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Bombenentschärfung+++Unerklärlich hohe Inzidenz in Potsdam+++Filmbuch über Babelsberg

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Liebe Leserinnen und Leser,
an dieser Stelle muss ich ein etwas peinliches Geständnis ablegen: Obwohl ich viele Jahre (wie viele genau verschweige ich jetzt mal) an der Universität Potsdam studiert habe, habe ich in dieser Zeit nie den Nil-Klub besucht. Und das obwohl ich im Haus 11 - dort befindet sich der StudentInnenkeller - nun wirklich fast zu Hause war.
Doch wie das im Leben immer so ist: Für alles gibt es eine Zeit und so bin ich nun vor einigen Tagen das erste Mal durch die Kellerräume gelaufen. Die sind nämlich frisch saniert worden und können - wenn Corona es zulässt - wahrscheinlich schon im Sommer wieder genutzt werden. Wie es dort nun aussieht und was vor Ort stattfinden soll, habe ich hier für Sie aufgeschrieben.
Neben schönen ersten Malen, gibt es ja leider auch anstrengende Ereignisse, die sich ständig wiederholen. In Potsdam zählen dazu definitiv Bombenentschärfungen. Aufgrund der vielen Baustellen in der Stadt werden immer wieder Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden - jetzt war es wieder soweit.
Wie die Stadt am Montag mitteilte, wurde eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe englischer Herkunft aus dem Zweiten Weltkrieg am Montag auf dem Gelände des ehemaligen Tramdepots in der Heinrich-Mann-Allee gefunden. Der Blindgänger muss entschärft werden. Nach Angaben der Stadt erfolgt die Entschärfung durch Sprengmeister Mike Schwitzke am Mittwoch, 12. Mai 2021 - da kann ja eigentlich nichts schief gehen. Allerdings wird ein Sperrkreis gezogen, den rund 3000 Menschen bis 8 Uhr verlassen haben müssen. Alles Weitere zum Entschärfungstag lesen Sie hier.
Leider muss ich jetzt noch eine wirklich furchtbare Nachricht mit Ihnen teilen: In der Nacht zu Sonntag ist eine junge Frau auf der Wiese vor dem Gebäude der Landesinvestitionsbank gegenüber dem Hauptbahnhof vergewaltigt worden. Die Polizei sucht dringend Zeugen, die helfen können, den Täter zu identifizieren. Mehr zu der brutalen Tat inklusive Täterbeschreibung lesen Sie hier.
Brauchen Sie nach dieser Nachricht auch ein bisschen Liebe? Dann sei Ihnen dieser Text von meiner Kollegin Saskia Kirf empfohlen. Darin erzählt Sie, welche Potsdamer Katholische Gemeinde in Potsdam gleichgeschlechtliche Paare segnen möchte - obwohl der Vatikan ganz klar „Nein“ gesagt hat.
Ein dickes “Ja” zur Kunst sagt hingegen das Potsdamer Theater- und Performancefestival, das im August stattfinden soll und noch Künstlerinnen und Künstler sucht, die das Programm mitgestalten. Wer mit seinem Projekt dabei sein möchte oder andere Künstlerinnen und Künstler kennen lernen möchte, kann seine Bewerbung noch bis zum 15. Juni per Mail an rechenzelt@posteo.de schicken. Was es mit dem Festival genau auf sich hat, habe ich hier für Sie aufgeschrieben.
Und bevor ich Sie in unseren heutigen, wieder prall gefüllten Newsletter entlasse, möchte ich den Filmfans unter Ihnen noch die MAZ-Reihe “Mein Defa-Hit” empfehlen. Darin erzählen MAZ-Autorinnen und -Autoren ganz persönlich von ihrem liebsten Defa-Film, meinen Beitrag zum Märchen “König Drosselbart” finden Sie hier.
Übrigens können Sie uns auch gerne verraten, welcher Ihr liebster Defa-Film ist und mit etwas Glück sogar ein Buch von Kino-King Knut Elstermann gewinnen. Mehr zu der Aktion lesen Sie hier.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine glücksvolle Woche und jetzt viel Spaß beim weiteren Lesen.
Bleiben Sie gesund,
Ihre
Sarah Kugler
Redakteurin der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Wir freuen uns auf Ihr Feedback!
Das Stadtgespräch

Screenshot vom Dashboard des Robert-Koch-Instituts mit Stand Montag, 10. Mai 2021.
Screenshot vom Dashboard des Robert-Koch-Instituts mit Stand Montag, 10. Mai 2021.
Was ist los mit der Potsdamer Corona-Inzidenz? Während im Landkreis Potsdam-Mittelmark der Wert bei 64 liegt, weist Potsdam eine doppelt so hohe Ansteckungsquote auf - dabei war doch die Landeshauptstadt so lange Corona-Musterschüler im Landesvergleich. Jetzt aber stagnieren die Zahlen auf einem hohen Niveau, einem viel zu hohen, wenn man auf die angekündigten Pfingstöffnungen schielt. 
Meine Kollegin Saskia Kirf hat sich die Zahlen genau angesehen und festgestellt, dass zum einen eine bestimmte Bevölkerungsgruppe sich derzeit besonders häufig ansteckt - und kaum geschützt wird - und zum anderen viele Tests auch viele positive Ergebnisse ans Tageslicht bringen. Warum man trotzdem weitertesten muss, erklärt sie hier.
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Die Corona-Lage

Wie eben schon ausgeführt sind die Corona-Zahlen in Potsdam weiterhin ungewöhnlich hoch: Mit Stand Montag liegt die 7-Tage-Inzidenz in der brandenburgischen Landeshauptstadt bei 127,5. Im Vergleich: Am Vortag lag sie bei 122,6.
Die Zahl der Corona-Fälle in Potsdam ist in von Sonntag zu Montag Stunden um 18 gestiegen. Das sind 19 weniger als noch am Sonntag, jedoch werden am Wochenende meistens niedrigere Zahlen gemeldet, da sich weniger Menschen testen lassen.
Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich in Potsdam insgesamt 6780 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt.
Wie das Klinikum „Ernst von Bergmann“ am Montagmorgen mitteilte, werden vor Ort aktuell zehn Patienten auf der Covid-Intensivstation und neun Patienten auf der Covid-Normalstation behandelt. Insgesamt werden derzeit 19 Patienten in Zusammenhang mit Covid-19 in den beiden Potsdamer Kliniken behandelt, davon 12 intensivmedizinisch.
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Die besondere Geschichte

Nach langen Vorbereitungen beginnt nun der Rohbau der Gebäude im Block III in Potsdams Innenstadt. Foto: Bernd Gartenschläger
Nach langen Vorbereitungen beginnt nun der Rohbau der Gebäude im Block III in Potsdams Innenstadt. Foto: Bernd Gartenschläger
Nach jahrelangen Vorbereitungen ist es soweit: 14 Gebäude sollen gleichzeitig neben der Nikolaikirche errichtet werden. Drei Jahre ist es her, dass das Ende der alten Fachhochschule am Alten Markt sichtbar wurde und die ersten Betonstücke vom Abrissbagger abgebrochen wurden. Nachdem das DDR-Gebäude eingeebnet wurde, kann man seit einiger Zeit in eine tiefe Baugrube schauen – und in diesen Tagen nun das Wachstum des neuen Karrees beobachten, das offiziell als Block III bezeichnet wird.
Onya Memba ist Chef der großen Baustelle. „Das ist das spektakulärste Bauprojekt in ganz Brandenburg“, sagt der 30 Jahre alte gebürtige Berliner über seine Aufgabe. „Es ist natürlich eine Herausforderung, mit sechs Bauherren diesen Prozess zu steuern, aber da wollten wir als Dienstleister unbedingt dabei sein.“ 
Mein Kollege Peter Degener ist mit ihm über das Baufeld geschritten und hat sich die Pläne und Fortschritte vor Ort erklären lassen. Seinen Text lesen sie hier.
Und wenn Sie auch wissen möchten, welche Luxusläden und lokalen Händler gleich daneben enstehen sollen, lesen Sie doch hier gleich weiter.
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Verkehr aktuell

Die zweite Brückenhälfte der Nuthestraße soll jetzt abgerissen werden. Foto: Varvara Smirnova
Die zweite Brückenhälfte der Nuthestraße soll jetzt abgerissen werden. Foto: Varvara Smirnova
Die zweite Hochstraßenbrücke über die Friedrich-List-Straße wird abgerissen, um Platz für einen Brückenneubau zu schaffen. Von Freitag, 14. Mai, um 6 Uhr morgens bis zum darauffolgenden Mittwoch um 6 Uhr morgens wird die List-Straße deshalb voll gesperrt. Zeitgleich muss ebenfalls die Abfahrtsrampe von der Nuthestraße L 40 auf die Friedrich-List-Straße stadteinwärts gesperrt werden.
Das sorgt nicht nur für Verkehrseinschränkungen, sondern auch für Lärm. Beim Abriss der aus der Stadt herausführenden Brücke Anfang 2020 waren die Arbeiten nicht nur in Zentrum Ost und Babelsberg zu hören. Damals wurde sogar in einigen Nächten gearbeitet. Zu Vermeidung von Lärmbelästigung erfolgen die Abbrucharbeiten diesmal tagsüber im Zeitraum jeweils von 6 Uhr bis 22 Uhr. Immerhin: nach Anpassung der Verkehrsführung stehen jetzt zwei Fahrspuren stadteinwärts zur Verfügung. Stadtauswärts ist die L 40 allerdings auf eine Fahrspur reduziert, wodurch in diese Richtung Staugefahr besteht.
Unabhängig von dieser Großbaustellen gibt es diese Woche noch weitere Verkehrseinschränkungen auf Potsdamer Hauptstraßen einen Überblick lesen Sie hier.
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Der kulinarische Tipp

Ratatouille von Christopher Wecker. Foto: Christopher Wecker
Ratatouille von Christopher Wecker. Foto: Christopher Wecker
Im aktuellen Dreitage-Sommer möchte ich Ihnen einmal mehr die Rezepte von Christopher Wecker ans Herz legen. Der Chefkoch der Villa Kellermann am Heiligen See hat für die MAZ gleich mehrere Gerichte ersonnen, die auch bei knapp 30 Grad noch schmecken. Wie wäre es zum Beispiel mit Ratatouille? Das schmeckt warm genauso gut wie kalt. 
Zutaten: eine rote und eine gelbe Paprika, zwei Zucchini, zwei kleine Auberginen, eine rote und eine grüne Tomate, drei Kartoffeln, zwei Dosen passierte Tomaten bester Qualität sowie Thymian, Rosmarin und Knoblauch.
So wird’s gemacht: Die passierten Tomaten in einem Topf mit Salz, Zucker und Pfeffer abschmecken und köcheln lassen. Anschließend mit Thymian, Rosmarin und dem Knoblauch abschmecken und mixen. Einen Teil der Tomatensoße in eine runde Auflaufform geben und circa einen Zentimeter dick verteilen.
Das Gemüse waschen und in etwa fünf Millimeter dicke Scheiben schneiden, danach von außen nach innen spiralförmig schichten. Salz, gehackten Thymian und Rosmarin über das Gemüse geben und die restliche Tomatensoße darüber verteilen.
Dann muss der Auflauf für circa eine Stunde bei 160 Grad im Ofen schmoren. Bon appétit!
Noch mehr köstliche Rezepte von Christopher Wecker finden Sie hier
Tipp: Saskia Kirf
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Unser Buchtipp der Woche

Autor Sebastian Stielke vor dem Eingang des Studio Babelsberg. Foto: Bernd Gartenschläger
Autor Sebastian Stielke vor dem Eingang des Studio Babelsberg. Foto: Bernd Gartenschläger
Hundert Fragen, hundert Antworten: Mit seinem Buch „100 Facts about Babelsberg“ erzählt der Potsdamer Schauspieler Sebastian Stielke viele spannende Geschichten über den Filmstandort Potsdam. Selbst eingefleischte Filmfans können dabei noch Neues entdecken.
Oder hätten Sie zum Beispiel gewusst, dass der neurotische Droide C3PO der „Star Wars“-Filmreihe der Maria-Figur aus dem Film “Metropolis” nachempfunden ist? Oder, dass die Defa eine eigene Filmtrickabteilung hatte? Das alles und noch viel mehr können Sie in dem Buch nachlesen, dass gestern offiziell im Bebra-Verlag erschienen ist.
Und wenn Sie noch nicht ganz überzeugt sind, lesen Sie doch in diesen Artikel von mir. Darin erzählt Sebastian Stielke, warum er das Buch geschrieben hat und was es mit der grellen Cover-Farbe auf sich hat.
Tipp: Sarah Kugler
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Bilderrätsel: Die Auflösung

Die markanten Betonstelen zwischen Wällen verraten: es ist der Skatepark im Volkspark Potsdam. Bild: Peter Degener
Die markanten Betonstelen zwischen Wällen verraten: es ist der Skatepark im Volkspark Potsdam. Bild: Peter Degener
20 Jahre schon lockt dieser Skatepark die Potsdamer an. Die Anlage mit den Metallstreifen im Boden und den markanten, nackten Betonwänden zwischen grünen Wällen liegt im Herzen des Volksparks Potsdam und wurde 2001 eröffnet. Es war der Beginn einer zivilen Nutzung dieses Geländes, das seit Jahrhunderten vom Militär genutzt worden war. Friedrich II. führte im Bornstedter Feld Manöver durch, bei denen er seine Soldaten die schiefe Schlachtordnung üben ließ. Später waren hier die motorisierten Truppen der Wehrmacht und zuletzt russische Einheiten im Gange.
Als die ihre Kasernen im Potsdamer Norden verließen, ergriff man die Chance auf einen neuen Stadtteil mit dem Volkspark in seiner Mitte. Die alten Wälle, die in militärischer Zeit als Kugelfang dienten, sind nun bepflanzt und begehbar – und mitten drin befindet sich der Skatepark und ihm gegenüber eine große überdachte Spielfläche. Dass dort die jamaikanischen Reggae-Legenden „The Wailers“ 2004 auftraten, ist auch schon Geschichte. Bis heute sollte deshalb mit und ohne Rollen an den Füßen beim Besuch des Volksparks gelten: „Baby, don‘t worry about a thing.“
Rätsel und Auflösung: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Erich Günther (1923 - 2021) war Kameramann und Trickspezialist bei der Defa. Foto: Uwe Fleischer
Erich Günther (1923 - 2021) war Kameramann und Trickspezialist bei der Defa. Foto: Uwe Fleischer
Er ließ Gespenster durch Wände gehen, Katzen sprechen und meldete ein eigenes Filmtrick-Patent an. Am frühen Morgen des 30. Aprils ist der Kleinmachnower und ehemaliger Defa-Trickkameramann Erich Günther nun im Alter von 97 Jahren in einem Berliner Krankenhaus verstorben.
„Er war ein sehr lebenslustiger Mann, trotz Herzoperation vor zwei Jahren fit bis zum Schluss“, sagt Uwe Fleischer, ehemaliger Leiter der Defa-Trickfilmabteilung, der Erich Günther gut kannte. Was die beiden verbindet und welches bahnbrechende Patent Günther damals zu Defa-Zeiten anmeldete, habe ich hier für Sie aufgeschrieben.
Teltow arbeitet an seinem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (Insek) - nach 13 Jahren wird es Zeit zu überprüfen, welche Ziele bereits umgesetzt wurden und welche neu dazukommen sollten. Betrachtet werden dabei Wirtschaft, Wohnen, Soziales, Tourismus und andere Bereiche. Meine Kollegin Konstanze Kobel-Höller hat sich mit dem Papier auseinandergesetzt und verrät, welche Maßnahmen sich darin verstecken.
Die Corona-Lage in der Mittelmark ist im Vergleich zu Potsdam weniger brisant: Nach einem Absinken des Sieben-Tage-Wertes des Landkreises Potsdam-Mittelmark am Sonntag auf 61,4 stieg sie nach Angaben des Landes Brandenburg am Montag wieder leicht auf 64,6. Trotzdem liegt die Inzidenz des Kreises damit schon den 15. Tag unter der wichtigen Marke von 100.
Aktuell liegt kein Kreis und keine kreisfreie Stadt mit ihrem Sieben-Tage-Wert über 150, sechs – inklusive Potsdam mit 127,5 – liegen über 100, zwei sogar unter 50: Ostprignitz-Ruppin mit 42,5 sowie Brandenburg (Havel) ganz knapp mit 49,9.
Vatertag steht vor der Tür. Und mit ihm für viele Menschen ein verlängertes Wochenende. Wo zieht es die Mittelmärker an den kommenden freien Tagen trotz Corona hin? Zwei Bootsverleiher haben der MAZ erzählt, womit sie rechnen. Der Tourismusverband Fläming weiß schon jetzt: Die Nachfrage nach Aktiv-Angeboten ist massiv gestiegen. Und in einer Stadt im Landkreise ist definitiv gar nichts zu erwarten. Mehr dazu lesen Sie hier.
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Hafemeister: Das Letzte kommt zum Schluss

Karikatur: Jörg Hafemeister
Karikatur: Jörg Hafemeister
“Testen, testen, testen. Ist der Test negativ, ist es gut, ist er positiv, ist es schlecht”, so sagt MAZ-Karikaturist Jörg Hafemeister diese Woche. “Auch wenn die Tests ein bisschen mehr Spielraum verschaffen: Nach dem Test ist vor dem Test – das kann man auch in Potsdam testen. Und zwar gratis.”
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