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Autogeschichten mit Schlöndorff +++ Verzweiflung wegen Impfterminen +++ Zukunft des Staudenhofs

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!
Wann haben Sie sich zum letzten mal über irgendetwas so richtig gefreut? Bei mir was es der Schnee am vergangenen Wochenende - weil es der erste im Leben meines drei Jahre alten Sohnes war und der Kleine vor lauter Freude schier durchgedreht ist. Am kommenden Wochenende soll es nun noch viel winterlicher werden, wie gut, dass wir in diesem Newsletter auch die besten Rodelberge im Potsdamer Umland vorstellen!
Abgesehen von derartigen persönlichen Freuden bleibt die Lage um uns herum heikel. Corona ist trotz sinkender Inzidenzen noch lange nicht vorbei, ein Babelsberger Autor hat mittlerweile sogar eine Gute-Nacht-Geschichte für Kinder veröffentlicht, in der die ganze Lockdown-Lage erklärt wird.
Weniger beschaulich geht es in einem kleinen Paradies am Schlaatz zu: Dort steht der Integrationsgarten vor dem Aus. Eine Ersatzfläche soll es geben, doch jene, die das preisgekrönte Projekt ehrenamtlich stemmen, sind im Unklaren.
Unklar, aber hochspannend ist auch der Fall des ehemaligen Chefs des Geoforschungszentrums. Im Januar war Reinhard Hüttl gekündigt worden - fristlos. Rüdiger Braun weiß mehr über den Fall, in dem ein anonymer Tippgeber eine Schlüsselrolle spielt.
Und da wir gerade bei Rollen sind: Was rollt eigentlich so durch Potsdam? Mehr als 100.000 Fahrzeuge sind in der Stadt unterwegs. Das Kraftfahrtbundesamt und der Versicherer Check24 haben aus ihren Datenbanken Fakten über die Autos auf Potsdams Straßen herausgesucht – und über uns Potsdamer, also die Menschen, die hier fahren.
Liebe Leserinnen, liebe Leser, der nächste Newsletter wartet wieder am Dienstag auf Sie. Bis dahin wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen und entspannte Tage am Winterwochenende - bleiben Sie gesund und uns gewogen!
Herzliche Grüße,
Ihre
Saskia Kirf
Redakteurin in Potsdam
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Das Stadtgespräch

Foto: Varvara Smirnova
Foto: Varvara Smirnova
Der Staudenhof-Wohnblock an der Nikolaikirche mitten in der Potsdamer Innenstadt bietet kleine, günstige Wohnungen – doch die Sanierung ist überfällig. Bauverwaltung und Pro Potsdam wollen dort ein ganz neues Karree errichten, aber nicht jeder ist vom geplanten Abriss begeistert. Die Grundsatzfrage besteht also darin, ob der DDR-Plattenbau an der Nikolaikirche mit fast 190 preisgünstigen Wohnungen saniert werden soll, oder ob auf dem Areal des sogenannten Block V eine ganze Reihe von Neubauten entstehen sollen, die zu 75 Prozent als Sozialwohnungen ausgewiesen werden. Die Entscheidung liegt bei den Stadtverordneten – und fällt noch vor dem Sommer. Wie mein Kollege Peter Degener darüber denkt? Das lesen Sie in seinem Kommentar zum Thema.
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Die besondere Geschichte

„Ich habe einen Rundumblick und muss mich nicht auf die Spiegel verlassen, die sowieso klitzeklein sind“, sagt Schlöndorff über das Fahrgefühl in seinem Jaguar. Quelle: Bernd Gartenschläger
„Ich habe einen Rundumblick und muss mich nicht auf die Spiegel verlassen, die sowieso klitzeklein sind“, sagt Schlöndorff über das Fahrgefühl in seinem Jaguar. Quelle: Bernd Gartenschläger
Wenige Monate vor seinem Tod hat der Schriftsteller Max Frisch dem Regisseur Volker Schlöndorff 1991 seinen Jaguar 420 geschenkt. Er hat ihm den Schlüssel hingehalten und gesagt: “Das ist jetzt Deiner. Wo ich hinkomme, brauche ich kein Auto.“ Der Oscar-Preisträger fährt den Wagen bis heute - die denkwürdigste Fahrt war der Umzug der Familie 1992 nach Potsdam.
Das Kennzeichen hat Schlöndorff übrigens nicht selbst ausgesucht. Foto: Bernd Gartenschläger
Das Kennzeichen hat Schlöndorff übrigens nicht selbst ausgesucht. Foto: Bernd Gartenschläger
Peter Degener hat ihn getroffen und mit Volker Schlöndorff über schnurrende Motoren gesprochen, über ein Vermächtnis an den Filmpark und das Gefühl beim Autofahren „in Ledersesseln in einem Salon“ zu sitzen.
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Die Corona-Lage

Quelle: Sven Hoppe/dpa
Quelle: Sven Hoppe/dpa
Potsdam ist auf dem richtigen Weg - aber noch nicht in Sicherheit. In den vergangenen sieben Tagen wurden 132 Infektionen mit Sars-CoV-2 in der Stadt festgestellt, die Inzidenz liegt damit mit Stand Donnerstag bei 73,2 - das muss man schon fast einen Langzeit-Tiefststand nennen, denn so niedrig war der Wert zuletzt Anfang November und damit noch bevor die zweite Corona-Welle so richtig über uns hereinbrach. Die Corona-Ampel der Stadt steht auf Gelb.
Bislang wurde noch keine der grassierenden Mutationen des Virus in Potsdam gefunden, aber es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Varianten auch hier auftauchen: In ganz Brandenburg wurden bereits einzelne Fälle gemeldet, in Berlin ebenso. Umso wichtiger wäre es jetzt, die Menschen sicher gegen Infektionen zu schützen, die besonders gefährdet sind. Menschen wie die 89 Jahre alte Elfriede G. aus Potsdam, die ebenso verzweifelt wie vergeblich auf ihre Impfung wartet.
Bisher haben 197 Potsdamer eine Infektion nicht überlebt. Knapp die Hälfte der Todesfälle entfällt auf die vergangenen fünf Wochen: 93 Menschen sind allein seit dem 1. Januar 2021 infolge einer Corona-Infektion gestorben.
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Der kulinarische Tipp

Robert Wagner ist Küchenchef in der Kantine des Institutes für Ernährungsforschung in Bergholz-Rehbrücke: Hier bereitet er "Gnocchipfanne mit Oliven, Ruccola und Paprika mit fruchtigem Tomatensugo" zu. Foto: S. Ruprecht/DIfE
Robert Wagner ist Küchenchef in der Kantine des Institutes für Ernährungsforschung in Bergholz-Rehbrücke: Hier bereitet er "Gnocchipfanne mit Oliven, Ruccola und Paprika mit fruchtigem Tomatensugo" zu. Foto: S. Ruprecht/DIfE
Als die Welt noch in Ordnung war und Menschen gesellig miteinander Mittag aßen, gehörte diese Kantine zu den beliebtesten in der Region. Bei den Ernährungsforschern in Bergholz-Rehbrücke speisten nicht nur die Mitarbeiter des Institutes gern, auch Gäste aus dem Ort oder Handwerker ließen sich die Gerichte von Küchenchef Robert Wagner schmecken. Er sorgt seit 15 Jahren mit seinem Team in der Kantine des Institutes für Ernährungsforschung für gutes Essen. Seit die Pandemie zugeschlagen hat, sind allerdings auch für Kantinen harte Zeiten angebrochen. Gekocht wird aber nach wie vor, auch wenn es derzeit das Essen nur zum Mitnehmen gibt. Doch was kommt bei den Ernährungsforschern eigentlich auf den Tisch oder jetzt in die Schale? Die Antwort lesen Sie hier.
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Unsere Entdeckung der Woche

Einfach mal ganz gemütlich mit den Schauspielerinnen und Schauspielern des Hans-Otto-Theaters quatschen. Das geht gerade online und mit poetischer Untermalung: Das Hans-Otto-Theater veranstaltet seit Mittwoch unter dem Titel „Poesie persönlich - Gedichte & Gespräche im digitalen Wohnzimmer“ ein digitales Lyrikprogramm mit dem Ensemble. Dabei tragen Schauspieler:innen Gedichte eigener Wahl vor und kommen darüber mit jeweils sieben zugeschalteten Zuschauern ins Gespräch. Der Zugang ins digitale Wohnzimmer erfolgt über die Plattform Zoom. Den Link erhält man mit Erwerb eines Tickets zum Preis von 5,50 Euro.
Die Aktion ist zunächst täglich bis zum 15. Februar geplant, montags bis freitags um 19 Uhr, samstags und sonntags um 16 Uhr.
Text: Sarah Kugler
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Bilderrätsel: Die Auflösung

Wo leuchtet das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo leuchtet das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Haben Sie gesehen, was in dem hell erleuchteten Haus steht? Blumentöpfe! Ein Gewächshaus! Aber nicht irgendeines. Das Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenphysiologie untersucht im Wissenschaftspark Golm die Funktionsweise von Pflanzen auf der kleinsten Ebene. Dort schaut man nicht nur in die Zellen, sondern auch auf die einzelnen Proteine und Moleküle einer Pflanze, um die Stoffwechselprozesse innerhalb dieser Lebewesen zu verstehen. Dafür braucht es nicht nur Ackerflächen, sondern auch Gewächshäuser. Doch statt Tomaten wächst darin zumeist „Arabidopsis thaliana“ - die Ackerschmalwand, die auf der Nordhalbkugel der Erde weit verbreitet ist und als eine Art Modell auch für andere Pflanzen gilt.
Die Gewächshäuser des Instituts sind weit zu sehen, weil sie dauernd leuchten. Foto: Peter Degener
Die Gewächshäuser des Instituts sind weit zu sehen, weil sie dauernd leuchten. Foto: Peter Degener
Ein Beispiel aus der Forschung des Instituts: Die Golmer haben anhand der Ackerschmalwand viel über die Pflanzenblüte gelernt. Sie wissen nun, woher die Pflanze eigentlich weiß, dass ihr genügend Zucker und somit ausreichend Energie für den kräftezehrenden Prozess des Blühens zur Verfügung steht. Man hatte einen Verdacht – es müsste eine Art Signal-Molekül geben, dass den Sprossen der Ackerschmalwand das Zeichen gibt, jetzt zu Blühen, weil die Tage mittlerweile lang genug sind und entsprechend viel Energie in der Pflanze ankommt.
In den Gewächshäusern am Rande des Wissenschaftsparks wurde die Pflanze optimal ausgeleuchtet und regelmäßig die Menge des vermuteten Signalmoleküls kontrolliert. Tatsächlich bestätigte sich der Verdacht, der Schlüssel zum Beginn der Blüte war gefunden. Solche Erkenntnisse helfen dann auch dem Landwirt, der vielleicht nicht die Ackerschmalwand leiden kann, aber vielleicht besonders früh und häufig blühende Pflanzen.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Ein Jahr nach Beginn der Pandemie ziehen die Covid-Mutationen in Brandenburg ein: Zwei Teltower sind die ersten, die sich mit der südafrikanischen Corona-Variante im Landkreis Potsdam-Mittelmark infiziert haben. Das Ehepaar war zunächst in häuslicher Quarantäne, doch nun wird der Mann stationär behandelt. Durch Zufall wurde außerdem bekannt, dass bei einer weiteren Teltowerin eine Erkrankung mit der britischen Variante B.1.1.7 vorliegt - der Verdacht auf eine Infektion in einer Gemeinschaftseinrichtung in der Stadt wurde unterdessen am Donnerstag geklärt. Mehr dazu lesen Sie hier.
Collage: Theater Comédie Soleil
Collage: Theater Comédie Soleil
Leerer Kinosaal, verwaistes Theater, Musiker ohne Auftritte: Die Kultur steckt in der Corona-Krise und kämpft an einigen Stellen schon um die Existenz. Dem Werderaner Kino etwa fehlen monatliche Einnahmen in Höhe von 12.000 Euro, die nächste Förderung für das Theater Comédie Soleil ist noch ungewiss und Musiker müssen auf ihre anderen Standbeine setzen. Wenn sie denn welche haben. Wie es Betroffenen aus Werder und Schwielowsee in der Krisenzeit geht, haben sie der MAZ erzählt. 
Quelle: Prea Group GmbH
Quelle: Prea Group GmbH
Luxus-Wohnen mit Blick aufs Wasser kann man an der Hafenpromande in den Werderaner Havelauen. Das Viertel bekommt Zuwachs in Form von 111 Wohnungen und 14 Gewerbeflächen auf der letzten freien Fläche. Die Quarterback Immobilien AG mit Sitz in Leipzig hat das fertig entwickelte Areal gekauft. Bis Frühjahr 2023 sollen dort vier Gebäude entstehen. Wie viel die Wohnungen, die sowohl zum Teil vermietet als auch verkauft werden, kosten sollen, wollte die Gesellschaft noch nicht verraten. Im höheren Preissegment dürften die Preise aber allein schon der Lage wegen liegen
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Unser Tipp fürs Wochenende

Ein Zoom-Konzert des Nikolaisaals. Quelle: Karim Saab
Ein Zoom-Konzert des Nikolaisaals. Quelle: Karim Saab
Am Freitagabend steigt das nächste Zoom-Konzert des Nikolaisaals. In dieser Woche kommen Beethoven-Fans voll auf ihre Kosten, wenn Arno Lücker und seine Gäste am 5. Februar um 20 Uhr der „Frage aller Fragen“ nachgehen: Wer war die sagenumwobene „Unsterbliche Geliebte“ Beethovens, der der Komponist einen berühmt gewordenen Brief und etliche Werke widmete? In diesem Gesprächskonzert ist also detektivischer Scharfsinn gefragt. Das Publikum kann sich aktiv beteiligen, im Chat diskutieren, Fragen an die Runde stellen und abschließend sein Votum abgeben. Das Konzert ist kostenlos, es darf aber gern gespendet werden. Die Anmeldung erfolgt per Mail an regie@nikolaisaal.de.
Foto: Moritz Frankenberg/dpa
Foto: Moritz Frankenberg/dpa
Und am Samstag? Für das Wochenende ist wieder reichlich Neuschnee vorhergesagt, bis zu 16 Zentimeter Schnee sollen binnen kurzer Zeit fallen, auch eisige Kälte ist angekündigt. Alles schreit also danach, den Schlitten wieder aus dem Keller zu holen und die Rodelpisten unsicher zu machen. Jens Steglich weiß, wo die rasantesten Abfahrten im Potsdamer Umland zu finden sind - der Knochenbrecherberg hat seinem Namen zum Beispiel sicher nicht wegen übertriebener Sanftheit.
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Video: Marcus gibt seinen Senf dazu

Parken kommt nicht von Park, findet unser Videokolumnist Marcus Gude. Besonders am Wochenende zieht es viele Menschen in die Parks der Stadt - am liebsten ganz bequem mit dem eigenen Auto. Nun sind aber die Parks nicht gerade reichlich mit Stellflächen gesegnet, besonders in Babelsberg kommt es daher oft zu chaotischen, gefährlichen Szenen. Gefährlich ist es aber auch für Radfahrer, die sich im Winter über unbenutzbare Radwege ärgern müssen.
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 33
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 33
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