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Corona-Kontrollen+++Mieterhöhungen+++Rücksichtslose Hundehalter

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Liebe Leserinnen und Leser,
es ist wieder das bestimmende Thema: die Corona-Pandemie und ihre Folgen. Auch an dieser Stelle werden Sie in den kommenden Wochen wieder und wieder darüber lesen - deswegen lassen Sie uns doch heute nochmal mit etwas ganz anderem beginnen: einem Blick ins Jahr 2027.
Vor zehn Jahren schon sind die Pläne geschmiedet worden, nun greift die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) sie wieder auf - und will in den kommenden sieben Jahren das denkmalgeschützte Ensemble rund um die Mühle hinter Schloss Sanssouci sanieren lassen. Im Mittelpunkt der Pläne steht das Schweizerhaus, das in einer modernen Interpretation an seinem früheren Standort wieder errichtet werden und als Touristenzentrum dienen soll. Lust bekommen auf einen Blick in die Zukunft? Dann lassen Sie sich von meinem Kollegen Peter Degener mit auf die Reise nehmen.
Spannend wäre übrigens auch ein Blick in die Zukunft der Potsdamer Denkmalschutzbehörde. Doch hier eine Prognose zu wagen, ist verdammt mutig - denn Chef-Denkmalpflegerin Andrea Behrendt ist immer für eine Überraschung gut. Wie aus Essen zu erfahren war, ist die unendliche Geschichte nun mal wieder um ein Kapitel reicher: Behrendt - in Potsdam seit mittlerweile einem Jahr komplett von der Bildfläche verschwunden - wollte ihre Einstellung in Essen gerichtlich erzwingen. Vergeblich. Also, so hört man, probierte sie den Absprung auf anderem Wege. Offenbar ebenfalls ohne Erfolg.
Genauso erfolglos wird wohl auch der Protest mehrerer Mieter aus der Teltower Vorstadt bleiben - denn wenngleich sie die Mieterhöhungen der Pro Potsdam zum 1. Dezember in der Corona-Krise moralisch fragwürdig finden, im rechtlichen Rahmen sind sie offenbar. Dennoch: Knapp 100 Euro mehr im Monat - so viel muss eine 57-Jährige künftig zusätzlich berappen - ist schon happig. Wie die städtische Wohnungsbaugesellschaft die Mieterhöhungen begründet? Das lesen Sie hier.
Und dann noch eine gute Nachricht zum Schluss: Der auf Kreta verhaftete Geltower Tierschützer Gordon Ebeling darf Griechenland verlassen. Offen bleibt allerdings, ob er sich noch rechtlich für den Einsatz auf der Insel wird verantworten müssen.
Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, wünsche ich eine gute Woche, halten Sie Abstand und bleiben Sie gesund! Alles zur aktuellen Corona-Lage in Potsdam lesen Sie heute in unserem Stadtgespräch. Den nächsten Newsletter finden Sie wieder am Freitag in Ihrem Postfach.

Herzliche Grüße
Ihre
Anna Sprockhoff
Leiterin der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Ich freue mich auf Ihr Feedback!
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Das Stadtgespräch

Foto: Bernd Gartenschläger
Foto: Bernd Gartenschläger
Die Corona-Situation spitzt sich auch in Potsdam weiter zu. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Montag bei 47,7, die Zahl der schwerkranken Covid-19-Patienten steigt - und erstmals seit August muss im Bergmann-Klinikum wieder ein Patient beatmet werden. Reißt Potsdam den Grenzwert von 50, treten weitere Corona-Maßnahmen in Kraft. Schon jetzt hat die Stadt die Maskenpflicht ausgeweitet auf belebte Straßen und Plätze, doch Kontrollen am Montag zeigten: Trotz steigender Infektionszahlen hält sich auch in Potsdam nicht jeder an die neuen Regeln. Peter Degener war mit der zuständigen Beigeordneten und Ordnungsamtsmitarbeitern unterwegs und hat die Kontrollen miterlebt.
Alkohol darf in Bars und Kneipen übrigens schon seit vergangener Woche nur noch bis 23 Uhr ausgeschenkt werden. Wie das klappt? Was Gäste und Wirte sagen? Sarah Kugler war Samstagnacht unterwegs - ihre Reportage lesen Sie hier.
Deutlich zu spüren bekommen die angespannte Lage auch die Mitarbeiter in der zentralen Corona-Abstrichstelle im Klinikum. Dort sind kaum noch Termine für einen Test verfügbar, mehr als 250 Tests sind allein am Wochenende gemacht worden - dabei verfolgt das Klinikum eine klare Strategie: Mitarbeiter und Patienten haben Vorrang, private Tests werden nur solange angeboten, wie Kapazitäten und Material-Ressourcen ausreichen.
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Die besondere Geschichte

Nina Gummich lebt aktuell in Potsdam. Foto: Mirjam Knickriem
Nina Gummich lebt aktuell in Potsdam. Foto: Mirjam Knickriem
Sie haben sie bestimmt schon mal gesehen. Vielleicht in “Babylon Berlin”? Oder war es “Lotte im Bauhaus”? Nein? Dann womöglich in “Unterleuten”, in der Serie “Charité” oder doch auf der Bühne des Hans-Otto-Theaters? Dort gehörte Nina Gummich von 2015 bis 2018 zum festen Ensemble, spielte die Helena in Shakespeares “Sommernachtstraum” und die jüngste von Tschechows “Drei Schwestern”. Inzwischen ist die Schauspielerin in etlichen Kino- und Fernsehproduktionen zu sehen, Potsdam ist sie dabei treu geblieben.
Meine Kollegin Sarah Kugler hat Nina Gummich, die mit neun Jahren ihre erste Fernsehrolle übernahm, getroffen und mit ihr über Potsdam, das Schauspiel und die Liebe zum Theater gesprochen. Ein wunderbares Porträt über eine beeindruckende Schauspielerin, die Sie aktuell übrigens in einer weiteren Serie sehen können: “Das letzte Wort” läuft bei Netflix.
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Verkehr aktuell

Foto: Julius Frick
Foto: Julius Frick
Alle Bahnfahrer aufgepasst: Am Wochenende ist die Verbindung vom Hauptbahnhof nach Berlin unterbrochen. Die Sperrung beginnt am Freitag, 30. Oktober, um 22 Uhr, und dauert bis zum Montag, 2. November, um 4 Uhr. Die S-Bahn verkehrt ab Babelsberg. Die Regionalbahnlinie RE 1 von Magdeburg Richtung Berlin wird über Golm geleitet. Ersatzbusse sollen vom Hauptbahnhof nach Babelsberg und Golm fahren. Grund für die Sperrung sind die Arbeiten an der Hochstraßenbrücke der Nuthestraße. Mehr dazu lesen Sie hier.
Und auch auf den Straßen der Stadt ist wieder mit Behinderungen zu rechnen. Zu Sperrungen kommt es unter anderem in der Dortustraße. Zwischen Spornstraße und Breite Straße ist die Straße in Richtung Breite Straße halbseitig gesperrt. Umleitung über Charlotten- und Schopenhauerstraße.
Eine Übersicht über alle weiteren Baustellen finden Sie in der wöchentlichen Verkehrsprognose.
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Der kulinarische Tipp

Foto: Christopher Wecker
Foto: Christopher Wecker
Um ganz ehrlich zu sein: Eigentlich stehe ich nicht auf Süßes. Selbst der beste Kuchen meiner Schwiegermutter kann mich nicht locken, auch nicht die selbstgemachte Buchweizen-Torte meiner Tante oder die liebevoll zubereiteten Baisers meiner Schwägerin. Und trotzdem lege ich Ihnen diese Woche mal was Süßes ans Herz: Pfannkuchen, zubereitet nach dem Rezept der Großmutter unseres Villa-Kellermann-Spitzenkochs Christopher Wecker. Ich gestehe: Ich habe sie noch nicht selbst getestet, aber alles, was mir über diese Pfannkuchen bisher zu Ohren gekommen ist, spricht dafür, sie endlich mal auszuprobieren. Obwohl ich ja eigentlich nicht so verrückt nach Süßem bin.
Christopher Wecker serviert sie mit Quark und Erdbeeren. Zugegeben, Erdbeeren haben gerade nicht unbedingt Saison - wie wäre es stattdessen also mit Äpfeln oder eingelegten Sommerfrüchten? Wie Eierkuchen und Quark gelingen, lesen Sie hier. Und falls Ihnen doch lieber nach etwas Herzhaftem zumute ist - in unserer Übersicht der besten Wecker-Rezepte ist bestimmt etwas dabei.
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Unsere Entdeckung der Woche

Foto: Saskia Kirf
Foto: Saskia Kirf
Eine Neuentdeckung ist das Schloss Belvedere auf dem Pfingstberg nun wahrlich nicht, schließlich hat das schnuckelige Schlösschen im Stil der italienischen Renaissance auch schon mehr als 150 Jahre auf dem Buckel. Aber seien wir ehrlich: Wir Potsdamer besuchen die preußischen Schlösser nicht tagtäglich - und der Aufstieg auf den immerhin 76 Meter hohen Pfingstberg ist ein weiteres Hindernis. Dabei lohnt er sich so sehr.
Das Belvedere war lange verfallen, dann über Jahrzehnte im Mauer-Sperrgebiet, seit Ende der 1980er-Jahre kümmerten sich Ehrenamtler um die Wiedererweckung und -entdeckung des Schlosses. Ein besonderes Highlight ist die Wendeltreppe mit Ampelregelung, die zum echten Belvedere, also zur schönen Aussicht auf dem linken Turm führt. Höhenangst sollte man hier unbedingt überwinden, denn bei schönem Wetter lässt sich von oben viele, viele Kilometer weit schauen. Tatsächlich liefert das Schloss nicht nur eine schöne Aussicht, sondern auch eine Einsicht in die Veränderungen, die Potsdam mitmacht: Die auf dem Foto gezeigten Wohnhäuser im Bornstedter Feld sehen erst in der Draufsicht nach einer eigenen kleinen Stadt aus.
Öffnungszeiten: Das Pfingstberg-Ensemble mit dem Belvedere, dem Pomonatempel und dem Lenné-Garten ist noch bis zum Wochenende täglich zwischen 10 und 18 Uhr für Besucher geöffnet, im November dann nur noch an den Wochenenden.
Entdeckung und Text: Saskia Kirf
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Bilderrätsel: Wo ist das?

Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Sprungbereit ist die Löwin und reckt ihren Kopf nach vorn. Der Löwe hinter ihr ist nun auch aufmerksam geworden und hat sich aufgerichtet. Wer den gepflegten Rasen betritt und sich nah genug an die Löwengruppe herantraut, könnte ihr schnell zum Opfer fallen.
Die zwei Tiere sind etwas erhöht und wirken auf ihrem felsigen Ausguck ungewöhnlich. Sie heben sich vollkommen ab von den üblichen Torwächtern, die vielerorts brav zu beiden Seiten der Einfahrt liegen. Auch hier erhebt sich im Hintergrund ein herrschaftlich wirkender Bau, vor dessen Kulisse die naturnah und realistisch dargestellten Löwen beinahe untergehen. Doch wo in Potsdam findet man diese zwei Großkatzen?
Wenn Sie die Antwort kennen, schicken Sie uns bis zum 29. Oktober eine E-Mail mit dem Betreff “Bilderrätsel” an potsdam-newsletter@maz-online.de. Sie können ein kleines Paket gewinnen.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Ulrich Benedix, Geschäftsführer der Agro Saarmund. Foto: Annika Jensen
Ulrich Benedix, Geschäftsführer der Agro Saarmund. Foto: Annika Jensen
Ulrich Benedix ist wütend. Der Geschäftsführer der Agro Saarmund hat es mit rücksichtslosen Hundehaltern zu tun. Sie und ihre Vierbeiner zerstören immer wieder junge und sensible Roggenpflanzen, weil sie quer über die Äcker der Agro laufen und dabei die jungen Triebe abknicken. “Da blutet mir das Herz bei jeder Pflanze, die hier kaputt geht”, sagt der 43-Jährige. Nicht alle Hundebesitzer sind aber so rücksichtslos, sagt Benedix und spricht im MAZ-Gespräch über die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Hundeschulen in Potsdam-Mittelmark.
Was nicht so erfolgreich läuft, ist der souveräne Umgang der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark mit der Corona-Krise. Immer wieder gab es mal Probleme mit den veröffentlichten Infektionszahlen oder mit klaren Aussagen zu lokalen Ausbrüchen. Nun wurde es auch einigen Rathauschefs zu viel. Sie sehen sich schlecht informiert von der Kreisverwaltung – etwa als es vorige Woche einen lokalen Corona-Ausbruch in Treuenbrietzen gab. Der Kreis verwehrt sich zwar gegen die Kritik, gibt aber zu, dass das Gesundheitsamt überlastet ist. Und zwar im Dauerzustand seit Pandemie-Beginn. Deshalb unterstützen Bundeswehrsoldaten das Amt bei der Infektionsketten-Verfolgung. Aber reicht das schon?
Henrik Reinkensmeier alias „Hartz der Vierte“ Foto: Jens Steglich
Henrik Reinkensmeier alias „Hartz der Vierte“ Foto: Jens Steglich
Wir stehen ja kurz vorm 11.11. - vielleicht wird die amtliche Corona-Misere noch zum Büttenrede-Thema für Henrik Reinkensmeier. Der Michendorfer ist als „Hartz der Vierte“ in Faschingskreisen bekannt – und darüber hinaus als Schulleiter des Wolkenberg-Gymnasiums. Seit 30 Jahren leitet er die Schule, seit 40 Jahren ist er Lehrer. Und immer mal wieder lassen sich Beruf und Bütt verbinden, etwa bei der Rede zum Abi-Ball. „Ich habe natürlich das Ziel, den Saal zum Lachen zu bekommen“, sagte Henrick Reinkenmeier im Interview mit meinem Kollegen Jens Steglich.
Text: Alexander Engels
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Das Letzte kommt zum Schluss: Hafemeister

Tja, der Weihnachtsmarkt - was wird wohl in diesem Jahr aus ihm werden? Die Stadt Potsdam hat den “Blauen Lichterglanz” zwar im Miniaturformat genehmigt - allerdings unter den aktuell geltenden Regeln. Und da niemand weiß, wie sich Corona-Lage und Regeln noch verändern werden, weiß auch niemand genau, ob und wie es in diesem Jahr in Potsdam einen Weihnachtsmarkt geben wird.
Eins steht allerdings fest: Auf der Brandenburger Straße wird er nicht stattfinden - gut oder schlecht? Unsere Karikaturist Jörg Hafemeister ist sich da nicht so sicher. Er schreibt zu seiner aktuellen Karikatur: “Die einen werden ihn vermissen, die anderen aufatmen - auch ohne Corona ist der Weihnachtsmarkt auf der Brandenburger Straße ein sehr enges Vergnügen. Corona hin, Abstand her, vielleicht schafft es Potsdams "Blauer Lichterglanz” ja irgendwann doch noch auf den Alten Markt?“
Karikatur: Hafemeister
Karikatur: Hafemeister
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