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Böse Briefe vom Kreis +++ 2G beim Fußball +++ Todesfalle Angelsehne

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!
Ganz und gar immobil ist hingegen das bis vor kurzem völlig verfallene Gutshaus Satzkorn. Das fast 300 Jahre alte Haus stand kurz vor der endgültigen Zerstörung – jetzt sollen dort hochpreisige Appartements und Gewerbeeinheiten entstehen.
Ganz viel entstanden ist in den vergangenen Jahren im Rechenzentrum. Das Kreativhaus soll bekanntlich der Garnisonkirche weichen - Sie erinnern sich an den Streit um die Denkmalkultur in Potsdam - nun wird dagegen aber demonstriert.
Was ist sonst noch wichtig derzeit? Die russisch-orthodoxen Potsdamer haben den 800.Geburtstag ihres Heiligen und Nationalhelden Alexander Newski gefeiert, das Bergmann-Klinikum ist auf ausländische Fachkräfte angewiesen und unsere Stadt soll dunkler werden.
Düster sieht es bekanntlich auch in Sachen Radwege vielerorts auf. Immer wieder haben wir Sie in den vergangenen Wochen auf unsere Serie zu Potsdams Horror-Radwegen in der Innenstadt, im Norden, im Südosten und im Westen der Stadt aufmerksam gemacht und Sie gebeten, uns ihre verhasstesten Radstrecken mitzuteilen. Die Resonanz war sehr groß - wenn Sie noch etwas beitragen wollen, dann schicken Sie uns eine E-Mail an potsdam-stadt@maz-online.de, welche Stellen sich unsere Rad-Experten mal genauer ansehen sollten.
Und dann möchte ich Ihnen gern noch eine spannende Recherche meines Kollegen Peter Degener ans Herz legen: Ein piekfein saniertes Denkmal mitten im Zentrum, dahinter ein Neubau. Auf den Klingelschildern stehen zwar Namen, doch beide Häuser in der Potsdamer Jägerstraße sind quasi unbewohnt. Zehn der elf angegebenen Mieter an der Tür gibt es gar nicht. Nur eine alte Dame lebt hier, während die zehn Nachbarwohnungen leer stehen – womöglich schon seit anderthalb Jahren. Nachbarn vermuten Spekulation, die Eigentümer der Immobilie geben sogar der Stadt die Schuld am Leerstand. Dabei sind leere Wohnungen angesichts der Wohnungsnot nicht nur ein Ärgernis. Der Leerstand ist mittlerweile sogar genehmigungspflichtig.
Ich wünsche Ihnen nun viel Spaß beim Lesen dieses Newsletters. Bleiben Sie gesund und uns gewogen.
Herzliche Grüße,
Saskia Kirf
Redakteurin der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Wir freuen uns auf Ihr Feedback!
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Das Stadtgespräch

Beim ViP herrscht Fahrernotstand. Foto: Varvara Smirnova
Beim ViP herrscht Fahrernotstand. Foto: Varvara Smirnova
26 Fahrer fehlen, der Krankenstand liegt bei 15 Prozent, dazu kommen Urlaub und Rente – der Potsdamer Verkehrsbetrieb (ViP) hat schwere Personalprobleme. Die 149 Bus- und 124 Potsdamer Tram-Fahrer reichen nicht, um alle geforderten Leistungen zu erbringen. Immer wieder werden Fahrzeuge aus weniger nachgefragten Linien abgezogen und auf die stärker gefragten Linien umgesetzt, die Linie 694 etwa, die als oberste Priorität gilt. Auch die Werkstätten sind an Wochenenden nicht mehr besetzt
Eine Lösung ist nicht in Sicht. Dafür steht bereits fest: Die Busversorgung des künftigen Stadtteils Krampnitz wird der ViP allein nicht schaffen.
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Die Corona-Lage

Die Stadt Potsdam meldet am Montag keine Neuinfektionen und eine 7-Tage-Inzidenz von 46,7. Damit sind in der Landeshauptstadt jetzt 7549 Menschen seit Pandemiebeginn mit Covid-19 infiziert gewesen.
Überdurchschnittlich hoch ist die Inzidenz unter den Kindern im Schulalter. Bei den fünf- bis 14-Jährigen liegt sie bei 91.
Konkret heißt das: In Potsdams Schulen und Kitas sind in 15 von 252 Einrichtungen derzeit Corona-Fälle nachgewiesen. 38 Kinder und Jugendliche sowie fünf Mitarbeitende an Kitas und Schulen in Potsdam haben sich mit dem Coronavirus infiziert. 202 Kinder und Jugendliche sowie drei Mitarbeitende sind als enge Kontaktpersonen in Quarantäne. In Grundschulen gibt es sechs infizierte Kinder, an Gymnasien zehn und an Grundschulen sechs. Einrichtungen mit mehr als einem Fall sind aktuell die Fontane-Oberschule, die Grundschule am Priesterweg, die Waldorfschule, die Grundschule am Humboldtring, das Schiller-Gymnasium und die Kita Sternschnuppe. Zum Schulbesuch müssen alle Kinder und Jugendlichen sich zweimal wöchentlich auf das Coronavirus testen und in den weiterführenden Schulen auch Masken tragen.
Vier Einrichtungen für Senioren weisen Covid-Fälle auf, in zwei Einrichtungen sind allerdings keine Bewohnenden betroffen.
Weiterhin sind in einer Unterkunft für Geflüchtete zwei Personen mit dem Coronavirus infiziert, in einer weiteren Einrichtung sind es zwei Mitarbeitende.
In Potsdams Krankenhäusern befinden sich derzeit sechs Covid-Patienten auf Corona-Normalstationen, zwei Patienten brauchen intensivmedizinische Betreuung.
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Verkehr aktuell

Eine gute Nachricht: Es gibt nichts neues von Potsdams Hauptstraßen zu berichten. Klar, es wird gebaut an der Nuthestraße, am Leipziger Dreieck, in der Behlertstraße.
Im Lauf der Woche gibt es Einschränkungen auf der A115, mehr Infos gibt es hier. Und die Übersicht der laufenden Baustellen in Potsdam finden Sie hier.
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Die besondere Geschichte

Potsdams Havel in der Innenstadt ist ein beliebtes Angelrevier, aber auch eine Todeszone für die Wasservögel: Sie verfangen sich in Angelsehnen, fressen verlorene Köder und verschlucken Haken. Tierschützer schlagen Alarm. Denn nicht immer gelingt es, die Tiere zu befreien – weder am Fundort, noch in einer der einzigen beiden Tierarztpraxen der Region, die operative Eingriffe wagen, ohne dafür bezahlt zu werden. Oft finden die Tierschützer tote Tiere oder Vögel, die sie nicht mehr retten können, weil die Verletzungen zu schwer sind. Viele sterben elend. Selbst Angler fordern nun strengere Kontrollen.
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Bilderrätsel: Die Auflösung

Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Das glänzende Schild mit dem märkischen Adler markiert den Eingang zum Landtag Brandenburg. Das steht dort nicht nur auf deutsch, sondern auch auf sorbisch: Krajny Sejm Bramborska. Denn diese slawische Sprache ist als Ausdruck einer anerkannten ethnischen Minderheit besonders geschützt im Land.
Das Schild hängt am Fortunaportal des Stadtschlosses. Foto: Peter Degener
Das Schild hängt am Fortunaportal des Stadtschlosses. Foto: Peter Degener
Das Schild hängt am Fortunaportal am Alten Markt, das ganz originalgetreu um das Jahr 2000 in Ziegelbauweise wieder errichtet wurde. Doch wer achtet schon auf geschlämmte Ziegel, wenn Sandsteintrophäen und eine goldene Figur den Blick auf die Spitze des Portals ziehen? Fortuna, die Glücksgöttin dreht sich balancierend auf einer Wetterfahne im Wind. Dieses Bild zeigt, dass das Glück ein unsteter Begleiter ist. Umso wichtiger, dass man sich nicht darauf verlässt. Vielleicht hat Preußens erster König Friedrich I. deshalb dieses Symbol für den Eingang seines Residenzschlosses gewählt. Ob als monarchischer Herrscher oder Brandenburgisches Parlament – Glück hilft, aber durchdachte Entscheidungen können damit nicht ersetzt werden.
Fortuna im Abendrot. Foto: Bernd Gartenschläger
Fortuna im Abendrot. Foto: Bernd Gartenschläger
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Das ist los im Umland

Kreis droht Vierjähriger Zwangsquarantäne und ihren Eltern Gefängnis an
Neues Freibad für Beelitz kommt – aber erst nach der Laga
Betrug auf dem Parkplatz? Autofahrer wehrt sich in Werder
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Hafemeister: Das Letzte kommt zum Schluss

„Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden“, stellte schon Wilhelm Busch fest. Ob ihm diese Zeilen in der Brandenburger Straße eingefallen sind? Nichtsdestotrotz: Was so manchem Anwohner und Ladenbesitzer als Dauerschleife aufs Ohr schlägt, ist für viele Passanten ein Grund, begeistert ihre Börse zu zücken.
Text und Karikatur: Jörg Hafemeister
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