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Bomben und Corona+++Einzelhandel+++Flughafen

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Liebe Leserinnen und Leser,

als angehende Journalistin habe ich mal gelernt: Wer als Reporter gute Geschichten finden will, muss nur mit offenen Augen durch die Welt gehen. Tatsächlich reicht es im Redaktionsalltag manchmal schon aus, mit offenen Augen aus dem Fenster zu schauen und sich - wie jüngst geschehen - beim Anblick der Bombensucher vom Aradosee zu fragen: Was wäre eigentlich wenn…?
Was wäre, wenn Sprengmeister Mike Schwitzke und Kollegen auf einen Blindgänger stoßen würden? Was wäre, wenn hunderte, womöglich sogar tausende Potsdamer für die Entschärfung evakuiert werden müssten? Und was wäre nur, wenn all diese Menschen mitten im Corona-Lockdown zusammen in einer Halle säßen? Fragen, denen mein Kollege Peter Degener auf den Grund gegangen ist - mit erstaunlichem Ergebnis.
Um es vorwegzunehmen: Die Sache mit den Bomben ist offenbar kompliziert. Dabei könnte sie ganz einfach sein. So wie es am Ende auch die Lösung im Potsdamer Holzstapelstreit war. Jahrelang hatten sich die Stadt und das Inselhotel juristisch um einen Kaminholzstapel gestritten - nun ist eine Lösung da. Und die ist fast schon zu simpel, um wahr zu sein.
Einfach war es für Ralph Richter hingegen nicht - der Abschied vom Flughafen Tegel. Von dort aus absolvierte der Potsdamer seinen ersten Flug, 1990 gleich nach der Wende - Ziel Mallorca. Am Sonntag saß er nun im letzten Flieger, der jemals das Rollfeld des Flughafens verlassen hat. Ein Erlebnis, das er nie vergessen wird und meiner Kollegin Nadine Bieneck nur wenige Stunden nach der Landung geschildert hat.
Was sonst noch los war? Sie ahnen es: Die Corona-Pandemie hat Potsdam, die Kliniken und die Stadtverwaltung weiter fest im Griff. Und einige Aufregung an Schulen gab es auch noch. Mehr dazu lesen Sie in unserer neuen festen Corona-Rubrik weiter unter im Newsletter.
Und dann habe ich noch eine gute Nachricht für Sie zum Schluss: Die Potsdamer Malteser haben eine Einkaufshilfe ins Leben gerufen - und die ersten Freiwilligen sind auch schon im Einsatz.

Ihnen wünsche ich eine schöne Woche, passen Sie gut auf sich auf, lassen Sie sich nicht vom Corona-Blues packen und bleiben Sie gesund! Den nächsten Newsletter finden Sie wieder am Freitag in Ihrem Postfach.
Herzliche Grüße
Ihre
Anna Sprockhoff
Leiterin der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Ich freue mich auf Ihr Feedback!
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Das Stadtgespräch

Foto: Bernd Gartenschläger
Foto: Bernd Gartenschläger
Als Karstadt diesen Sommer vor der Schließung stand, haben viele Potsdamer gezittert. Die große Frage: Was passiert mit dem Einzelhandel im Zentrum, wenn „der Magnet“ wegbricht? Die Potsdamer Karstadt-Filiale ist vorerst gesichert, doch die Zukunft des Einzelhandels in der Stadt (und im Speziellen der Innenstadt) deshalb noch lange nicht. Erstmals seit 2014 wird das dazugehörige Konzept fortgeschrieben. Die Industrie- und Handelskammer IHK sieht darin zwei gefährliche Maßnahmen, die das Zentrum weiter schwächen könnten, und hofft auf Nachbesserung von der Verwaltung. Einerseits soll der Johan-Bouman-Platz an der Pappelallee aufgewertet werden und deutlich größere Sortimente anbieten dürfen, andererseits sollen sehr kleine Läden auch außerhalb der Innenstadt bislang nur im Stadtzentrum erlaubte Sortimente führen dürfen – die Wirtschaftsförderung nennt den neuen Typ den „Potsdamer Laden“.
Bringt das die Innenstadt in Gefahr? Oder stärken diese beiden Ideen vor allem den Norden? Der ist in der Stadtentwicklung bislang hauptsächlich durch Wohnungen hervorgetreten, bietet aber nur wenig Einkaufsmöglichkeiten für die zahlreichen Bewohner. Immerhin überholt das Bornstedter Feld bald den Stern als einwohnerstärksten Stadtteil. Die Verwaltung jedenfalls verteidigt ihre Ideen gegenüber der Industrie- und Handelskammer.
Text: Peter Degener
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Die aktuelle Corona-Lage

Foto: Varvara Smirnova
Foto: Varvara Smirnova
Die Zahlen
In den vergangenen Tagen schwankte die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen am Tag zwischen 43 (Samstag) und acht (Montag), die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Sonntag bei 120,9.  Angaben zu Kontaktpersonen, zu den Patienten in den Krankenhäusern sowie zum aktuellen Sieben-Tage-Inzidenzwert, wie sie bisher in das tägliche Update des Gesundheitsamtes gehörten, fehlten am Montag.
Die Krankenhäuser
Am Montag haben weder Stadt noch Krankenhäuser aktuelle Patientenzahlen gemeldet. Am Sonntag sind im Ernst-von-Bergmann-Klinikum 18 Corona-Patienten auf der Normalstation und zehn Corona-Patienten auf der Intensivstation behandelt worden, von denen acht beatmet werden. Im Alexianer-Krankenhaus St. Josefs lagen am Sonntag sechs Corona-Patienten auf der Normalstation.
Die Schulen
Nachdem am Wochenende bekannt wurde, dass eine Lehrkraft der Neuen Gesamtschule Babelsberg und ein Kind an der Kita Neunmalklug positiv auf das Coronavirus getestet wurden, ist nun auch die Rosa-Luxemburg-Schule betroffen. Die Rosa-Luxemburg-Schule ist die nunmehr zehnte Schule in Potsdam, die mit einem Corona-Fall umgehen muss. 
Am Sonntag meldete die Stadt zunächst, dass das Filmgymnasium und nicht die Neue Gesamtschule betroffen sei, das stellte sich am Montag als Fehler heraus - der Oberbürgermeister selbst nahm Stellung dazu.
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Die besondere Geschichte

Sabine Kugler bietet Lehrgänge für QiGong&Coaching in Potsdam an. Foto: Bernd Gartenschläger
Sabine Kugler bietet Lehrgänge für QiGong&Coaching in Potsdam an. Foto: Bernd Gartenschläger
Lockdown – nichts geht mehr. Zumindest sind viele Lebensbereiche eingeschränkt. Wie kommen die Menschen in Potsdam und dem Umland durch die Corona-Krisenzeit im November? Die MAZ begleitet eine Familie, einen Feuerwehrmann, eine Qi-Gong-Lehrerin und ein Seniorenpaar und berichtet über ihre Erfahrungen. Was bewegt sie? Welche Sorgen haben sie? Wie kommen sie durch die schwierige Zeit? Haben sie vielleicht Tipps für andere?
Was Sie bisher im Lockdown erlebt haben, lesen Sie hier.
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Der kulinarische Tipp

Alexander Stüver, Inhaber des Quendels in der Potsdamer Sellostraße. Quelle: Bernd Gartenschläger
Alexander Stüver, Inhaber des Quendels in der Potsdamer Sellostraße. Quelle: Bernd Gartenschläger
Nach dem Arbeitstag noch fix in den Lieblingsimbiss oder am Wochenende ins Restaurant um die Ecke – nichts da. Der erneute Lockdown hat die Gastronomie erneut lahmgelegt, schon zum zweiten Mal in diesem Jahr sind die Türen der Gaststätten und Bistros, der Cafés und Bars zugesperrt. Vor Ort darf nichts verzehrt werden, selbst die Pizza darf es nicht vor der Tür des Stamm-Italieners aus dem Karton geben. Um zu überleben, setzen deshalb viele Potsdamer Gastronomen erneut auf Abhol- und Lieferdienste. Der große Gewinn für die hungrigen Potsdamer: Endlich gibt es nicht mehr nur Pizza und Thai Food bis an die Haustür geliefert, die Lieferungen bilden vielmehr die große Angebotsspanne der Stadt ab.
Die größte lokale Plattform ist dabei „Potsdam liefert“. Die Homepage bietet allen Anbietern die Möglichkeit, mit wenig Aufwand auf einem digitalen Marktplatz zu erscheinen. Um die 15 haben sich bisher angemeldet, auf der Seite sind die Restaurants nach ihrer Küche sortiert: Sushi, Pasta, Salat, gutbürgerlich. 
Welche weiteren Anbieter und Spezialitäten es derzeit auf dem Potsdamer Markt gibt und wie sie die Gastronomie der Stadt unterstützen können, lesen Sie hier.
Text: Saskia Kirf
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Verkehr aktuell

Foto: Bernd Gartenschläger
Foto: Bernd Gartenschläger
Leipziger Dreieck, Nutheschnellstraße, Leipziger Straße: Viele von Ihnen kennen die Staufallen bereits, die den Verkehrsteilnehmern in Potsdam auch in dieser Woche wieder Geduld abfordern. Auch die Dortustraße bleibt zwischen Spornstraße und Breite Straße in Richtung Breite Straße halbseitig gesperrt, in der Friedrich-List-Straße werden Fußgänger und Radfahrer weiterhin umgeleitet. Auch die Einschränkungen in der Zeppelinstraße wegen der Herstellung einer Busspur bleiben bestehen.
Alle weiteren Baustellen lesen Sie wie gewohnt in der wöchentlichen Verkehrsprognose.
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Unsere Entdeckung der Woche

Die Tenetrio-Gründerinnen Sabrina Jaap, Katrin Figueroa und Ina Henkel (v.l.). Quelle: Darius Ramazani
Die Tenetrio-Gründerinnen Sabrina Jaap, Katrin Figueroa und Ina Henkel (v.l.). Quelle: Darius Ramazani
Was die große Mehrheit der Deutschen wahrscheinlich als Nahrung ekeln mag, scheint bei Hunden gut anzukommen: Mehlwürmer. Drei Nuthetaler Unternehmerinnen haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Futter der pelzigen Begleiter nachhaltig zu produzieren und entschieden sich für Insekten als Proteinquelle. So braucht die Produktion der Mehlwurmproteine fünf Prozent Wasser im Vergleich zur gleichen Menge Protein aus Säugetieren. Die Tatsache, dass das Unternehmen Tenetrio seit drei Jahren rasant wächst, zeigt: Die Hunde stehen total auf die Insekten in ihren Leckerlis, ihrem Nass- und ihrem Trockenfutter. Der MAZ hat Sabrina Jaap, eine der drei Unternehmerinnen, erklärt: Bei der Hundenahrung soll es nicht bleiben.
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Bilderrätsel: Wo ist das?

Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Die schöne, sehr prominente Umgebung spiegelt sich in diesem Haus, das dank seiner gläsernen Front sehr offen wirkt. Dabei war es lange Zeit vielleicht eines der am besten gesicherten Gebäude Potsdams. Zumindest sein Innerstes war schwer geschützt – und liegt heute vermutlich brach, obwohl ein Nachmieter eingezogen ist. Welche Verwendung wird der neue, gänzlich andersartige Nutzer des Hauses für meterdicken Beton und Stahl gefunden haben?
Die neuen Mieter aus dem Wissenschaftsbereich werden sicherlich darüber den Kopf geschüttelt haben, wieso man für 37,5 Millionen Euro ein Haus mit sehr speziellen Anforderungen baut – um nur fünf Jahre später zu entscheiden, dass man schon bald wieder auszieht. Genau zehn Jahre lang wurde die Bestimmung des Hauses erfüllt. Es braucht keine Forscher, um zu erkennen, dass Nachhaltigkeit anders aussieht. Aber vielleicht hatten die Vormieter einfach zu viel Geld.
Wenn Sie die Antwort kennen, schicken Sie uns bis zum 12. November eine E-Mail mit dem Betreff “Bilderrätsel” an potsdam-newsletter@maz-online.de. Sie können ein kleines Paket gewinnen.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

„Wir haben Ende Oktober beim Land hinterlegt, dass wir unsere Kapazitäten ausgeschöpft haben und bei einem höheren Infektionsgeschehen nicht mehr viel geht“, sagt Potsdam-Mittelmarks Sprecher Kai-Uwe Schwinzert. Der Brandenburg-Vergleich zeigt, dass das Gesundheitsamt massiv unterbesetzt ist, selbst kleinere Kreise haben mehr Personal im Kampf gegen die Corona-Pandemie im Einsatz – sei es unter der Woche oder am Wochenende. Doch was heißt das, wie sind die Aussichten und wie genau sieht es im Rest Brandenburgs aus? Das lesen Sie hier.
Foto: Luise Fröhlich
Foto: Luise Fröhlich
Versand-Riese Amazon hat sich im Magna-Park bei Plötzin vergrößert: Der Onlinehändler ist nach einem Jahr im Provisorium in eine doppelt so große Halle gezogen, in der künftig noch mehr Pakete ankommen und verteilt werden können. Der Gewerbepark direkt an der A10 wächst auch abgesehen davon immer weiter. Im nördlichen Teil, für Autobahn-Pendler gut sichtbar, entstehen neue Hallen mit Platz für mehrere Mieter. Gerade in Corona-Zeiten ist wieder deutlich geworden, wie wichtig die Logistikbranche ist, sagte Werders Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU). 
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Hafemeister: Das Letzte kommt zum Schluss

Karikatur: Jörg Hafemeister
Karikatur: Jörg Hafemeister
Die Skulpturen im Park Sanssouci werden gerade wieder eingehaust. Ist da eine eine Verschwörung des Hausherren im Gange?
MAZ-Karikaturist Jörg Hafemeister vertraut den wissenschaftlich und praktisch nachweisbaren Schäden, die selbst die unsterblichen Götter aus Marmor davontragen, wenn sie den Winter so ganz ohne KFS (Kopf-bis-Fuß-Schutz) draußen stehen würden. Er sagt: “Gilt für Frost genauso wie für Corona: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.”
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