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Bombensprengung+++Wettstreit bei der CDU+++Neue MAZ-Serie

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser, besondere Situationen zeigen uns ja oft besondere Seiten a
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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

besondere Situationen zeigen uns ja oft besondere Seiten an Menschen - zum Beispiel ein bisher unbekanntes Herz für Schildkröten. So ahnte ich nicht, dass mein Kollege Laines Rumpff zu den exotischen Bewohner des benachbarten Aradosees ein besonderes Verhältnis hat - bis Nummer 204 auftauchte. Der Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg ist am Freitag in direkter Nachbarschaft zum MAZ-Gebäude im Aradosee gefunden worden, morgen soll er unter Wasser gesprengt werden - mit womöglich tragischen Folgen für die Bewohner des Sees.

Doch Laines Rumpff hat dem Tod der Gelbwangenschildkröten den Kampf angesagt und versucht seit Samstag so viele Tiere wie möglich zu retten. Die ersten Versuche blieben erfolglos, gestern morgen dann der erhoffte Erfolg: Zumindest eine Schildkröte ging ihm nach einer nervenaufreibenden Jagd ins Netz - zumindest ein Leben hat unser Schildkrötenflüsterer vom Aradosee gerettet.

Was mit den anderen Tieren im See wird? Das hat mein Kollege Peter Degener versucht herauszufinden und ist dabei auf eine wissenschaftliche Untersuchung gestoßen. Die traurige Nachricht: Zumindest für die Fische gibt es wenig Hoffnung.

Gute Nachrichten gibt es indes für alle E-Scooter-Fans: Gleich drei Firmen wollen mit ihren Rollern demnächst in Potsdam an den Start gehen, außerdem zeigt mit der Firma “Uber” auch die größte Konkurrenz des Taxi-Konzepts Interesse an Potsdam. „Die Abdeckung mit Taxis ist hier nicht gut, das ist auch ein Faktor für uns. Die Landeshauptstadt ist ein interessanter Markt“, erklärt Sprecher Tobias Fröhlich. Es verspricht also spannend zu bleiben.

Spannend dürfte es übrigens auch bei der CDU werden. Denn seit gestern Abend steht fest: Saskia Ludwig bekommt Konkurrenz. Die Landtags- und Bundestagsabgeordnete hatte für die Bundestagswahl 2021 bereits ihren Hut in den Ring geworfen, nun hat nach MAZ-Information bei der Kreisvorstandssitzung auch der Kreischef der Potsdamer CDU, Götz Friederich, seine Kandidatur erklärt.

Liebe Leserinnen und Leser, ob nun mit Taxi, E-Scooter oder dem altbewährten Fahrrad, kommen Sie gut durch den Tag, passen Sie auf sich auf und bleiben Sie uns treu. Den nächsten Newsletter finden Sie wieder am Freitag in Ihrem Postfach. Alle aktuellen Neuigkeiten aus Potsdam und Umgebung lesen Sie wie gewohnt auf MAZ-online.de.
Herzliche Grüße
Ihre
Anna Sprockhoff
Leiterin der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Ich freue mich auf Ihr Feedback!

Das Stadtgespräch

Kaum sind die Spuren der einen Bombe beseitigt, taucht die nächste auf - dieses Mal im Aradosee, in direkter MAZ-Nachbarschaft. Damit liegen auch wir mit unserer Redaktion dieses Mal im Sperrkreis, werden aber am Mittwoch wie gewohnt live auf MAZ-online.de berichten. Die 250-Kilogramm-Bombe US-amerikanischer Bauart ist bei einer systematischen Suche in etwa drei Meter Tiefe und einem Meter Schlamm gefunden worden. Fest steht schon jetzt: Mike Schwitzke wird sprengen, ein Strohfloß soll wie beim letzten Mal auf der Havel den Splitterflug verhindern. Betroffen sind dieses Mal 7500 Menschen in Babelsberg, Zentrum Ost und Teltower Vorstadt, am Mittwoch müssen sie bis 8 Uhr den Sperrkreis verlassen haben.
Alle weiteren Infos und Ansprechpartner zur Sprengung am Mittwoch lesen Sie hier.
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Die besondere Geschichte

Potsdams schönste Aussicht – klar, die bietet das Belvedere auf dem Pfingstberg. Wir meinen aber: Potsdam lässt sich nicht lumpen, wenn es um besondere Ausblicke geht. Um spektakuläre und um einmalige, um anheimelnde und kuriose, um beeindruckende, beruhigende, aufregende, ja auch ärgerliche.
In einer neuen Serie stellen wir besondere Aussichten, die Menschen und Geschichten dahinter vor. Den Anfang macht der Maler Bernhard Ailinger. Er hat sich ein Haus an der Johannsenstraße gebaut - ausgerechnet mitten in einen Kreuzungsbereich von Eisenbahn, Stadtverkehr, Schnellstraße und Brückenabriss. Trotzdem ist es sein Traumhaus. Meinem Kollegen Rainer Schüler hat er verraten, warum.
Foto: Rainer Schüler
Foto: Rainer Schüler
Sie schauen von Ihrem Fenster aus ins Grüne – oder auf eine lärmende Baustelle? Ihr Blick versinkt im See – oder im Häusermeer? Sie schauen von ganz weit oben auf unsere Stadt – oder sehen Sie vom Souterrain aus nur die Knöchel der Vorübergehenden? Vor Ihrem Fenster liegt Potsdams kitzligste Kreuzung, die munterste Bar, der verschwiegenste Hinterhof? Zeigen Sie uns Ihre Aussicht! Wir freuen uns über Vorschläge an potsdam-newsletter@maz-online.de, Stichwort: Zimmer mit Aussicht.
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Hinter der Recherche

Die Kita "Froschkönig" in der Straße Wall am Kiez. Foto: Peter Degener
Die Kita "Froschkönig" in der Straße Wall am Kiez. Foto: Peter Degener
Das Kosmos-Mosaik kennt jeder, aber was Fassadenkunst angeht, bietet Potsdam eine ganze große Vielfalt - auch aus kleinen Steinchen. Die ist nicht immer gut sichtbar an Hauptstraßen gelegen. MAZ-Redakteur Peter Degener hat sich aufs Rad geschwungen und ist zu den Orten gefahren, wo er von Mosaiken wusste.
Etwa am Schlaatz, wo er selbst in einem Block mit den markanten “Hauszeichen” mit Bibern und Milanen aufwuchs. Ein Blick in die von der Stadt herausgegebenen Übersichten zur Kunst im öffentlichen Raum sorgte für weitere Anlaufpunkte. Am Kiewitt gibt es riesige christliche Symbolik aus dem Sozialismus. Auf dem Fischerkiez werden Kinder von einem abstrakten Frosch am Eingang zur Kita begrüßt.
Bis zur Sportschule am Luftschiffhafen fuhr er - da wusste er von einem Mosaik mit einem ungewöhnlichen Potsdam-Motiv. Das stand nicht im Künstlerband der Stadt und war auch den Kollegen nicht bekannt. Vor Ort dann die Enttäuschung. Es war weg. Abgerissen beim Neubau des “Haus der Athleten”. Denn auch das gehört zur Steinchen-Kunst aus der DDR: Wenn man sich nicht um sie kümmert und sie bewahrt, verschwindet sie Stück für Stück. Immerhin existiert noch ein Foto vom Mosaik am Luftschiffhafen, dass er vor Jahren geschossen hatte. Die MAZ zeigt es zusammen mit den anderen Entdeckungen auf einem kleinen virtuellen Rundgang.
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Verkehr aktuell

Die Sperrung der Breiten Straße führte vergangene Woche zum Megastau. Wegen Restarbeiten muss diese Woche eine Spur zwischen Zeppelin- und Schopenhauer punktuell gesperrt werden. Foto: Rainer Schüler
Die Sperrung der Breiten Straße führte vergangene Woche zum Megastau. Wegen Restarbeiten muss diese Woche eine Spur zwischen Zeppelin- und Schopenhauer punktuell gesperrt werden. Foto: Rainer Schüler
Wer letzte Woche in Potsdam mit dem Auto unterwegs war, brauchte verdammt starke Nerven. Denn die Sperrung der Breiten Straße sorgte für einen echten Megastau. Die schlechte Nachricht: Auch diese Woche muss die rechte Spur in der Breiten Straße wegen Restarbeiten zwischen Zeppenlinstraße und Schopenhauerstraße in Fahrtrichtung Lange Brücke noch punktuell gesperrt werden. Immerhin: Die Arbeiten erfolgen zwischen 9 und 15 Uhr und damit nicht zur Hauptverkehrszeit.
Weitere Knackpunkte diese Woche: Die Kurfürstenstraße ist ab Mittwoch halbseitig gesperrt und als Einbahnstraße stadtauswärts ausgewiesen. Die Pappelallee ist zwischen Reiherweg und Schlegelstraße für eine Erneuerung der Fahrbahndecke komplett gesperrt. Wo in dieser Woche sonst noch gebaut wird, lesen Sie in unserer wöchentlichen Verkehrsprognose.
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Der kulinarische Tipp

Foto: Christopher Wecker
Foto: Christopher Wecker
Sommer, Sonne und ein Abend auf dem Balkon - die perfekte Gelegenheit für ein Glas gekühlten Ingwer-Tee, wahlweise mit oder ohne Gin. Ich persönlich habe dabei ja lange auf die simple Variante gesetzt: Ingwer und Zitrone schneiden, heißes Wasser drüber gießen - fertig! Dabei geht es durchaus raffinierter, wie uns Spitzenkoch Christopher Wecker in seiner MAZ-Corona-Koch-Serie verraten hat. In seinem Rezept, das er in der Küche von Tim Raue gelernt hat, spielen auch Limette, Orange, Minze, Honig und Lemon Squash mit. Und was soll ich sagen: Das Ergebnis ist einfach köstlich - und zwar mit und ohne Gin! Versuchen Sie es doch mal, das gesamte Rezept finden Sie hier.
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Unsere Entdeckung der Woche

Der Innenhof des Landtags wird zur Bühne. Foto: Julian Stähle
Der Innenhof des Landtags wird zur Bühne. Foto: Julian Stähle
Der Innenhof des Landtags ist oft allein den Mitarbeitern und Abgeordneten überlassen, sowie den Touristen, die sich durch das Fortunaportal hinein trauen. Wer es wagt, entdeckt einen unerwartet großen Ort mit einem tollem Blick auf die Kuppeln von Nikolaikirche, Altem Rathaus und des Fortunaportals. Stille dominiert hier. Kulturveranstaltungen hat es dort seit 2014 erst wenige gegeben – sinfonische Konzerte meist.
Jetzt hat die kunstaffine Präsidentin des Landtags, Ulrike Liedtke, ein kurzweiliges Kulturformat ersonnen, das mehr Menschen in den Hof locken soll. „Kunst zur Zeit“ heißt eine Reihe, die nun jeden Donnerstag bis Ende August stattfindet.
Immer um 18 Uhr gibt es bei freiem Eintritt eine kurze Darbietung von Musik, Text, Theater, Tanz oder Akrobatik. Immer sind es Künstler aus Brandenburg, die für eine knappe halbe Stunde auftreten.
„Reflexionen auf gerade Erlebtes und Zeichen von Zuversicht, die uns helfen kann, Krisen zu überwinden“ erhofft sich die Landtagspräsidentin nach der corona-bedingten Schließung des Hauses von diesem ersten Schritt zur Öffnung. Im großen Hof gibt es nur Stehplätze - so können die Zuschauer genügend Abstand wahren. Nach einer Lesung zur Premiere am vergangenen Donnerstag singen dieses Mal Scarlett O‘ und Jürgen Ehle zusammen. „WIEDERSINGEN“ heißt ihr Kurzprogramm – denn die kulturlose Corona-Zeit ist noch nicht allzu lange vorbei. Am 23. Juli spielt Marta Masini auf der Flöte Stücke von Friedrich dem Großen und von zeitgenössischen Komponisten. Bis zum 27. August findet „Kunst zur Zeit“ statt – hoffentlich folgt dann ein weiteres Format, damit der Innenhof nicht gleich wieder in seinen kulturellen Dornröschenschlaf verfällt.
Tipp und Text: Peter Degener
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Bilderrätsel: Wo ist das?

Wo ist das? Foto: Peter Degener
Wo ist das? Foto: Peter Degener
Mehr sein als scheinen – diese preußische Tugend galt für die Architektur der Residenz Potsdam eigentlich nie. Eher war es umgekehrt und mit einfachen Mitteln wurde viel Wirkung erzeugt. So staunen manche über die monumentale Wirkung der Nikolaikirche, die scheinbar mit starken Sandsteinblöcken verkleidet ist. Auch am Nauener Tor könnte man auf den ersten Blick Granit als Baumaterial vermuten. Doch hinter dem grauen Putz steckt märkischer Ziegel.
Wer die weißen Säulen auf dem Foto betrachtet, mag flüchtig ebenfalls an eine solide Ausführung in Stein denken. Aber ist da nicht ein kleiner Riss am unteren Schaft der Säule? Und wieso ruhen die schweren Elemente nicht fest auf der Basis? Woher kommen die breiten Fugen? Das Material der Säule verrate ich hier: Es handelt sich um Holz. Der Baumeister, der hier für die Ästhetik schummelte, machte das nicht nur bei diesem kleinen Häuschen, sondern musste auch bei späteren Großaufträgen auf allerhöchste Ordre hin sehr sparsam bauen. Es hat ihm und seinen Entwürfen nicht geschadet – bis heute gilt er als Vorbild in seiner Zunft.

Der hier gesuchte Ort, der für einen privaten Bauherrn entstand, wäre beinahe verloren gegangen. Die Säulen waren schon weg. Allein zahlreiche Backsteine der Mauern dahinter blieben auf einem Haufen oberhalb eines Bergs noch stehen. Das Häuschen mit dem fruchtigen Namen wurde glücklicherweise gerettet. Die Steine verstecken sich heute hinter dem gelben Putz. Auch der gaukelt mit seinen monumentalen Fugen echte Größe vor. Die will ich dem Bau auch gar nicht absprechen – angesichts seiner unwahrscheinlichen Rettung steht er für eine besondere Zeit in der Stadtgeschichte und steht für Vieles mehr als es auf den ersten Blick scheint.

Wie heißt der Bau?

Wenn Sie die Antwort kennen, schicken Sie uns bis zum 16. Juli eine E-Mail mit dem Betreff “Bilderrätsel” an potsdam-newsletter@maz-online.de. Diesmal können Sie ein kleines Paket gewinnen. Darin verbergen sich verschiedene Dinge, etwa eine Powerbank zum Laden Ihres Handyakkus oder auch ein Regenschutz für Ihren Fahrradsattel. Oder hätten Sie lieber einen Zollstock, eine MAZ-Tasse oder gar einen hochwertigen Kugelschreiber? Der Gewinner wird per E-Mail benachrichtigt.

Sie haben ein eigenes Potsdam-Bilderrätsel für die Leser des Newsletters? Teilen Sie uns Ihre Idee gerne mit einem Foto mit!
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

In Bergholz-Rehbrücke kommt „Frau Feinkost“ jetzt aus der Schweiz: Nadia Höfert hat in der Geschäftsstraße die Nachfolge von Ute Lorenz angetreten, die samt ihres Feinkostladens der Liebe wegen nach Dresden gegangen ist. Ihre Nachfolgerin aus der Schweiz hat nun mit neuem Akzent ihr „G’nusslädeli“ eröffnet und will nach und nach auch ein Stück ihrer alten Heimat mit nach Rehbrücke holen
Frau Feinkost“-Betreiberin Nadia Höfert schätzt Schweizer Käse, wie den „Trüffeli“ sehr. Auch „Zickli mit Crema“ und „Rucksackfrühstück“ – viele Köstlichkeiten aus den Bergen kann man bei „Frau Feinkost“ entdecken. Foto: Gesine Michalsky
Frau Feinkost“-Betreiberin Nadia Höfert schätzt Schweizer Käse, wie den „Trüffeli“ sehr. Auch „Zickli mit Crema“ und „Rucksackfrühstück“ – viele Köstlichkeiten aus den Bergen kann man bei „Frau Feinkost“ entdecken. Foto: Gesine Michalsky
Eine Kostensteigerung von 115 Prozent? 29 statt bisher 13 Euro? Das war einem Berliner Paar eindeutig zu viel. Statt mit seinem Boot in Werder am Anleger der Stadt festzumachen wie jedes Jahr, drehten sie sofort wieder um - und schrieben kurz darauf der MAZ. „Für uns war es der letzte Besuch an diesem Anleger und wahrscheinlich in Werder“, sagte Heiko Walther. Doch was steckt dahinter? Meine Kollegin Annika Jensen hat recherchiert - und so viel sei verraten: Auch der Stadt selbst ist eine Kostensteigerung von 115 Prozent eindeutig zu viel. Wie es nun weitergeht mit dem teuren Stadtanleger, lesen Sie hier.
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Hafemeister: Das Letzte kommt zum Schluss

Die Debatte um die Zukunft von Rechenzentrum und Garnisonkirche ist wieder mal entfacht, die Stadt streitet, was Star-Architekt Daniel Libeskind kann, ob er überhaupt einen Beitrag leisten sollte, was denn nun aus dem Mosaik am Rechenzentrum werden soll - und welche Rolle Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) dabei spielt oder spielen sollte. MAZ-Karikaturist Jörg Hafemeister hat das Thema aufgegriffen und sagt selbst dazu: “Allen alles recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann. Und ob aus guten Absichten gute Architektur wird, wird sich zeigen. Bis dahin wird sich wohl weiter um Garnisonkirche, Rechenzentrum und Deutungshoheit gerungen.”

Karikatur: Jörg Hafemeister
Karikatur: Jörg Hafemeister
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