptstadt wurden von Freitag bis Montag insgesamt „nur“ 65 neue Covid-19-Infektionen bestätigt – so viel gab es in der Woche davor fast allein am Freitag. Die dritte Corona-Welle scheint abzuebben. Wenn es so weiter geht und heute sowie am morgigen Mittwoch – also an fünf aufeinanderfolgenden Tagen, der vergangene Sonntag nicht mitgerechnet – der Inzidenz-Wert unter 100 liegen, dann werden pünktlich zu Pfingsten die strikten Corona-Regeln in Potsdam gelockert.
Ganz konkret: Bleibt die Inzidenz so niedrig, könnte bereits am Freitag, 21. Mai, in Potsdam die Außengastronomie öffnen, kulturelle Open-Air-Veranstaltungen mit bis zu 100 Menschen und gemeinsamer Sport wären möglich. Hoffen wir, dass uns die Freude auf ein coronamäßig entspannteres Pfingstwochenende heute und morgen nicht durch verspätete Testergebnisse vom Himmelfahrts-Wochenende genommen wird.
Text: Hajo von Cölln
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Verkehr aktuell

Die Brücke der Nuthestraße in Zentrum Ost wird in diesen Tagen abgerissen. Foto: Bernd Gartenschläger
Die Brücke der Nuthestraße in Zentrum Ost wird in diesen Tagen abgerissen. Foto: Bernd Gartenschläger
Auch in dieser Woche gibt es in Potsdam wegen Baustellen an zahlreichen Stellen Behinderungen im Straßenverkehr.
Dauerbrenner wie die Friedrich-List-Straße bleiben uns jedenfalls erhalten: Sie ist wegen des Abrisses der Hochstraßenbrücke noch bis Mittwoch, 6 Uhr, in diesem Abschnitt voll gesperrt. Zeitgleich ist auch die Abfahrt von der L40 auf die Friedrich-List-Straße stadteinwärts gesperrt.
Auf der L 40 stehen wegen des Baus an den Hochstraßenbrücken stadteinwärts zwei Fahrspuren, stadtauswärts aber lediglich eine Fahrspur zur Verfügung.
Die Friedrich-Engels-Straße ist unter den Schnellstraßenbrücken auf eine Fahrspur eingeengt. Der Verkehr wird per Ampel geregelt.
Unabhängig von diesen Dauer- und Großbaustellen gibt es diese Woche noch weitere Verkehrseinschränkungen auf Potsdamer Hauptstraßen - hier ist der gesamte Überblick.
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Die besondere Geschichte

Eine Ampel am eigenen Gartenzaun? Das gibts in Leest. Foto: Feliks Todtmann
Eine Ampel am eigenen Gartenzaun? Das gibts in Leest. Foto: Feliks Todtmann
Einen Stern, der seinen Namen trägt, hat Thorsten P. aus Leest, einem Ortsteil von Werder (Havel) nicht. Wohl aber eine eigene Ampel.
Bis er aus dem Auto gestiegen ist, den Schalter betätigt hat, sich wieder hinter das Steuer gesetzt hat, vom Hof gefahren ist und sein Tor geschlossen hat, ist die Ampel längst wieder rot und Thorsten P. in seiner Ausfahrt gefangen. Mein Kollege Feliks Todtmann hat sich das mal genauer angesehen und gefragt, ob Thorsten P. wohl schon rotsieht.
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Hinter der Recherche

"Excellenz Wirkl. Geh. Rat Professor Dr. Ernst von Bergmann und seine Assistenten in der Königl. Klinik Ziegel-Straße" lautet die Bildunterschrift in der Illudtrierten Berliner Leben - Zeitschrift für Schönheit und Kunst, Ausgabe 9/1906. Quelle: R.Siegert/Berliner Leben
"Excellenz Wirkl. Geh. Rat Professor Dr. Ernst von Bergmann und seine Assistenten in der Königl. Klinik Ziegel-Straße" lautet die Bildunterschrift in der Illudtrierten Berliner Leben - Zeitschrift für Schönheit und Kunst, Ausgabe 9/1906. Quelle: R.Siegert/Berliner Leben
Jedes Kind in Potsdam kennt den Namen Ernst von Bergmann. Aber wer war der Mann eigentlich? Vor genau 30 Jahren bekam das frühere Bezirkskrankenhaus auf Beschluss der Stadtverordneten den Namen Bergmanns. Grund genug für meine Kollegin Saskia Kirf, sich auf eine Spurensuche zu begeben. Herausgekommen ist diese schöne Geschichte, die einem der berühmtesten Ärzten des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts auf seinem hoch spannenden Lebensweg folgt. Übrigens: Falls Sie die letzte Ruhestätte Bergmanns besuchen wollen, finden Sie eine genaue Wegbeschreibung ebenfalls im Text. Diese befindet sich nämlich auch in Potsdam.
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Unsere Entdeckung der Woche

Zaun-Ausstellung in der Jutestraße in Babelsberg. Foto: Alexander Engels
Zaun-Ausstellung in der Jutestraße in Babelsberg. Foto: Alexander Engels
Bunte Bilder an Kindergärten - okay, das ist jetzt nicht sooo außergewöhlich. Trotzdem musste ich neulich in der Babelsberger Jutestraße unwillkürlich stehen bleiben und noch einmal zurückgehen, um richtig hinzuschauen. Denn am Zaun der Fidl-Kita “Pittiplatsch” hängen zurzeit nicht einfach Bilder. Dort hängen Botschaften - eine Ausstelllung zum Thema Kinderrechte mit Bildern, auf denen die Kita-Kinder ihre Gedanken zu verschiedenen Themen gemalt haben. Zum “Recht auf Schutz vor Ausbeutung” sehe ich ein Mädchen auf einer Blumenwiese unter blauem Himmel oder zum “Recht auf Schutz vor Recht auf Krieg” sind grüne Strichmännchen mit Waffen - wahrscheinlich Soldaten - gemalt, andere bunte Strichmännchen liegen am Boden. Kinder machen sich eigene Gedanken zu vermeintlich schwierigen Themen. Wir sollten ihnen besser zuhören - zum Beispiel am Kindertag in zwei Wochen, aber nicht allein dann. Nicht umsonst wird derzeit über die Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz diskutiert.
Entdeckung: Alexander Engels
Bilderrätsel: Die Auflösung

Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Acht breite Arme dienten seit den Achtziger Jahren als Rutschen. Zwischen den zwei dicken Augen aus Granit und am „Rücken“ des runden Objekts führten Treppen hinauf. Doch die „Große Krake“ des Kunsthandwerkers Johannes Bürger ist kein Spielgerät mehr. Der Magnus-Zeller-Platz wurde 2004 umgestaltet, die Rutsche zu einem Brunnen. Aus den Treppen hinauf wurden Kaskaden, auf denen nun das Wasser hinabfließt. Kinder planschen höchstens im flachen Becken rings um das Wassermonster.
Der "Große Krake" am Magnus-Zeller-Platz am Schlaatz. Foto: Peter Degener
Der "Große Krake" am Magnus-Zeller-Platz am Schlaatz. Foto: Peter Degener
Der exotische Krake ist ein Außenseiter am Schlaatz, wo alle Straßen und Höfe nach Greifvögeln, Bäumen und Wassertieren benannt sind, die in unserer Region auch beheimatet sind. Doch der Exot ist nicht allein. Das Eingangstor zum Schlaatz bekam im Gegensatz zu allen Straßen in der Nähe den Namen eines Malers. Der Platz wurde nach dem Expressionisten Magnus Zeller (1888-1972) benannt. Immerhin ist der im Gegensatz zum Kraken in der Region heimisch: Er verbrachte einen Großteil seines Lebens in Caputh, wo er auch Ehrenbürger war. In Potsdam wird er geehrt, weil er nach 1945 zu den kulturellen Aktivisten der ersten Stunde gehörte und den Kulturbund mit aufbaute.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Die Corona-Lage in Potsdam-Mittelmark gibt jeden Tag mehr Hoffnung auf ein Krisenende. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt seit Freitag unter 50 und die Zahl der Neuinfektionen sinkt tendenziell. Für die drei Impfstellen in Bad Belzig, Treuenbrietzen und Lehnin sind sogar noch Impftermine freiaber nur für bestimmte Personengruppen, hat mein Kollege Thomas Wachs erfahren. 2000 Dosen Johnson&Johnson oder Astrazeneca werden dort pro Woche gespritzt.
Umstrittene Ruine in Töplitz. Foto: privat
Umstrittene Ruine in Töplitz. Foto: privat
Loch an Loch und hält doch … ja, aber wie lange noch? Das fragen sich viele Töplitzer. Denn im Ort auf dem Weg zum kleinen Dorfstrand steht eine Ruine, die seit 30 Jahren vor sich hin verfällt. Abreißen kann man sie nicht einfach. Sie ist Privateigentum. Doch für die Verkehrssicherheit hat der Landkreis nun die Straße an der Stelle gesperrtund die Hoffnung auf einen Abriss wächst, hat MAZ-Reporterin Annika Jensen herausgefunden.
Text: Alexander Engels
Das Letzte kommt zum Schluss: Hafemeister

Karikatur: Jörg Hafemeister
Karikatur: Jörg Hafemeister
Manchmal ist die Lösung so einfach. Dank MAZ-Karikaturist Jörg Hafemeister gibt es jetzt einen allseits anerkannten Umgang mit dem Müllproblem im Potsdamer Welterbe. Er selbst sagt dazu:
„Potsdam ist berühmt für seine Parks“ warb einst der Lindenpark in Babelsberg. Leider sind die Parks inzwischen auch berühmt für achtlos liegen gelassenen Müll. Ein paar Unerschrockene haben jetzt Bierbüchsen, Pizzakartons und anderen Partyresten den Kampf angesagt. Aufgerufen haben sie dazu in einer Facebook-Initiative. Fazit: Es besteht also noch Hoffnung in Sachen Müllvermeidung – sowohl für die Parks als auch für Facebook.
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