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Blick ins Impfzentrum+++Grünkohl vom Spitzenkoch+++Schnitzeljagd durch Babelsberg

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Liebe Leserinnen und Leser,
haben sich Emil und Emilia über ihre Geschenke gefreut? Das wissen Sie nicht? Wer sind die zwei überhaupt? Es gibt natürlich ganz viele Emils und Emilias in Potsdam – ich kenne selbst einen kleinen Jungen in der Nachbarschaft, der so heißt. Seine Eltern waren Trendsetter, denn Emil ist zum beliebtesten Vornamen in Potsdam aufgestiegen. Von Rang drei auf die eins innerhalb eines Jahres. Wobei er, ehrlich gesagt, vor einigen Jahren schon mal ganz oben stand. Aber nun steht erstmals auch Schwesterchen Emilia neben ihm. Sie hat sogar vier Plätze zur Pole-Position gut gemacht. Tschüß Charlotte, bye-bye Ben!
Meine Kollegin hat im Standesamt aber nicht nur nach den häufigsten Namen gefragt, die Neugeborenen in Potsdam in diesem Jahr gegeben wurden, sondern auch nach ungewöhnlichen Namen. Zwei Beispiele: Anthea und Greatness. Ist das nicht großartig? Ein ganz und gar althergebrachter Name ist in Potsdam in diesem Jahr nicht ein einziges Mal vergeben worden. Warum wohl?
Das Jahr 2020 steht kurz vor dem Ende. Zeit für einen Rückblick. Aber wovon soll da schon die Rede sein außer von Covid und Corona? Sie werden überrascht sein. In Potsdam ist 2020 noch mehr passiert. Noch ein C-Wort gefällig? Klingelt‘s noch bei „Citrix?“. Die Cyberattacke auf das Rathaus steht im ersten Teil unseres Jahresrückblicks ganz weit vorn. Es gab aber auch in diesem Jahr gute Nachrichten. Das Karstadt-Kaufhaus in der Brandenburger wurde vorerst gerettet, wie sie im Rückblick für die zweite Jahreshälfte lesen können. Und so viele Potsdamer Themen drehten sich in diesem Jahr weiter. Stichwort Strandbad Babelsberg, Gartensparte Angergrund, der Lokzirkus in der Medienstadt und auch der Weiterbau der Garnisonkirche.
Und was bringen die letzten Tage dieses und die ersten Tage des kommenden Jahres? Die Potsdamer Händler bleiben kreativ, um trotz Lockdown zumindest einen Teil ihres Geschäfts zu sichern. Dabei bewegen sie sich zuweilen an der Grenze dessen, was laut Verordnung rechtlich zulässig ist.
Und im Privaten stellt sich unmittelbar nach dem Fest die Frage: Wohin mit dem Weihnachtsbaum? Das gemeinschaftliche Verbrennen wird in diesem Jahr wohl ausbleiben. Da kriegt die Stadtentsorgung Step umso mehr zu tun. Bäume aus über 100.000 Haushalten müssen entsorgt werden. Der Plan dafür steht bereits. Zwischen dem 4. und dem 29. Januar werden die von Schmuck befreiten Bäume aus allen Straßen der Stadt abgeholt. Weil mancher etwas länger Freude am Weihnachtsbaum haben möchte, kommt das Müllauto zwei Wochen später nochmal vorbei. Hier finden Sie ein paar Hinweise, was es für Sie zu beachten gilt – und einen Link zum Abfallkalender. Da steht drin, wann die Bäume in Ihrer Straße abgeholt werden.
Meiner bleibt mindestens bis zum 6. Januar stehen, damit mein „Emil“ noch etwas unterm Baum mit seiner neuen Rennbahn spielen kann.
Bleiben Sie gesund, kommen Sie bei allen Widrigkeiten dennoch gut rüber. Sie lesen dann hoffentlich am Neujahrstag wieder hier von mir.
Ihr
Peter Degener
Redakteur der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Ich freue mich auf Ihr Feedback!
Das Stadtgespräch

Das Impfzentrum in der Metropolis-Halle. Foto: Julius Frick
Das Impfzentrum in der Metropolis-Halle. Foto: Julius Frick
Noch eine Woche, dann nimmt das Impfzentrum gegen das Corona-Virus in der Babelsberger Metropolis-Halle die Arbeit auf. Die MAZ hat sich Montag einmal in der mehr als 3000 Quadratmeter großen Halle umgesehen. Anlass war der Besuch von Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) im Potsdamer Impfzentrum. Sie hat sich bei der Gelegenheit auch dazu geäußert, ob für geimpfte Menschen andere Regeln und weniger Einschränkungen gelten sollten, als für ungeimpfte Menschen.
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Die Corona-Lage

Covid-Station im Ernst-von-Bergmann-Krankenhaus. Foto: Bernd Gartenschläger
Covid-Station im Ernst-von-Bergmann-Krankenhaus. Foto: Bernd Gartenschläger
Unmittelbar nach den Feiertagen scheint die Infektionslage ruhig. Während an Heiligabend noch 113 Neuinfektionen gemeldet wurden, waren es an den vier Tagen danach zusammen 117.
Doch das trügt. „Die aktuellen Zahlen spiegeln nicht das Infektionsgeschehen in der Stadt wider. Sowohl Hausärzte als auch Testzentren waren über die Feiertage nicht regulär im Dienst, sodass wir von deutlich mehr Neuinfektionen ausgehen müssen, als bislang bekannt“, erklärte Potsdams Stadtsprecher Jan Brunzlow am Montag.
Auf den Covid-Stationen der Potsdamer Kliniken liegen mittlerweile 107 Menschen, die Kapazitäten müssen immer wieder zu Lasten anderer Stationen aufgestockt werden.
Ein kleiner Trost: Der MAZ-Aufruf Dankesbotschaften für das medizinische und nicht-medizinische Personal in den Potsdamer Krankenhäusern zu senden, hat zu vielen Reaktionen geführt. Ein Gedicht erreichte uns ebenso wie der persönliche Dank an ein ganz spezielles Potsdamer Pflegeteam. Auch die Grünen-Bundeschefin Annalena Baerbock reagierte. Hier finden Sie gesammelt die ersten Reaktionen.
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Der kulinarische Tipp

Christopher Wecker ist Chefkoch in der Villa Kellermann. Foto: Varvara Smirnova
Christopher Wecker ist Chefkoch in der Villa Kellermann. Foto: Varvara Smirnova
Der Entenbraten ist aufgegessen und die letzten Kartoffelsalatreste schmecken auch nicht mehr so richtig? Dann lassen Sie sich doch von Spitzenkoch Christopher Wecker ein Grünkohlrezept vorschlagen. Wecker ist Chefkoch in der Potsdamer Villa Kellermann, das Restaurant wird betrieben vom Berliner Zwei-Sterne-Koch Tim Raue, Inhaber ist Günther Jauch. Christopher Wecker stammt aus Paderborn, er hat die gutbürgerliche Küche im Blut – und sich dann auf ein absolutes Topniveau gekocht. Sein Grünkohlrezept hat er exklusiv für die MAZ-Leser aufgeschrieben.
Für vier Personen brauchen Sie: 500 Gramm frischen, geputzten Grünkohl, eine Zwiebel, je 100 Gramm durchwachsenen Speck und Kasselernacken, 200 Gramm fein gewürfelte Kartoffeln, 300 Mililiter Gemüsebrühe, je zwei Esslöffel Butter und Gänseschmalz, drei Pinkelwürste, Salz, Pfeffer, Lorbeer und Piment.
Den Grünkohl in gut gesalzenem Wasser blanchieren und anschließend in Eiswasser abschrecken. Danach gut abtropfen lassen und grob hacken. Zwiebeln und Speck fein würfeln und in dem Gänseschmalz und der Butter schmoren. Anschließend die Kartoffelwürfel dazu geben und ein paar Minuten mitbraten.
Tipp: Saskia Kirf
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Unsere Entdeckung der Woche

Der Beginn der Babelsberger Schnipseljagd am Plantagenplatz. Foto: Alexander Engels
Der Beginn der Babelsberger Schnipseljagd am Plantagenplatz. Foto: Alexander Engels
Ich reagiere nicht sehr oft auf Zettel, die an Laternen hängen. Meist sind es Wohnungssuchende, denen ich nicht helfen kann, oder vermisste Tiere, die mir nicht aufgefallen sind. Jetzt aber ließ mich so ein flatterndes Blatt hart in die Fahrradbremsen gehen. Erstens ist die kleine Babelsberger Nebenstraße, in der ich es entdeckte, untypisch für Laternenzettel, zweitens hing da ein Stern. Ein laminierter Stern. Darauf stand die Geschichte vom kleinen Schaf Wolly. Zumindest stand dort ein Kapitel einer insgesamt zehnteiligen Geschichte. Jemand, der anonym bleibt, hatte sich die Mühe gemacht, eine Geschichten-Schnipseljagd für Familien durchs nördliche Babelsberg für die Feiertage vorzubereiten.
Start und Ziel war der Plantagenspielplatz. Eine schöne Idee für ein Weihnachten auf Abstand. Meine Familie hat die Geschichte von Wolly auf jeden Fall komplett gelesen.
Text: Alexander Engels
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Bilderrätsel: Wo ist das?

Wo in Potsdam ist das? Foto: Peter Degener
Wo in Potsdam ist das? Foto: Peter Degener
Heute machen wir es ganz kurz, denn diesen Ort erkennt doch jeder in Potsdam! Sogar die Touristen! Oder? Wo tragen die mit Weinblättern umrankten und berauschten Begleiter von Bacchus, dem Gott der Feste und Ekstase scheinbar ein Dach samt Kuppel auf ihren Schultern? An welchem zentralen Brandenburger Ort strahlt das markante sandige Gelb in der Sonne?
Wenn Sie die Antwort kennen, schicken Sie uns bis zum 31. Dezember eine E-Mail mit dem Betreff “Bilderrätsel” an potsdam-newsletter@maz-online.de. Sie können ein kleines Paket gewinnen.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Bild:  Fusion Medical Animation/Unsplash/hfr / RND/kha
Bild: Fusion Medical Animation/Unsplash/hfr / RND/kha
Über das lange Weihnachtswochenende sind die gemeldeten Infektionszahlen und auch die Sieben-Tage-Inzidenz gesunken. Die Lage ist aber nicht entschärft, sondern es gab weniger Tests und weniger Meldungen. Die Inzidenz beträgt aktuell 170,4, es gibt mit Stand Montagnachmittag 3186 laborbestätigte Corona-Fälle im gesamten Kreisgebiet. Ab dem 4. Januar sind die Schulen im Kreis Potsdam-Mittelmark, wie im ganzen Land Brandenburg, im Distanzunterricht. Die Kreisverwaltung hat die Antragsunterlagen für Eltern von Hortkindern online gestellt.
Es zupft am Hosenbein und dann kommt die Frage: „Du, Tante, was ist das mit dem Sex?“ Nun ist Fingerspitzengefühl gefragt. Biene-Blümchen-Storch-Trallala oder „Das ist noch nichts für dich“ war gestern. Heute müssen Kita-Erzieherinnen mit einem sexualpädagogischen Konzept reagieren können. So etwas vermittelt Anke Sieber vom Verein Dreist derzeit in Fortbildungen für Einrichtungen des Kita-Trägers Menschenskinder Teltow. Meine Kollegin Madlen Pilz hat sich erklären lassen, was wichtig ist, damit heutige Kinder nicht mit einem Tabu-Komplex aufwachsen.
Bürgermeister Michael Grubert (SPD). Foto: Konstanze Kobel-Höller
Bürgermeister Michael Grubert (SPD). Foto: Konstanze Kobel-Höller
Was war in Kleinmachnow 2020 los - außer Corona? Gar nicht so wenig - wie Bürgermeister Michael Gruber (SPD) im Interview mit MAZ-Reporterin Konstanze Kobel-Höller rückblickend sagt. Die Wildschweine waren los. Immer noch und nun verschärft um das Risiko der Afrikanischen Schweinepest. Das Ringen um den Hort am Hochwald, die Sommerfeldsiedlung und die 100-Jahr-Feier beschäftigten den Rathauschef ebenso. Auch, warum er so manche Diskussion als “Luxusproblem” empfindet, hat Michael Grubert verraten - und welches Glück ihn 2021 erwartet.
Text: Alexander Engels
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Hafemeister: Das Letzte kommt zum Schluss

Karikatur: Jörg Hafemeister
Karikatur: Jörg Hafemeister
Die letzte Karikatur von Jörg Hafemeister in diesem Jahr verleitet vor allem zum Kopfnicken. Der Künstler sagt: “Virenlastig, kulturbeschränkt und böllerfrei - 2020 macht sich demnächst vom Acker und wird uns doch noch Jahre beschäftigen. Achten Sie beim Sekt-Einschenken drauf, das Ihr Glas halbvoll und nicht halbleer ist. Denn 2021 braucht es Optimisten! In diesem Sinne: Auf ein gesundes Neues!”
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