Profil anzeigen

Behlertstraße+Neuinfektionen+Wohnen auf dem Winzerberg

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser, stellen Sie sich vor, Sie ernten in der Karl-Liebknecht-St
MAZ Potsdam-NewsletterMAZ Potsdam-Newsletter
MAZ Potsdam-Newsletter
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

stellen Sie sich vor, Sie ernten in der Karl-Liebknecht-Straße Ihre eigenen Karotten, Kartoffeln und Erdbeeren. Gemeinsam mit der Nachbarschaft sitzen Sie abends zwischen den Hochbeeten auf einer geschwungenen Holzplattform und trinken ein Glas Wein oder Sie treffen sich nachmittags zum Kaffee mit anderen Familien und schauen den Kindern beim Spielen zu.
Was es dafür braucht? Wie das aussehen könnte? Darüber haben sich Bühnenbildner Christoph Gehre und sein Mitarbeiter Frederic Urban Gedanken gemacht - und eine Vision für den Babelsberger Kiez entworfen, die in den sozialen Netzwerken bereits viel Anklang findet. Auch der Stadtverwaltung haben die beiden Babelsberger ihr Konzept geschickt. Als Anregung. Ob etwas daraus wird? Als Babelsbergerin fände ich persönlich es toll. Vielleicht, liebe Stadt Potsdam, könnten wir zumindest darüber diskutieren.
Ausdiskutiert hat sich indes das Thema Corona-Sachprämie - zumindest für die Mitarbeiter des St. Joefs-Krankenhauses. Während ein Großteil der Kollegen im städtischen Bergmann-Klinikum als Dank für ihren Corona-Einsatz 500 Euro bekommen haben, hatte Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) dem Team des katholischen Krankenhauses Gutscheine für städtische Einrichtungen in Aussicht gestellt. Das kam von Anfang an nicht gut an, jetzt erklärt die Stadt auf Anfrage der CDU: Im Josefs sind die Gutscheine “einhellig abgelehnt” worden.
Doch es gibt auch gute Nachrichten aus dem Krankenhaus, das zum Höhepunkt der Krise einen Großteil der Arbeit in der Stadt allein stemmen musste: Das Josefs-Krankenhaus fährt seinen Betrieb weiter hoch, öffnet sich im nächsten Schritt für Patienten und Besucher. Einige Einschränkungen bleiben allerdings bestehen - und das ist wohl auch gut so.
Denn die aktuelle Corona-Lage in Potsdam zeigt: Es ist noch nicht vorbei. Am Wochenende sind drei neue Infektionen bekannt geworden, im Klinikum “Ernst von Bergmann” muss zudem erstmals seit Wochen wieder ein Corona-Patient auf der Intensivstation beatmet werden.
Was es sonst noch Neues gibt in Potsdam? Die jüngste Bombensprengung in der Havel hat es ins Museum geschafft, genauer ins Militärhistorische Museum Berlin. Dort ist aktuell die Ausstellung “Was vom Krieg übrig bleibt” zu sehen - samt Splitter des 250 Kilogramm schweren Blindgängers, den Sprengmeister Mike Schwitzke Ende Juni vor der Potsdamer Freundschaftsinsel kontrolliert gesprengt hat.
Hoffen wir, dass uns der nächste Bombenfund vorerst erspart bleibt. Denn genug Zündstoff für Diskussionen bietet die Stadt auch ohne weitere Blindgänger - da sind die jüngsten Proteste der Fridericus-Mitarbeiter für besseren Lohn nur ein Beispiel.

In diesem Sinne, bleiben Sie gesund und kommen Sie gut durch die Woche. Den nächsten Newsletter finden Sie wieder am Freitag in Ihrem Postfach. Alle aktuellen Neuigkeiten aus Potsdam und Umgebung lesen Sie wie gewohnt auf MAZ-online.de.
Herzliche Grüße
Ihre
Anna Sprockhoff
Leiterin der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Ich freue mich auf Ihr Feedback!

Das Stadtgespräch

Kleiner Vorgeschmack auf März 2021 und die geplanten Umleitungen. Grafik: Detlev Scheerbarth.
Kleiner Vorgeschmack auf März 2021 und die geplanten Umleitungen. Grafik: Detlev Scheerbarth.
Die gute Nachricht zuerst: Der Sanierungsstart der Behlertstraße ist verschoben und beginnt erst im März 2021 statt bereits im November 2020. Doch leider ist aufgeschoben ja nicht aufgehoben - der Megastau ist uns also sicher. Nur eben fünf Monate später.
Zur Erinnerung: Die Sanierung des Nadelöhrs wird anderthalb Jahre dauern - und selbst die Stadt gesteht ein, dass die “aktuelle Verkehrsmenge der Behlertstraße über die geplante Umleitung nicht vollständig abgewickelt werden” könne. Die Empfehlung der Verwaltung: Weiträumig umfahren. Da allerdings auch die Lange Brücke und das Leipziger Dreieck Dauerbaustelle sind, fragt man sich: Wie weiträumig?
Vorschlag des Linken-Stadtverordneten Ralf Jäkel: Die Behlertstraße sollte - um das Problem langfristig zu lösen - untertunnelt werden. Eine Idee, mit der er aber nicht nur bei der Stadt, sondern auch den eigenen Fraktionskollegen auf Granit beißt. Was uns bleibt? Ich fürchte, wir müssen die Kröte schlucken - und entweder aufs Fahrrad steigen oder uns in den Stau stellen.
***
Die besondere Geschichte

Blick aus dem Winzerhaus am Winzerberg. Foto: Rainer Schüler
Blick aus dem Winzerhaus am Winzerberg. Foto: Rainer Schüler
„Da müsste man wohnen!“ Das werden viele Potsdamer schon gedacht haben im Angesicht des Winzerbergs von Sanssouci kurz vor dem Haupteingang zum Park: diese weitläufigen Terrassen und hoch oben auf dem Berg diese romantische Turmvilla! Das dachte auch Heide Herborn, als sie mit ihrem Mann Martin auf Wohnungssuche war vor 41 Jahren.
Seit 1983 lebt das Paar in dem ungewöhnlichen Haus - und genießt eine einmalige Aussicht. Meinem Kollegen Rainer Schüler haben sie für unsere Serie “Zimmer mit Aussicht” die Tür geöffnet und ihm ihre ganz persönliche Haus-Geschichte erzählt.
Auch Sie schauen von Ihrem Fenster aus ins Grüne – oder auf eine lärmende Baustelle? Ihr Blick versinkt im See – oder im Häusermeer? Sie schauen von ganz weit oben auf unsere Stadt – oder sehen Sie vom Souterrain aus nur die Knöchel der Vorübergehenden? Vor Ihrem Fenster liegt Potsdams kitzligste Kreuzung, die munterste Bar, der verschwiegenste Hinterhof? – Zeigen Sie uns Ihre Aussicht!
Die MAZ stellt Potsdamer und ihre Aussichten vor. Sie wollen dabei sein oder kennen jemanden, der dabei sein sollte? Vorschläge bitte an 0331/2 84 02 80 und per E-Mail an potsdam-stadt@maz-online.de
***
Der kulinarische Tipp

Foto: Christopher Wecker
Foto: Christopher Wecker
Kartoffeln mit Quark: Schon als Kind konnte ich nicht genug davon bekommen - und auch heute noch liebe ich dieses Gericht. Vorausgesetzt, die Kartoffeln sind gut. Ich persönlich bin ja ein großer Fan der Sorte “Linda”, die Königin der deutschen Kartoffeln.
2005 hatte “Linda” bundesweit für Aufsehen gesorgt, weil sie nach 30 Jahren Sortenschutz vom Markt verschwinden sollte. Doch ein Bauer aus Niedersachsen sagte den großen Saatgutunternehmen den Kampf an, gründete den “Rettet Linda-Freundeskreis” und schaffte es nach einem langen gerichtlichen Streit, die Wiederzulassung der Sorte durchzusetzen. Wenn Ihnen auf dem Markt oder im Supermarkt also mal “Linda” begegnen sollten, greifen Sie zu! Herrlich gelb, wunderbar buttrig - kurzum: auf jeden Fall einen Test wert.
Doch auch wenn Linda pur schon ein Genuss ist, tut auch dieser Kartoffel Begleitung gut. Spitzenkoch Christopher Wecker aus der Villa Kellermann hat uns in der Corona-Zeit für dieses simple Gericht ein herrliches Rezept an die Hand gegeben: Kartoffeln mit Leinöl, Zitrone und Creme Fraîche. Das Rezept finden Sie hier.
***
Unsere Entdeckung der Woche

Räucherstäbchen aus Kräutern - made by Susanne Hackel. Foto: Friedrich Bungert
Räucherstäbchen aus Kräutern - made by Susanne Hackel. Foto: Friedrich Bungert
Heilsame Salben und Tinkturen, Tees und Räucherwerk, sanfte Naturkosmetik und eine wilde Kräuterküche sind das Metier von Susanne Hackel. Die Heilpraktikerin und Dozentin für Phytotherapie aus Potsdam gibt ihr Wissen in ihrer Naturheilpraxis und Kräuterwerkstatt weiter.
Ihre Kurse, Workshops, Fastenwochenenden und Heilpflanzenseminare führen aber auch in den Volkspark, ins Glauer Tal, an die Ostseeküste und in die Hansestadt Havelberg, wo Susanne Hackel ihre Kindheit und Jugend verbracht, wo sie ihre Liebe zur Natur entdeckt hat. 
In ihrem Blog teilt sie ihr Wissen - und Rezepte zum Nachmachen. Aktuell verrät sie ihren Lesen dort, wie man ein aphrodisierendes Massageöl mit Mohnblüten selber macht. Wer will, kann mit ihren Anleitungen auch einen qietschgrünen Kuchen mit Brennnesseln und Himbeeren backen, eine ganz besondere Limonade oder ein belebendes Haarwasser mit Rosmarin und Minze herstellen. Rezepte und Anleitungen gibt es mehr als genug.
Foto: Friedrich Bungert
Foto: Friedrich Bungert
Wer sich für Heilpflanzen und die Kraft der Natur begeistert, kann in ihrem Blog schnell eine Stunde oder mehr verbringen, sich durch die Rezepte der letzte Monate klicken - und sich dabei die eine oder andere Anleitung schon für den Winter zurücklegen. Den Blog “Kräuterwerkstatt & mehr” finden hier.
Wer sich außerdem für Susanne Hackel, ihr Leben und ihren Balkon in der Potsdamer Nutheschlange interessiert, kann in dem Artikel “So gärtnert es sich im Schatten der Nutheschlange” nachlesen.
***
Verkehr aktuell

Sommerzeit ist Baustellenzeit - das zeigt sich auch in dieser Woche beim Blick auf die aktuelle Verkehrsprognose. Die Liste der Baustellen auf Potsdams Straßen ist lang. Neben den bekannten Baustellen Leipziger Dreieck, Leipziger Straße, Kurfürstenstraße, Charlotten- und Hebbelstraße sowie Nuthestraße müssen Sie sich auf folgende Baustellen einstellen.
Auf der Baustelle der Hochstraßenbrücke laufen aktuell die Verschalungsarbeiten. Foto: Lutz Hannemann
Auf der Baustelle der Hochstraßenbrücke laufen aktuell die Verschalungsarbeiten. Foto: Lutz Hannemann
Die Potsdamer Straße ist auf Höhe der Lindstedter Chaussee halbseitig gesperrt. Eine mobile Ampel regelt den Verkehr, im Stau steht man hier trotzdem häufig.
Wegen Leitungsarbeiten ist die Gutenbergstraße Ecke Friedrich-Ebert-Straße voll gesperrt.
Wegen Bauarbeiten an der Gasleitung muss in der Zeppelinstraße auf Höhe Im Bogen jeweils die rechte Fahrspur je Richtung gesperrt werden. Der Verkehr wird über das Gleis geleitet. 
Für den Bau von Hausanschlüssen muss die Rudolf-Moos-Straße zwischen Walter-Klausch-Straße und Fritz-Zubeil-Straße für den Kfz-Verkehr gesperrt werden.
Für den Umbau der Tram-Haltestelle Fontanestraße ist die Rudolf-Breitscheid-Straße halbseitig gesperrt. Der Verkehr wird mit einer mobilen Ampel geregelt. 
Auf der Bundesstraße 2 kommt es wegen Baugrunduntersuchungen zwischen Amundsenstraße und Abzweig Krampnitz von 9 bis 14 Uhr zu punktuellen Sperrungen.
Die gesamte Verkehrsprognose im Überblick finden Sie hier.
***
Bilderrätsel: Wo ist das?

Foto: Peter Degener
Foto: Peter Degener
Rettungsfolie verhindert einen Blick in die Schaufenster. Auf Gold und auf Silber gewendet ist die Folie ein kleiner Blickfang in dieser geschäftigen Straße. Doch das Haus ist leider eine Ausnahme. Während in der Nachbarschaft Traditions-Geschäfte, darunter ein Schuh- und ein Fahrradgeschäft, ein Schlüsseldienst sowie ein Imbiss, ein Friseur und eine Bar existieren, steht das Ladengeschäft in dem Barockhaus leer.
Wie lange kleben die Folien da schon? Nur ein paar Monate? Und waren es zuvor nicht jahrelang Pappen? Nein, zwischenzeitlich gab es da einen ungewöhnlichen Lebensmittelladen. Trotzdem: Das ganze Haus ist eines der wenigen in der langen Straße, das nach dem Fall der Mauer anscheinend noch nicht einmal saniert wurde. Oder gleich zu Beginn mit einfachen Mitteln. Das wird vor allem deutlich, wenn man sich das Nachbarhaus anschaut. Ein Gebäude-Zwilling mit dem gleichen Schmuck grenzt links an und strahlt in sauberem Rosa.
In welcher Straße liegt das gesuchte Haus?
Wenn Sie die Antwort kennen, schicken Sie uns bis zum 30. Juli eine E-Mail mit dem Betreff “Bilderrätsel” an potsdam-newsletter@maz-online.de. Diesmal können Sie ein kleines Paket gewinnen. Darin verbergen sich verschiedene Dinge, etwa eine Powerbank zum Laden Ihres Handy-Akkus oder auch ein Regenschutz für Ihren Fahrradsattel. Oder hätten Sie lieber einen Zollstock, eine MAZ-Tasse oder gar einen hochwertigen Kugelschreiber? Der Gewinner wird per E-Mail benachrichtigt.
Sie haben ein eigenes Potsdam-Bilderrätsel für die Leser des Newsletters? Teilen Sie uns Ihre Idee gerne mit einem Foto mit! 
Rätsel und Text: Peter Degener
***
Das ist los im Umland

Bei der ersten Begegnung vor vier Jahren erinnerte einiges an den Film „Der Club der toten Dichter“, an den Lehrer im berühmten Kinostreifen, der vieles anders macht und mit unkonventionellen Methoden seine Schüler verblüfft, die er zu selbstständigem Handeln und freiem Denken auffordert. Damals, 2016, hatte Thomas Koch mit seinem Schülern aus der Wilhelmshorster Oberschule Station im kleinen Dorf Stücken gemacht. Die jungen Leute, die ein Jahr später die Schule abschließen würden, sollten die verschiedenen Arbeitswelten in der Region kennenlernen und herausfinden, was sie wollen. Im Dorf kochten sie mit einem Restaurant-Chef, schmiedeten Flaschenöffner, kümmerten sich um die Pferde auf dem Bauernhof und schossen mit Pfeil und Bogen. Damals dachte man: Wow, was für ein Lehrer, der so etwas organisiert! Und was für eine Leidenschaft!
Vier Jahre danach versucht Thomas Koch in sein Leben zurückzufinden. Dazwischen liegen turbulente Zeiten, in denen der Lehrer für politische Bildung und Kunst plötzlich nicht mehr schlafen kann, aus der Bahn geworfen wird und erst in einer Klinik wieder zur Ruhe kommt. Dazwischen liegt auch die Erkenntnis, dass einen Leidenschaft und Offenheit in dieser Welt auch gefährlich werden können, weil sie verletzlich machen. Das Porträt eines Lehrers, der vieles anders machen wollte.

Thomas Koch hat schwere Zeiten hinter sich und versucht, zurück ins Leben zu finden. Foto: Stephan Noak
Thomas Koch hat schwere Zeiten hinter sich und versucht, zurück ins Leben zu finden. Foto: Stephan Noak
Sind Sie schon mal versehentlich zum Geisterfahrer geworden? Mir ist diese Erlebnis bisher zum Glück erspart geblieben. Doch dieser Fall aus Stahnsdorf zeigt, wie schnell sich das ändern kann. Denn dort wird gerade der letzte Abschnitt der Potsdamer Allee ausgebaut, der Verkehr auf einer Länge von etwa 350 Metern mit zwei Ampeln auf einer Fahrbahn an der Baustelle vorbeigeführt. Dumm für die Anwohner: Wenn sie von ihren Grundstücken fahren wollen, sehen sie nicht, in welche Richtung die Ampel den Verkehr gerade freigibt. So kommt es in letzter Zeit häufiger zu Begegnungen der unliebsamen Art. Mein Kollege Heinz Helwig hat bei der zuständigen Verkehrsbehörde nachgefragt - und eine ernüchternde Antwort erhalten.
***
Das letzte kommt zum Schluss: Hafemeister

Das Geschäft mit den möblierten Wohnungen in Potsdam treibt die ohnehin schon horrenden Mietpreise zusätzlich in die Höhe, eine neue Zweckentfremdungs-Satzung soll das verhindern. Ob es gelingt, bleibt abzuwarten. Unseren Karikaturisten Jörg Hafemeister hat die Debatte auf jeden Fall zu seiner neuen Zeichnung inspiriert, er selbst schreibt dazu: “Eine Wohnung zu haben ist toll, Besuch zu haben auch. Und Airbnb ist auch toll – solange Wohnwohnungen nicht dauerhaft zu Ferienwohnungen werden.”
Karikatur: Jörg Hafemeister
Karikatur: Jörg Hafemeister
Hat Ihnen diese Ausgabe gefallen?
Teilen Sie diesen Newsletter:
Wenn Sie diesen Newsletter nicht mehr empfangen wollen, können Sie ihn hier abbestellen.
Wenn Ihnen dieser Newsletter weitergeleitet wurde, können Sie ihn hier abonnieren.