Profil anzeigen

Corona-Partys+++Potsdams Nordwesten+++Villa Tummeley

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Liebe Leserinnen und Leser,

diese Woche möchte ich Sie gern entführen. Vergessen Sie für ein paar Stunden Corona und Kontakt-Beschränkungen, Alltagssorgen und Stress - und lassen Sie sich von uns mit auf die Reise nehmen in den Potsdamer Nordwesten. Entdecken Sie das gallische Dorf Sacrow, kommen Sie mit auf die Schweinewiese nach Grube, tauchen Sie ab in die Welt der Wissenschaften in Golm oder steigen Sie ein in die Geschichte des Bornstedter Felds.
Der dritte Teil der großen MAZ-Serie “Potsdam ganz nah” bietet Ihnen viele spannende Geschichten und Bildergalerien aus dem jungen Norden der Stadt, Sie können auf virtuelle Zeitreise gehen und Potsdam in Zahlen entdecken. Einen kleinen Vorgeschmack bietet Ihnen unser kleines Video aus den Stadtteilen Bornim, Nedlitz, Bornstedt, Sacrow, Eiche, Grube und Golm etwas weiter unten im Newsletter. Einen Gesamtüberblick mit allen Geschichten finden Sie hier.
Erstaunliches gibt es außerdem aus dem Potsdamer Süden zu berichten. Denn dort, im Kirchsteigfeld, ist ein Balkon förmlich abgebrochen, sackte immer weiter ab - zum Erschrecken des Mieters. Verletzt wurde zum Glück niemand, doch die Frage, die der Eigentümer Vonovia nun klären muss, ist heikel: Was, wenn das Problem nicht nur den einen Balkon betrifft, sondern alle? Der Gutachter hat sich am Montag auf die Suche nach Antworten gemacht.
Sorgen, die sich die künftigen Eigentümer der Luxuswohnungen in der Villa Tummeley in der Berliner Vorstadt vermutlich nicht machen müssen. Wobei, wer weiß? Heftige Risse im Mauerwerk tauchten im Juni 2019 auch dort auf, Schuld könnte - so hieß es damals von Experten - der Bau einer benachbarten Tiefgarage sein. Doch die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes geht fleißig weiter - ebenso wie der benachbarte Orangerie-Neubau. Wie dort der aktuelle Stand ist, wann die Häuser endlich fertig und die sündhaft teuren Wohnungen bezugsfertig sind, lesen Sie hier.

Was es sonst noch Neues gibt? Trotz Partyverbot sollen die Dreharbeiten für den Hollywood-Film „Matrix 4“ mit einem großen „Teamevent“ in den Babelsberger Filmstudios zu Ende gegangen sein. Studio Babelsberg versichert allerdings: Das sei alles nur Teil von Dreharbeiten gewesen. Die Stadt bittet nun zur Anhörung.
Alle weiteren Neuigkeiten aus Potsdam und Umgebung finden Sie wie gewohnt auf MAZ-online.de. Ihnen wünsche ich eine schöne Woche, passen Sie auf sich auf!

Herzliche Grüße
Ihre
Anna Sprockhoff
Leiterin der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Ich freue mich auf Ihr Feedback!

Potsdams Stadtteile im Nordwesten
Potsdams Stadtteile im Nordwesten
***
Das Stadtgespräch

Kennen Sie die Mammonstraße in Potsdam? Es gibt sie nicht mehr. Ihre Reste tragen heute den Namen Werner-Seelenbinder-Straße. Es handelt sich um diese versteckte Sackgasse zwischen Filmmuseum und Baustelle der Garnisonkirche, die von den Studentenwohnheimen in der Breiten Straße verdeckt wird.
So soll der Neubau an der Seelenbinder-Straße aussehen. Simulation: Architekturbüro Michels
So soll der Neubau an der Seelenbinder-Straße aussehen. Simulation: Architekturbüro Michels
Doch bald gibt es so etwas wie eine neue Mammonstraße. Wo jahrzehntelang die alte Feuerwache stand, soll ein Neubau auch den Charme der kleinteiligen Stadtstruktur von damals versprühen. Die neue Seelenbinder-Straße führt dann in das neue Kreativquartier. Und natürlich ein paar Schritte weiter zur Garnisonkirche. Bei der Stiftung Garnisonkirche überlegt man sogar, ob man sich nicht auch im Kreativquartier einmietet. Und was liegt dazwischen? Das Portal des Langen Stalls. Aufgemalte Fenster, seit 75 Jahren ist es verschlossen und kein Bau steht mehr hinter der Prachtfassade. Aber nun gibt es eine Chance, dass es wieder geöffnet wird.
***
Anzeige
Anzeige
Die Corona-Lage

Foto: Bernd Gartenschläger
Foto: Bernd Gartenschläger
Die Corona-Lage in Potsdam bleibt auch zwei Wochen nach dem Start des Lockdowns ernst. Am Montag hat in der Metropolishalle das neue Testzentrum geöffnet.
Und noch immer halten sich nicht alle an die Kontakt-Beschränkungen: Das Ordnungsamt hat am Wochenende mehrere Gruppen mit bis zu 20 Personen im Stadtgebiet angetroffen und kontrolliert; darunter unter anderem Fußballspiele, eine Hochzeitsfeier und Treffs im Park. Von den angetroffenen Personen wurden die Personalien aufgenommen. Die Polizei löste ihrerseits Partys in Potsdam und Kleinmachnow auf.
Die Zahlen
In den vergangenen sieben Tagen wurden in Potsdam 168 neue Infektionen mit Sars-CoV-2 nachgewiesen, allein am Wochenende waren es 63 Fälle gewesen, am Montag kamen noch einmal zehn positive Tests dazu. Insgesamt haben sich damit seit Beginn der Pandemie 1465 Potsdamer angesteckt, 52 Bürger unserer Stadt sind an oder mit einer Infektion gestorben. Die Sieben-Tage-Inzidenz in der Landeshauptstadt beträgt mit Stand Montagnachmittag 93,2.
Die Lage in Schulen, Kitas und Krankenhäusern
Wieder wurden einzelne Infektionen an Schulen gemeldet: am Humboldt-Gymnasium, an der Neuen Grundschule Potsdam und an Grundschule am Priesterweg. Bislang hat die Stadtverwaltung dazu keine näheren Angaben gemacht.
Die Zahl der Patienten mit schweren Verläufen, die im Krankenhaus versorgt werden müssen, nimmt weiter zu. 39 Covid-19-Kranke sind zurzeit im Bergmann-Klinikum, elf davon werden auf der Intensivstation behandelt. Ein weiterer Covid-Patient liegt im Josefs-Krankenhaus.
Wissenswertes
Gerade jetzt im nasskalten Herbst kennen es alle Eltern: Die Kinder schniefen und husten. Was in normalen Zeiten eben eine saisonale Erkältung wäre, macht den Familien jetzt aber schnell Angst: Ist es Corona? Sich richtig und verantwortungsvoll zu verhalten und zugleich nicht panisch zu werden, ist dabei nicht immer einfach.
Thomas Erler, Chefarzt der Kinder- und Jugendklinik in Potsdam, und Detlef Reichel vom Kinderärzte-Verband geben Tipps, wie eine gefährliche Infektion von einem einfachen Schnupfen zu unterscheiden ist. Klar ist dabei immer: Wer krank ist, sollte sich in Ruhe zu Hause auskurieren.
***
Verkehr aktuell

Blick auf das Leipziger Dreieck. Foto: Julius Frick
Blick auf das Leipziger Dreieck. Foto: Julius Frick
Verkehrstechnisch gibt es diese Woche zur Abwechslung auch mal gute Nachrichten - zumindest für Radfahrer. Sie müssen auf der Leipziger Straße zwar nach wie vor absteigen - doch die gesperrte Strecke ist kürzer. Die Umleitung über den Brauhausberg fällt weg. Sie führt nun durch die südliche Speicherstadt (Friedrich-Wilhelm-Boelcke-Straße, Am Speicher, Altstadtblick).
Weiter geht es mit einer Warnung vom südlichen Ring der A 10. Zwischen Glindow und Ferch wird an einer Verkehrszeichenbrücke gearbeitet. Teilweise steht nur ein Fahrstreifen pro Richtung zur Verfügung. Die Arbeiten dauern bis zum 20. November, 6 Uhr. In den Nächten muss die Autobahn kurzzeitig auch mal gesperrt werden.
Vom Leipziger Dreieck zuerst die gute Nachricht: In der Friedrich-Engels-Straße sind wieder alle Spuren frei. Allerdings beginnen die Gleisarbeiten vor dem Ausgang des Hauptbahnhofs zu den Bus- und Tramhaltestellen. Fußgänger müssen Umwege laufen. Und auch auf der Straße wird die Verkehrsführung geändert.
Eine Übersicht über alle weiteren Baustellen finden Sie hier.
***
Die besondere Geschichte

Feuerwehrmann Uwe Schröder aus Kleinmachnow wird von der MAZ durch den zweiten Corona-Lockdown begleitet. Foto: Sina Sakawa
Feuerwehrmann Uwe Schröder aus Kleinmachnow wird von der MAZ durch den zweiten Corona-Lockdown begleitet. Foto: Sina Sakawa
Die zweite Woche des Corona-Lockdowns ist geschafft: Wie geht es den Menschen aus Potsdam und dem Umland, die die MAZ im November begleitet? Im neuen Teil der Serie berichten sie, wie sich ihr Alltag verändert und was sie vermissen. Für die Familie rund um Florian Thäle (8) aus Sputendorf wurde es am Freitag aufregend: Nach fast zwei Wochen Quarantäne, weil in seiner Klasse ein Corona-Fall festgestellt worden war, durfte er endlich wieder den ersten Tag in die Schule. BER-Feuerwehrmann Uwe Schröder (24) aus Kleinmachnow vermisst unterdessen seine Kumpels und das Seniorenpaar Jürgen (82) und Christa (85) Müller aus Werder hat es sich am Hochzeitstag zu Hause mit Kasselerbraten und Schallplatten gemütlich gemacht. 
***
Der kulinarische Tipp

Hilfreiche Maske bei der spontanen Hagebuttenernte. Foto: Peter Degener
Hilfreiche Maske bei der spontanen Hagebuttenernte. Foto: Peter Degener
Alle Welt ist bei dem milden Wetter und dem Mangel an Veranstaltungen auf den Beinen und spaziert durch die Stadt. Ich erklomm am Wochenende den Telegrafenberg. An vielen Stellen leuchteten die roten Hagebutten von den Sträuchern – da könnte man doch einen wundervollen Tee machen. Ich hab kurzerhand einen Mund-Nase-Schutz zweckentfremdet und zum kleinen Beutel umfunktioniert.
Zwei Hände voller Hagebutten hab ich schließlich nach Hause gebracht. Sie wurden gewaschen, trocken getupft und vom Stiel befreit, die großen Früchte halbiert. Auch ohne Dörrgerät und Einsatz des Ofens kann man die Hagebutten einfach auf der Heizung bei höchstens 40 Grad oder sogar bei Zimmertemperatur trocknen. Dann sollte man sie aber häufiger wenden, damit sie nicht schimmeln.
Wem nicht nach Tee ist, der kann die Früchte übrigens auch gut in Saucen oder Smoothies einrühren – dann sollte man aber schon vor dem Trocknen die Kerne entfernen. Und eines sollte man bereits auf dem Spaziergang beim Pflücken beachten: Nehmen Sie nicht zu viele vom Strauch! Lassen Sie den Vögeln etwas, denn die mögen Hagebutten ebenso gern.
Tipp: Peter Degener
***
Unsere Entdeckung der Woche

Potsdams Weihnachtsbaum 2020. Foto: Bernd Gartenschläger
Potsdams Weihnachtsbaum 2020. Foto: Bernd Gartenschläger

Jetzt kommt doch noch etwas Weihnachtsstimmung auf in Potsdam. Die Innenstadt bekommt ihre Fest-Beleuchtung und seit Montag steht auch ein großer Tannenbaum am Brandenburger Tor. Knapp zwölf Meter misst er und stammt aus Lutherstadt Wittenberg, wo er 30 Jahre lang in einem Vorgarten wuchs, bis er nun zu groß und sturmanfällig wurde.
Aber Grün reicht natürlich nicht. In Potsdam brauchen wir Blau. Also erhält der stattliche Baum noch seine 101 blauen Sterne und die blau leuchtenden Lichterketten. Wenn sie am 23. November eingeschaltet werden, hat Potsdam trotz Corona seinen “Blauen Lichterglanz” … und die Hoffnung auf ein paar Buden hat Veranstalter Eberhard Heiek auch noch nicht ganz aufgegeben.
Text: Alexander Engels
***
Bilderrätsel: Wo ist das?

Wo in Potsdam ist das? Foto: Peter Degener
Wo in Potsdam ist das? Foto: Peter Degener
Es ist das Tor zu einer anderen Welt. Mitten in Potsdam, das an internationaler Architektur schon so reich ist, lädt seit mittlerweile zehn Jahren ein ganz besonderes Bauwerk die Besucher ein. Modern würde man vielleicht von einem Tiny House oder Mobile Home sprechen. Denn eine Baugenehmigung war nicht nötig.
Die Bauweise ist zudem sehr leicht, damit die Bauverwaltung nicht behaupten kann, hier würde etwas „durch seine eigene Schwere“ so fest mit dem Boden verbunden, dass urplötzlich doch ein Bauwerk entstanden ist, wie es schon einem Holzstapel ergangen ist, der höchstens von Insekten bewohnt wird. Doch das war am anderen Ende der Stadt.
Nein. Hier leben keine Käfer. Hier lebt Putin (kein Witz!) und zusammen mit dem Haus – und eigentlichen Landesherrn herrscht er über ein ganz eigenes Reich. Handelt es sich um eine autonome Region im Norden Potsdams? Eine Botschaft vielleicht? Interessenvertretung wäre wohl angemessen.
Wir wollen wissen: Wo in Potsdam ist das?
Wenn Sie die Antwort kennen, schicken Sie uns bis zum 19. November eine E-Mail mit dem Betreff “Bilderrätsel” an potsdam-newsletter@maz-online.de. Sie können ein kleines Paket gewinnen.
Rätsel: Peter Degener
***
Das ist los im Umland

Wohnen Sie im Landkreis Potsdam-Mittelmark und haben sich in den letzten Wochen manchmal gefragt, was jetzt eigentlich in Sachen Corona gilt und was nicht? Wie die Lage wirklich ist? Und ob es wieder mehr Testzentren geben wird? Wenn ja, dann dürfte Sie dieser Text meiner Kollegin Luise Fröhlich interessieren. Sie hatte alle Fragen und Antworten zur aktuellen Corona-Lage im Kreis zusammengefasst.
Foto: Annika Jensen
Foto: Annika Jensen
Es war eine scheinbar kleine Geste und doch rettete sie einem Jungen in Werder den Tag. Der zwölfjährige Alessandro Di Bartolo hatte sich nach der Schule in den falschen Bus gesetzt. Er hat noch nicht viel Erfahrung mit dem Busfahren. Deswegen war die Angst groß, als er vom Busfahrer erfuhr, dass er eben nicht nach Phöben, sondern nur nach Schmergow und dann wieder zurück in die Innenstadt fuhr. Als Busfahrer Jan Müller (19) merkte, wie aufgelöst der Junge war, handelte er sofort. Und fuhr den Jungen nach Hause. Sieben Minuten Verspätung bedeutete das für Müllers nächste Fahrt. “Aber das war es mir wert”, sagt er im MAZ-Gespräch.
Streit um Wohnungsbau in Bergholz-Rehbrücke
Der Konflikt um die Bebauung der letzten große Freifläche für Wohnungsbau in Bergholz-Rehbrücke ist neu entbrannt. In dem Streit geht es inzwischen allerdings um mehr als um Baudichten und Bauhöhen. Die Bürgerinitiative, die für weniger Bebauung und mehr Grün auf dem Areal zwischen Bergblick und Milanring kämpft, spricht von einem Wortbruch – die Vorsitzende der Nuthetaler Gemeindevertretung auch

Protest gegen Technikmast in Sputendorf
Ein Technikmast, mit dem der Windkrafterzeuger Nordex Energy GmbH die Windströme und -geschwindigkeiten messen will, hat in Sputendorf einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Der 105 Meter hohe Mast soll auf einer Fläche aufgestellt werden, die unzähligen Wildgänsen, Kranichen und dem Rotmilan als Rast- und Futterplatz dient. Der Landkreis Potsdam-Mittelmark hat das Vorhaben gegen den Willen der Gemeinde Stahnsdorf genehmigt und deren Einvernehmen ersetzt. Die Sputendorfer wollen die Entscheidung juristisch prüfen lassen, um vielleicht doch noch das Vorhaben stoppen zu können.
***
Hafemeister: Das Letzte kommt zum Schluss

Karikatur: Jörg Hafemeister
Karikatur: Jörg Hafemeister
Am Neuen Palais demonstrierten in diesen Tagen Reichsbürger für eine Rückkehr zur Monarchie. Das fand selbst Georg Friedrich Prinz von Preußen abwegig - immerhin Ururenkel des letzten deutschen Kaisers. Er teilte den Monarchisten öffentlich mit, dass die Grundlage unseres Zusammenlebens in Deutschland die freiheitliche demokratische Grundordnung sei.
MAZ-Karikaturist Jörg Hafemeister wiederum war von dieser Aussage des Hohenzollern-Chefs überrascht. “Ich freue mich, dass des Kaisers Ururenkel und ich eine große Gemeinsamkeit haben: Wir wollen beide nicht den Kaiser Wilhelm wiederhaben.” 
Hat Ihnen diese Ausgabe gefallen?
Teilen Sie diesen Newsletter:
Wenn Sie diesen Newsletter nicht mehr empfangen wollen, können Sie ihn hier abbestellen.
Wenn Ihnen dieser Newsletter weitergeleitet wurde, können Sie ihn hier abonnieren.